Ebrach

Knoblach will Steigerwald-Buchen dauerhaft retten

Die vielen frischen Baumstümpfe im Schlosspark Werneck fallen jedem Spaziergänger sofort ins Auge, heißt es in einer Pressemitteilung. Sagenhafte 130 Bäume mussten gefällt werden, großteils 80 bis 90 Jahre alte Buchen. Sie haben die Trockenjahre 2018 und 2019 nicht überstanden. Der Grüne Landtagsabgeordnete Paul Knoblach spricht in einer Pressemitteilung von einem traurigen Akt, wenn er für die genannten Sicherheitsgründe gerade in einem öffentlich zugänglichen Park auch Verständnis zeigt.

Das fehlt ihm für den Steigerwald komplett. "Dass im früheren Ebracher Klosterwald noch immer uralte Buchen gefällt werden dürfen, ist ein Skandal, für den CSU-Innenstaatssekretär Gerhard Eck maßgeblich verantwortlich ist", erklärt der Biolandwirt aus Garstadt. Eck und Co. hätten so viel Druck gemacht, dass die Staatsregierung einen von den Grünen stets geforderten, weil sinnvollen Nationalpark Steigerwald seit Jahren ablehnt. Das gleiche Trauerspiel ist jetzt bei der Steigerwaldbahn zu beobachten, wieder mit Eck als Hauptgegner einer Wiederbelebung der Bahnstrecke.

Das Buchensterben im Steigerwald müsse aber enden. "Ein Einschlag-Stopp im Klosterwald bei Ebrach ist auch sofort möglich, wenn Ministerpräsident Markus Söder und Forstministerin Michaela Kaniber das schon für den Spätsommer angekündigte Naturwaldreservat dort ausweisen", sagt der grüne MdL. Dieses Naturwaldgebiet müsse neben dem Hohe Buchener Wald bei Ebrach (Landkreis Bamberg) auch den sich anschließenden Stollberger Forst bei Oberschwarzach im Landkreis Schweinfurt umfassen.

Diesen Vorschlag haben vor Wochen der frühere Bamberger Landrat und Buchenwald-Nationalpark-Befürworter Günther Denzler, der Verein sowie der Freundeskreis Nationalpark Steigerwald unterbreitet. Die Ausweisung eines solchen nutzungsfreien Naturschutzgebietes sei auch die Voraussetzung für den Erhalt des ersten Weltnaturerbe-Titels in Bayern. Knoblach unterstützt diese Forderung mit dem Kernziel, die ohnehin schon leidenden alten Buchen – siehe Schlosspark Werneck – dauerhaft zu schützen. "Söder spricht von mehr Naturschutz in den Wäldern, im Steigerwald kann er beweisen, dass er es ernst damit meint", sagt Knoblach.

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