Schweinfurt

Kolping-Schule: Top Ten in Bayern beim Thema Schulverpflegung

Wenn Lebensmittel Teil des Berufes sind, dann sind Nachhaltigkeit und ökologisches Denken gefragt. Wie man mit gutem Essen Schule macht.
Ausgezeichnete Schule nicht nur wegen des ausgezeichneten Essens. Im Bild (von links) Fachlehrerin Margit Steuck, stellvertretender Schulleiter Gerwin Wild, Lehrerin Theresa Albert, die erfolgreichen Quiz-Teilnehmer Wladimir Kratz und Pascal Angermüller, Schulleiterin Ulrike Albrecht, Koch Johann Waldner, Fachbereichsleiterin Beate Finster, Nastazja Kruszewski, die die Auszeichnung vornahm, und Lehrerin Eva Dümmler.
Ausgezeichnete Schule nicht nur wegen des ausgezeichneten Essens. Im Bild (von links) Fachlehrerin Margit Steuck, stellvertretender Schulleiter Gerwin Wild, Lehrerin Theresa Albert, die erfolgreichen Quiz-Teilnehmer Wladimir Kratz und Pascal Angermüller, Schulleiterin Ulrike Albrecht, Koch Johann Waldner, Fachbereichsleiterin Beate Finster, Nastazja Kruszewski, die die Auszeichnung vornahm, und Lehrerin Eva Dümmler. Foto: Helmut Glauch

Was hat ein Mittagessen mit dem Klima zu tun? Wieso ist die Wahl der Speisen auf unserem Teller im günstigsten Fall auch eine Entscheidung für Nachhaltigkeit? Gedanken, die sich wahrscheinlich die wenigsten machen, wenn sie nach dem Motto "Hunger, was gibt's zu Essen?" zum Beispiel in der Kantine am Mittagstisch Platz nehmen.  

Schüler der Adolph-Kolping-Schule in Schweinfurt, in der sich viele junge Leute auf einen Beruf vorbereiten, der "irgendwie was mit Lebensmitteln zu tun hat", haben sich nicht nur viele Gedanken gemacht, sondern im Oktober 2019 gemeinsam mit ihren Lehrkräften Projekte auf die Beine gestellt und damit erfolgreich an den Tagen der Schulverpflegung nach dem Motto "Mit gutem Essen Schule machen - Mensa for Future" teilgenommen. "Beiträge zur Klimaerhaltung in praktischer Umsetzung", wie es Fachlehrkraft Eva Dümmler auf den Punkt bringt, die die Schweinfurter Beiträge dokumentiert und eingereicht hat. Das eigene Verbraucherverhalten überdenken, bewusster Einkaufen und mit Lebensmitteln umgehen, sein Handeln in Relation zu Klima- und Umweltschutz stellen, so der tiefere Sinn der Kampagne des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.  

Elf kreative Beiträge brachten einen Platz unter den besten zehn 

Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern im Idealfall auch richtig lecker. Muffins, Kürbissuppe und vieles mehr kamen auf den Teller. "Alles regional" wie Schulleiterin Ulrike Albrecht betonte. Früchte aus Übersee und andere Speisen mit weiter Anreise blieben außen vor. "Elf kreative Beiträge" der Adolph-Kolping-Schule hat Nastazja Kruszewski vom Fachzentrum Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung in Würzburg ausgemacht, das zum Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gehört.  Sie war nach Schweinfurt gekommen um die Schule auszuzeichnen. Unter all den Schulen, die sich bayernweit an den Tagen der Schulverpflegung beteiligten, sicherte sich die Adolph-Kolping-Schule einen Platz unter den "Top Ten". Die zehn in dieser Hinsicht engagiertesten Schulen in Bayern werden ohne weiteres Ranking gleich ausgezeichnet.       

Sieht nicht nur lecker aus, ist es auch. Koch Johann Waldner hatte für die Preisverleihung noch einmal alle Register regionaler Küche, die durchaus exotisch aussehen darf, gezogen.
Sieht nicht nur lecker aus, ist es auch. Koch Johann Waldner hatte für die Preisverleihung noch einmal alle Register regionaler Küche, die durchaus exotisch aussehen darf, gezogen. Foto: Helmut Glauch

Die Schweinfurter haben sich neben klimafreundlicher und nachhaltiger Speisenauswahl mit einem digitalen Kochbuch, einem Schaukasten zum Thema Tierwohl und Pausensnacks hervorgetan, so Kruszewski.  Eine Besonderheit unter den Beiträgen der Adolph-Kolping-Schule war ein Klimaquiz für alle Schüler. Die BVJ-Jahrgänge in den Bereichen Holz, Metall und Gastronomie waren in dieser Reihenfolge am erfolgreichsten und dürfen sich auf "Klima-Menüs und Obst in Hülle und Fülle" freuen. Aus den eingesandten Dokumentationen 39 bayerischer Schulen – Berichte, Filme, Poster, Kollagen – wählte eine Jury der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegungsstelle Bayern die zehn Gewinner aus.   

Der materielle Gewinn –  Unterrichtsmaterialien rund um das Thema Essen, Klimakochbuch etc. –hat eher symbolischen Charakter. Viele wichtiger sei es, jungen Menschen die wahrscheinlich einen Beruf im Service-,  Ernährungs- oder Gastrobereich ergreifen, zu vermitteln, dass Schulverpflegung mehr ist als "Nahrungsaufnahme in einer hektischen Pause". Anders ausgedrückt: Wer nachhaltige Ernährung erlebt und versteht, setzt sie auch leichter um.    

Wichtig ist, dass solche Themen auch im täglichen Leben umgesetzt werden

Solche Veränderungen fangen klein an, wie zum Beispiel mit dem mitgebrachten Becher am Kaffeeautomaten und finden ihre Fortsetzung bei der Erstellung von Menüplänen für Kitas oder Schulen. Nachhaltigkeit, Tierwohl, Regionalität, Themen die nicht nur  während der Tage der Schulverpflegung an der Schule in den Mittelpunkt rückten, wie Fachbereichsleiterin Beate Finster betont. Das ganze Jahr über sensibilisiere man die jungen Leute zum Beispiel für Müllvermeidung und Verantwortung für die Umwelt. Das eigene Verbraucherverhalten zu überdenken bedeute im besten Fall diese Gedanken nicht nur in der Schule, sondern auch im privaten Umfeld, in den Familien umzusetzen.  

Die für die Beiträge und Projekte benötigten Lebensmittel wurden mittels Spenden des Schweinfurter Vereins "Jugend mit Zukunft e.V." beschafft, dessen Vorsitzende Fachlehrkraft Eva Dümmler ist. Gut investiertes Geld, ist sie sich sicher, denn es sei gelungen junge Leute zu motivieren sich mit der Verantwortung für ihren Lebensraum auseinanderzusetzen und ökologische Zusammenhänge zu erkennen. 

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