Gerolzhofen

„Krasses Zeug“: Interaktives Theater von und mit Dirk Bayer

Dirk Bayer ließ die Schüler in Spielszenen hautnah erleben, was "Krasses Zeug" im Klassenzimmer und im Internet bedeutet. Foto: Horst Fröhling

Ob es um eine Schlägerei in der Schule, Pöbeleien im Schulbus,  Drogen oder um Mobbing, direkt oder im Internet, geht: Möglichkeiten gibt es viele, einen Mitschüler fertig zu machen. Schauspieler und Regisseur Dirk Bayer zeigte mit seinem Team aus Bamberg im Auftrag der Kommunalen Jugendarbeit (KoJA) an der Mittelschule Gerolzhofen das Stück "Krasses Zeug" über Mobbing und Medien. Acht Klassen sahen die vier Aufführungen des Stücks.

Wenn Markus Tina plagt, betrachtet er das nicht als Schikane zwischen Täter und Opfer, sondern als Spaß. Den erlaubt er sich als vermeintlich cooler Typ mit einer neuen Schülerin. Wer von der Klasse dann mitlacht, wird bereits zum Mittäter. Hier bringt Bayer Erfahrungen aus seiner eigenen Schulzeit mit ein. In kleinen Spielszenen geht es dann darum, wie eine Klasse aus dieser Mobbingfalle herauskommt.

Gemobbt und gehänselt wurde in der Schule schon immer. Doch bieten Facebook und  Smartphone fiesen Typen wie Markus ganz neue Möglichkeiten, aktiv zu werden. Provozierte und peinliche Aufnahmen können heute blitzschnell online gestellt werden, verbunden mit gehässigen, Menschen verachtenden Kommentaren. Online fallen die Hemmschwellen schneller, weil sich die Beteiligten nicht real gegenüberstehen.

Ziel des Stückes ist es, die Schüler zu sensibilisieren und zum Eingreifen zu bewegen. Dabei sollen ihre Ressourcen mobilisiert und sie stark gemacht werden im Umgang mit anderen und mit Situationen, in denen Mut gefragt ist. Den Schülern soll spielerisch deutlich gemacht werden, dass sie eingreifen können, mit  Möglichkeiten, die ihnen nicht bewusst sind, und dass sie vor allem misstrauisch sein sollen.

In seinem Stück legt Bayer diese Möglichkeiten offen, die Schüler probieren sie aus, wie in der Mobbing-Szene mit Tina. Der Schauspieler brachte diese klassische Szene. Hier ist die gesamte Klasse das Publikum mit Unterstützern, Mitläufern und der schweigenden Mehrheit. Hier erfahren die Schüler, sich lieber mit dem Opfer zu beschäftigen und so dem Täter jegliche Aufmerksamkeit zu entziehen.

Im Internet sei wichtig, misstrauisch zu sein und den Eltern Bescheid zu sagen, wenn einem etwas seltsam vorkommt. Denn das weltweite Netz verzeiht nichts, steht erst mal ein Foto online, dann ist dessen Verbreitung nicht mehr kontrollierbar. Es ist auch ohne Verdacht nicht verkehrt, wenn die Eltern erfahren, was ihre Kinder so am Computer oder Smartphone treiben. Denn es besteht auch die Gefahr, süchtig zu werden.

Bayer zog die Schüler in den Prozess der Lösungsfindung aktiv ein. So ist der Lernerfolg tiefer und dauerhafter als beim bloßen Zusehen. Erreichen will der Schauspieler, dass das Selbstbewusstsein der Schüler gestärkt wird  und diese sensibel werden für diese Problematik.  Möglichkeiten gibt es dann viele, dem Mitschüler zu helfen.

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