GRAFENRHEINFELD

Köstliches Orgelmenü in der Pfarrkirche

Stefan Walter, Rainer Aberle und Bernhard Seelbach begeisterten zum zweiten Mal mit einem kulinarischen Orgelspaß. Foto: Daniela Schneider

Fast meint man es vor sich zu sehen: Wie die drei Regionalkantoren nacheinander mit einem verschmitzten Augenzwinkern über die Tasten und Pedale sausen, um nach dem Erfolg 2016 erneut einen unterhaltsam-kulinarischen Orgelspaß zu kredenzen. Der Konzerttitel ist Programm, serviert wurde auf Einladung der Katholischen Kirchengemeinde und Musica Sacra wieder ein klangliches Drei-Gänge-Menü der ganz besonderen Art, verteilt auf drei Kurzkonzerte von je etwa 30 Minuten. Wie Rainer Aberle zur Begrüßung erklärte, entstand die Idee vor zwei Jahren mit dem Wunsch, den vielen Fans von Musica Sacra zur Orgelweihe im September etwas Besonderes zu anzubieten.

Die musikalisch-kulinarische Idee mit dem geselligen Ausklang auf dem Kirchplatz kam damals bestens beim Publikum und den drei Musikern, den Regionalkantor-Kollegen Stefan Walter (Würzburg), Bernhard Seelbach (Karlstadt) und Rainer Aberle (Schweinfurt) an und so waren alle sofort bereit für eine Neuauflage, die diesmal zum leider etwas unbeständigen Sommeranfang stattfand. Doch auch das Publikum zog mit, wie Organisator Aberle erläuterte, kamen doch tatsächlich trotz Wochenendterminen, Fußball-WM und Mozartfest mehr Musikliebhaber, als vom Veranstalter eigentlich erwartet.

Das klangliche Entrée servierte erneut Regionalkantor Stefan Walter und wagte mit Noel Goemannes virtuosen „El dia de Fiesta“ gleich mal einen wuchtigen Auftakt. Die Briten sind nicht unbedingt für kulinarische Köstlichkeiten bekannt, doch waren es ganz großartige Leckerbissen, die Organist Walter da mit einer gelungenen Werkauswahl des zeitgenössischen Komponisten Nils Ogden im musikalischen Gepäck hatte: Fröhlich, heiter-swingend und wunderbar fantasievoll. Regionalkantor Rainer Aberle zog im zweiten Gang zu Georg Friedrich Händels (1658-1759) berühmtem Orgelkonzert Nr. 13 alle Register für den munterem Schlagabtausch zwischen Kuckucksruf und Nachtigallengesang, dazu gab es herrlich humoristische, fast schelmische Orgelvariationen von Franz Lehrndorfer zum Thema „Ein Männlein steht im Walde“, die im Publikum sichtlich für Heiterkeit sorgten. Mit einer gehaltvollen italienischen Dessertauswahl im temperamentvollen Klanggewand, darunter die köstliche „Sonata Finale“ von Vincenzo Petrali und Bellinis schmelzendem „Casta Diva“ aus der Oper NORMA beschloss Regionalkantor Bernhard Seelbach das wiederholt großartige Orgelmenü, das vom Publikum mit stehenden Beifallsbekundungen belohnt wurde.

Wetterbedingt verlegten die Veranstalter dann den zweiten - tatsächlich kulinarischen - Teil des Orgelvergnügens, die gesellige Begegnung bei Canapés und Wein – in die Scheune der Familie Oster.

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