Sennfeld

Kommt der Gestank von der Pumpstation?

Schon zu Beginn der Reichelshofer Straße stinkt es zuweilen, vor allem bei Trockenheit und Hitze, aus dem Abwasserkanal. Das Thema beschäftigte den Gemeinderat Sennfeld erneut.
Schon zu Beginn der Reichelshofer Straße stinkt es zuweilen, vor allem bei Trockenheit und Hitze, aus dem Abwasserkanal. Das Thema beschäftigte den Gemeinderat Sennfeld erneut. Foto: Silvia Eidel

Einfach ist die Antwort nicht auf die Frage, warum es zuweilen in Sennfeld von der Reichelshofer Straße bis zum Rathaus aus dem Kanal stinkt. Und wie man das sicher beheben könnte. Im Gemeinderat wurde deswegen erneut ausführlich informiert und diskutiert, mit dem Ergebnis, einen Fachplaner für Abwasser mit dem Problem zu beauftragen.

Einem Antrag von Gerold Schömig aus der vorherigen Sitzung zufolge sollte im Zuge des aktuellen Straßenbaus in der Weyerer Straße und in der Hauptstraße bis zum Rathaus die Abwasserdruckleitung vom Reichelshof her verlängert werden, um das Geruchsproblem zu lösen. Dazu hatte Bürgermeister Oliver Schulze in der jüngsten Gemeinderatssitzung Bauingenieur Arno Weimann eingeladen, der erläuterte, was aktuell Sachstand ist und was bei den Baumaßnahmen geplant ist.

Aufnahmen der Kanalbefahrung

Dazu zeigte er Aufnahmen der Kanalbefahrung: Die Sammelleitung war demnach in Ordnung, die Anschlussleitungen allerdings nicht. Die bereits geplante Kanalsanierung im Inlinerverfahren werde die Rauigkeit der Kanalrohre beheben, sagte er, weshalb das Abwasser auch besser abfließen werde.

Allerdings, so Weimann, habe er mit dem Bauhof an der Pumpstation mit Sammelbehälter festgestellt, dass die Pumpen, die das Abwasser in die Druckleitung befördern, nur 20 Stunden in der Woche arbeiten. Das bedeute, das Abwasser stehe lange im Vorlager, weshalb gerade im Sommer der Fäulnisprozess einsetzen und üble Gerüche verbreiten könne. Mit dem Anschluss des neuen Bauhofs am Prünkel werde aber wochentags mehr Abwasser anfallen, die Pumpzeit werde sich erhöhen.

Ob eine, wie von Schömig gefordert, parallele Druckleitung zielführend sei, könne nicht einfach gesagt werden. Wegen der längeren Rohrstrecke müsse überprüft werden, ob die Pumpleistung genüge. Weil zudem das Regenwasser separat abgeführt werde, fehle dem Mischwassersammler ein gewisser Spüleffekt, was wiederum für eine Verlängerung der Druckleitung spreche. Aber: "Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, dass damit die Geruchsbelästigung weg ist", so Weimann. Denn die Ursache liege wohl in der Pumpstation.

Viele Überlegungen brachten die Gemeinderäte mit ein. So plädierte Holger Merz dafür, draußen, vor dem Ort, den Geruch "ausgasen" zu lassen. Gerold Schömig sprach sich erneut für ein in sich geschlossenes System mit einer separaten Leitung aus und für eine Beauftragung eines Fachplaners. "Der Geruch fängt draußen an", meinte Stefan Eichhorn. Wenn da gepumpt werde, sei der Gestank eine Stunde später im Ort. Und: "Die Spülung vom Bauhof reicht da nicht", war er überzeugt.

Die Pumpensümpfe zu verkleinern, schlug Helmut Heimrich vor, damit häufiger gepumpt würde. Allerdings brauche man eine gewisse Abwassermenge für die Streckenlänge, um es auch durchdrücken zu können, wandte Weimann ein.

Von der chemischen Behandlung des Abwassers

Eine chemische Behandlung des Abwassers in einem Container brachte Bürgermeister Schulze ins Spiel. Diese Variante war dem Gemeinderat vor einiger Zeit bereits als letzte Alternative vorgestellt worden. Ein Nachspülen der Leitung mithilfe des Wassersammlers am Bauhof, dies regte Steffen Reichert an.

Eine parallele Druckleitung mit zwei Schächten von den Gemeindehäusern bis zum Rathaus, wie von Schömig beantragt, erschien auch Sebastian Tietze logisch. Kosten würde dies brutto etwa 75 000 bis 80 000 Euro, sagte Weimann, zusätzlich zu den bisherigen Straßensanierungskosten von 280 000 Euro. Womit aber die Ursache der Geruchsbelästigung nicht behoben wäre, hielt Klaus Birkmeyer fest.

Letztendlich einigten sich die Gemeinderäte darauf, einen Fachplaner für Abwasser einzuschalten, wozu die Verwaltung Angebote einholen soll. Den Zeitfaktor brachte Bürgermeister Schulze ein: Man dürfe nicht Gefahr laufen, die bereits laufenden Baumaßnahmen zu verzögern.

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