Gerolzhofen

Kommentar: Kann ein Stopp-Schild helfen?

Klaus Vogt Foto: Theresa Müller

Am Mittwochabend hat ein junger Mann auf der B 286 bei der Auffahrt Gerolzhofen-Nord sein Leben verloren, weil ein anderer Verkehrsteilnehmer trotz des fließenden Verkehrs auf die Schnellstraße auffuhr. Die genaue Ursache für das Fehlverhalten des Unfallverursachers ist noch unklar und wird jetzt vom eingeschalteten Sachverständigen ermittelt.

Allerdings war es nicht der erste schwere Unfall dieser Art an gleicher Stelle. Die Auffahrten bei Gerolzhofen sind gefährlich. Entweder schätzen Autofahrer die Geschwindigkeit des herannahenden Verkehrs falsch ein, bremsen kaum ab und fahren dann viel zu knapp noch auf die B 286 auf. Oder - und dies war beispielsweise bei zwei schweren Unfällen kurz hintereinander im Sommer 2017 der Fall - gehen insbesondere ortsunkundige Autofahrer davon aus, dass es an der Auffahrt zur B 286 eine Einfädelspur gibt. Und so geraten sie nahezu ungebremst mitten in den fließenden Verkehr. Mit verheerenden Folgen.

Eine ähnlich gefährliche Stelle gibt es im Schweinfurter Hafen beim Übergang von der A 70 auf die B 286 in Richtung Gerolzhofen. Dort sind in der Vergangenheit auch schon mehrmals Autos und Lkws unvermittelt auf die Schnellstraße geraten und haben andere zu Ausweich- und Bremsmanövern gezwungen, weil die mit Schwung von der Autobahn kommenden Fahrer fälschlicherweise von einem Beschleunigungsstreifen ausgegangen waren. Dort hat ein Stopp-Schild die Situation jetzt entschärft.

Hätten Stopp-Schilder an den Auffahrten bei Gerolzhofen den schweren Unfall am Mittwochnachmittag verhindert? Die Verkehrsexperten sollten sich jetzt Gedanken machen.

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