HANDTHAL

„Koalition der Willigen“ fürs Waldzentrum

Kooperationsvertrag unterzeichnet: Mit ihrer Unterschrift besiegelten offiziell der Vorsitzende des Fördervereins für das Zentrum Nachhaltigkeit Wald in Handthal, Schweinfurts Landrat Harald Leitherer (Mitte), Beiratsvorsitzender Otto Hünnerkopf (links) und der Sprecher der Geschäftsführung der Audi Stiftung für Umwelt GmbH, Dagobert Achatz (rechts), in Handthal die künftige Zusammenarbeit. Foto: Norbert Vollmann

Vertreter der Umweltstiftung des Ingolstädter Autobauers Audi, des Trägervereins für das Zentrum Nachhaltigkeit Wald (ZNW) im Steigerwald sowie der Initiative Artenschutz in Franken haben in Handthal jetzt einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, um die Zusammenarbeit offiziell zu besiegeln. Demzufolge wird die Audi Stiftung die künftige Informations- und Bildungsstätte bei Handthal mit einem stattlichen Betrag von 100 000 Euro unterstützen.

Das Geld wird zweckgebunden in ein modular aufgebautes Ausstellungskonzept investiert, für dessen schrittweise Verwirklichung in Form einzelner Bausteine die im Jahr 1996 gegründete Initiative Artenschutz in Franken verantwortlich zeichnet.

So soll zum Einstieg als Teil der künftigen Dauerausstellung mithilfe moderner Technik ein Baum, in diesem Fall eine Buche, erlebbar gemacht werden. Informationen zu den Exponaten sollen zudem über Smartphones abgerufen werden können. Zum anderen wird auf dem Dach des Gebäudes eine Panorama-Kamera installiert.

Bis 2017 sollen weitere Bausteine zu Themenkomplexen wie „Amphibien“ oder „Fledermaus“ folgen. „Wir wollen damit zeigen, dass wir hier nicht nur einmal schnell Geld ausgeben und dann wieder weg sind, sondern Verantwortung über einen längeren Zeitraum übernehmen“, betonte Dagobert Achatz als Sprecher der Geschäftsführung der Audi Stiftung für Umwelt im Weinausschank des Staatlichen Weinguts auf dem verschneiten Stollberg.

Das Zentrum Nachhaltigkeit Wald passe dabei auch deshalb so gut zu den unter dem Oberbegriff „Zukunft sicheren“ zusammengefassten „Grundzügen der Stiftung abseits der Automobiltechnik“, weil es Natur- und Artenschutzaspekte in Verbindung mit innovativer Technik erlebbar und verständlich aufbereitet präsentiert. „Dies ist genau in unserem Sinne", so Achatz weiter.

Es ist nicht das erste gemeinsame Projekt mit der Initiative Artenschutz in Franken unter ihrem Vorsitzenden Thomas Köhler, wie die Umwandlung eines ehemaligen Militärgeländes in Breitengüssbach in ein „Klassenzimmer Natur“ zeigt. Auch dieses Engagement diene laut Achatz dazu, den „Widerspruch zwischen Natur, Technik und Mensch im Einklang aufzulösen“.

„Ich freue mich sehr, dass die Kooperation mit der Audi Stiftung zustande gekommen ist. Sie ist für uns ein wichtiger Baustein, um eine Ausstellung konzipieren zu können, die für Besucher weit über die Bezirksgrenze hinweg interessant sein wird“, sagte Landrat Harald Leitherer, der zugleich Vorsitzender des Trägervereins ist, bei der Vertragsunterzeichnung. Leitherer wies daraufhin, dass der Trägervereins gerade im Begriff ist, unter maßgeblicher Beteiligung seines Beirates das Ausstellungskonzept für das ZNW zu erstellen. Eine Fachfirma werde die Ideen zusammenführen und das Konzept umsetzen.

Mit Wohlwollen habe man in diesem Zusammenhang die Signale der Audi-Umweltstiftung vernommen, sich daran beteiligen zu wollen und im Zusammenspiel mit der Initiative Artenschutz in Franken eigene Vorstellungen einzubringen.

Harald Leitherer konnte sich bei dieser Gelegenheit einen Seitenhieb in Richtung Bund Naturschutz nicht verkneifen, der bisher mit dem Hinweis auf ein hier entstehendes „Werbezentrum Waldwirtschaft“ eine Mitarbeit im Beirat stets konsequent abgelehnt hat, indem er angesichts der sich jetzt ergebenden Konstellation von einer „Koalition der Willigen“ sprach.

MdL Otto Hünnerkopf dankte in seiner Eigenschaft als ZNW-Beiratsvorsitzender für die großzügige Unterstützung. Es handele sich um einen wichtigen Beitrag auf dem Weg, die Ausstellung, in diesem Fall durch „viel Fantasie und Technik“, so „interessant zu machen, dass die Besucher nicht nur einmal, sondern wieder kommen.“

Thomas Köhler betonte, dass sich die Initiative Artenschutz mit ihren 477 über ganz Franken verteilten Mitgliedern ehrenamtlich und unabhängig für die Belange des professionellen Artenschutzes, sowie einer lebendigen Umweltbildung einsetze.

In Handthal solle durch die Partnerschaft mit der Audi-Umweltstiftung aufgezeigt werden, „dass Technik und moderner Naturschutz Hand in Hand gehen können“.

Das ZNW in Handthal

Für die Errichtung des Zentrums Nachhaltigkeit Wald (ZNW) im Steigerwald bei Handthal stellt der Freistaat Bayern drei Millionen Euro zur Verfügung. Herzstück ist die moderne Informations- und Bildungsstätte am Eingang zu dem nach Ebrach führenden Handthalgrund.

Den laufenden Unterhalt für das Erlebniszentrum übernimmt der eigens dafür gegründete Trägerverein, an dem sich neben Forstverwaltung und Staatsforsten fünf Landkreise, 30 Kommunen und zahlreiche Verbände und Privatpersonen aus den drei fränkischen Regierungsbezirken beteiligen. Eine wesentliche Aufgabe bei der Erstellung des Ausstellungskonzepts kommt dem Beirat des Vereins zu.

Der Spatenstich für das ZNW erfolgte im September 2012 durch Bayerns Land- und Fortwirtschaftsminister Helmut Brunner und dem Staatssekretär im Bayerischen Innenministerium, Gerhard Eck. Die Eröffnung ist im Herbst 2013 geplant.

In Verbindung mit dem ZNW steht die Errichtung eines Baumwipfelpfades über der Bezirksgrenze am Radstein bei Ebrach. Text: novo

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