Schweinfurt

Kritik an Sportförderrichtlinien hält in Schweinfurt an

Die Frage, nach welchen Kriterien die Stadt im Rahmen der Sportförderung die Vereine fördert, ist bei manchen Vereinen umstritten. Was Marco Gößmann-Schmitt kritisiert.
Die Frage, nach welchen Kriterien die Sportverwaltung Geld an die Schweinfurter Sportvereine vergibt, sorgt bei manchen Vereinsvertretern für Kritik. Foto: Anand Anders

Vor einigen Wochen wurden die neuen Sportförderrichtlinien der Stadt vom Stadtrat genehmigt. Die Änderung war eine der Empfehlungen aus dem Sportentwicklungsplan, insgesamt gibt es in verschiedenen Bereichen 166 000 Euro mehr durch die Stadt für die Schweinfurter Sportvereine. An dem Zustandekommen der Richtlinien, unter anderem hatte die Stadt einem Gremium von Vorsitzenden verschiedener Vereine mit und ohne eigene Liegenschaften ihre Vorschläge präsentiert, hatte es unter anderem durch den früheren BSJ-Vorsitzenden Sebastian Bauer Kritik gegeben.

Jetzt hat sich Marco Gößmann-Schmitt mit einer Stellungnahme zu Wort gemeldet, er ist Vorsitzender des Track & Field Club Mainfranken. Er stelle "verwundert fest, dass es in Schweinfurt neuerdings wohl im Trend liegt, überfälligen Aussprachen zwischen Sportverwaltung und Vereinen aus dem Weg zu gehen." Aus seiner Sicht werde "der falsche Eindruck" erzeugt, "alle Vereine würden angeblich profitieren und daher nur ihre Zustimmung geben können."

Laut Gößmann-Schmitt könne "keine Rede davon sein, dass die 'Schweinfurter Sportvereine entsetzt' sind über die Kritik von Sebastian Bauer. Er äußert vielmehr die Kritik zahlreicher städtischer Vereinsvertreter. Dass die Bayerische Sportjugend nicht einbezogen wird, ist hier mitunter der wichtigste Punkt. Die Debatte könnte bereits lange an Zündstoff verloren haben, würde man sich seitens der Sportverwaltung diesen Fehler endlich eingestehen und ihn korrigieren", so Gößmann-Schmitt.

Bei den Haushaltsberatungen habe ein Stadtrat auf Nachfrage, warum die Sportjugend nicht einbezogen worden war, von Sportreferent Jürgen Montag zur Antwort bekommen, man wolle dies „einfach mal beiseite lassen“. Dass Karl-Heinz Knötig, bei der DJK Schweinfurt ehrenamtlich aktiv, Bauers Kritik im Gespräch mit dieser Zeitung als „schädlich für den Sport in Schweinfurt“ bezeichnete, kann Gößmann-Schmitt nicht nachvollziehen. Er kritisiert, dass nur ein kleiner Teil des von der Verwaltung zusammengestellten Gremiums zu Bauers Kritik befragt wurde: "Soll das ernsthaft eine Form vernünftigerer Diskussionsführung sein, weitere Hinterzimmergespräche zu initiieren, wenn dies ohnehin bereits kritisiert wird?"

Der Idealverein für Sportkommunikation und Bildung machte neuen Vorschlag

Gößmann-Schmitt erklärt weiter: "Mehr Förderung für den Sport ist eine zweifelsohne gute Sache, was niemand leugnen wird. Öffentliche Mittel zu Zeiten verordneter Einsparungen allerdings ohne jegliche Konzepte und Zielvereinbarungen und teilweise nur dafür zuzuweisen, weil man als Verein eben viele Mitglieder hat, von denen noch nicht einmal bekannt ist, ob und wie oft sie aktiv am Sportangebot des Vereins wirklich teilhaben, sehe ich als das absolute Gegenteil sinnvoller Sportentwicklung – und damit sei die Frage doch mehr als gestattet, wozu ein 60 000 Euro teurer Sportentwicklungsplan finanziert wurde, über dessen Stand der Umsetzung der Sportreferent trotz Nachfragen aus dem Stadtrat ebenso keine detaillierten Angaben machen möchte – oder kann."

Der Idealverein für Sportkommunikation und Bildung habe einen neuen Vorschlag zur Verteilung der Gelder gemacht. Ob er ernst genommen werde, sei fraglich. "Ich fürchte jedoch, dass gute Ideen, die einen gewissen Arbeitsaufwand mit sich bringen, bei Weiterführung der derzeitigen „Debattenkultur“ wohl niemals Einzug halten werden in ein Sportreferat, welches offenkundig nur den Status Quo gefördert sehen möchte." Aus Sicht von Gößmann-Schmitt setzt die Sportverwaltung falsche Prioritäten bei der Förderung der Vereine: "Womit dieser Einsatz von öffentlichen Mitteln für teure Arbeitskräfte und einen Sportentwicklungsplan gerechtfertigt sind, sollte gerade im Zuge der anstehenden Kommunalwahlen in Frage gestellt werden."

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