Ebrach

"Klimawandel trifft auf naturferne Wälder"

Gegendarstellung

Gegner zu verunglimpfen, sei gerade in heutigen Zeiten eine gerne geübte Praxis. Oskar Ebert befleißige sich als Sprecher des Anti-Nationalparkvereins „Unser Steigerwald“ solcher Methoden, indem er in dem Main-Post-Artikel „Auch im Nationalpark sterben die Buchen“ in der Print-Ausgabe vom vom 12. August  die grüne Abgeordnete Lisa Badum unsachlich angreife. Das sagt der Vorstand des Vereins "Nationalpark Steigerwald" in einer Stellungnahme zu besagtem Artikel.

Überzeugen könne Ebert damit aber immer weniger selbständig denkende Menschen. "Wir vom „Nationalparkverein Steigerwald raten ihm, sich doch lieber den Landesvater Markus Söder zum Vorbild zu nehmen, denn der erkennt offensichtlich die Zeichen der Zeit besser als die Nationalparkgegner. Herr Söder sollte nur jetzt nicht auf halbem Weg stehen bleiben und das Ziel „Klimawald vor kurzfristigen Gewinnen“ zum wirklich guten Ende zu bringen", schreibt der Nationalparkverein.

Überzeugender wäre es in den Augen des Vereins gewesen, wenn man statt eine missliebige politische Konkurrentin sehr persönlich anzugreifen, sich mit den Argumenten von ausgewiesenen Waldexperten wie beispielsweise Norbert Panek, Peter Wohlleben, Ralf Straußberger und Georg Sperber auf sachlicher Ebene auseinandersetzen würde.

Un weiter: "Wir alle wollen intakte Wälder, die Wasser speichern, für ein kühles Klima sorgen, die Luft säubern und Sauerstoff produzieren können." Dem Wirtschaftswald werde es sehr schwer beziehungsweise unmöglich gemacht, seine für den Menschen lebenswichtigen Funktionen zu erfüllen:  Schwere Holzerntemaschinen hinterlassen einen verdichteten Waldboden, also Entwässerung statt Wasserspeicher.

Die Entnahme der erntereifen 120 bis 160 Jahre alten Buchen lichte das Kronendach im Buchenwald auf, also  Sonneneinstrahlung und Hitze statt Feuchte und Kühle auf dem Waldboden. Vernichtung von Waldschadinsekten mit Gift, statt die Auswirkungen unvernünftiger Forstwirtschaft mit Monokulturen von Kiefern und Fichten frühzeitig zu erkennen und dem entgegenzusteuern, also Gift gegen die Folgen von Irrtum und Gier, folgert der Nationalparkverein. "Unser Steigerwald verbreite die Mär der Kohlenstoffspeicherung von Wirtschaftwäldern statt einzuräumen, dass 15 Millionen Holzöfen in Deutschland Kohlendioxid und Feinstaub ungefiltert in die Luft blasen, also im Ergebnis Kohlenstoff freisetzen und nicht speichern.

Bei dem Aufschrei der Gegner von Waldschutzgebieten werde klar: An der bisherigen, jahrzehntelang praktizierten Forst-Strategie soll sich grundsätzlich nichts ändern. Das Konzept sei einfach: Bäume fällen – Bäume pflanzen. Allenfalls solle sich die Auswahl der Baumarten der zukünftigen Kunst-Forsten ändern. Baumarten, von denen man glaubt, sie könnten den Klimawandel unbeschadet überstehen, sollen vermehrt gepflanzt werden. Allen Ernstes wolle man also der Öffentlichkeit weiterhin eine so genannte „Zukunftsstrategie“ zur Rettung des Waldes verkaufen und tue so, als hätten die letzten zwei Dürrejahre die Katastrophe allein verursacht.

Dabei treffe der Klimawandel auf naturferne, anfällige Hochleistungswälder. Forstwirtschaft und Politik geben nicht gerne zu, dass über 200 Jahre lang auf die Nutzbaumart Fichte gesetzt wurde und man den Fehler gemacht habe,  künstliche, ökologisch instabile und damit hoch risikoreiche Forst-Monokulturen zu schaffen.Die Bevölkerung betrachte die bisherige Haltung von Forst und Politik zunehmend kritisch und lasse sich nicht so einfach mehr mit fachlich widerlegten Behauptungen abspeisen, nur weil sie stets wiederholt werden.

Der Nationalparkverein fordert den Staat auf, anstelle eines teuren Aktionismus endlich "eine sachkundige Fehleranalyse des eigenen Wirkens vorzunehmen und dabei alle Akteure mit einzubeziehen, die den Wald als Waldökosystem sehen und ihn nicht auf industrielle Holzplantagen reduzieren."

Gebraucht werde ein neues, ökologisch orientiertes Konzept für den zukünftigen Wald, kein hektischer „Waldumbau“, sondern schlicht Waldentwicklung hin zu mehr Naturnähe, die dem Wald als Ökosystem den notwendigen Spielraum belässt, selbstregulierend auf die sich abzeichnenden Umweltveränderungen reagieren zu können. Und gebraucht werden mehr großflächige Naturwälder, die aus der Bewirtschaftung herausgenommen und konsequent geschützt sind. Naturwälder besitzen ein hohe Dynamik und ein großes Selbstregulierungs- und Regenerationspotenzial, behauptet der Verein. Ohne die hohe Eingriffsdichte und immer kürzeren Eingriffsintervalle der Forstwirtschaft könne man viel von der Natur lernen.

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