SCHWEINFURT

Kunstverein: Ralf Hofmann und Joachim Haas ein gutes Gespann

Großes Interesse: Auf 100 Besucher hofft der Kunstverein, der derzeit seine Schätze in der Zehnstraße zeigt.
Großes Interesse: Auf 100 Besucher hofft der Kunstverein, der derzeit seine Schätze in der Zehnstraße zeigt. Foto: Martina Müller

Seit einem knappen halben Jahr ist Ralf Hofmann nun Vorsitzender des Kunstvereins und Joachim Haas, bis dahin unangefochtener Leitwolf, nur noch Schriftführer und einer der Ausstellungsmacher, statt Hauptkurator. Weil das auf Haas' eigenen Wunsch geschah, die Aufgaben im neuen Vorstand so verteilt sind, dass jeder das macht, was er am besten kann – und weil beide, Hofmann und Haas, offensichtlich die Eigenheiten und Fähigkeiten des anderen zu schätzen wissen, funktioniert das Ganze.

Gutes Beispiel ist das jüngste Projekt, die Ausstellung „Schätze des Kunstvereins“ in der Zehntstraße 20. Die Idee, leer stehende Räume zu nutzen, hatte Hofmann. Gefunden hat sie in Windeseile Haas. Bei der Pressekonferenz zur Halbzeit zogen sie gemeinsam ein positives Zwischenresümee. Nach einer „überwältigend gut besuchten Eröffnung“ (Hofmann) sahen bis jetzt mehr als 600 Besucher die 118 Bilder, Skulpturen und Installationen, die der Kunstverein in seinen 28 Jahren gesammelt hat. Bis zum Ende der Ausstellung am 8. März hoffen beide auf 1000 Besucher.

Auch finanziell scheint sich die Ausstellung zu lohnen. Viele der Editionen, die die Künstler im Rahmen ihrer Ausstellungen zur Verfügung stellen und die nicht immer alle verkauft werden, gingen jetzt weg wie die warmen Semmeln, sagte Haas. Er bedauert sehr, dass die Schätze des Vereins nach dem 8. März wieder ins Depot in der Kunsthalle wandern. Schon jetzt ist klar, dieses Projekt wird wiederholt.

Aber erst einmal gilt es, die Aktionen 2015 zu bewältigen. Im Salong des Kunstvereins sind vier Ausstellungen geplant. Zwei kuratiert die neue stellvertretende Vorsitzende Christa Nothtroff: „Mikroludien. Bewegung, Raum und Klang“ mit der Düsseldorfer Künstlerin Brigitte Dümling (Eröffnung 17. April, Matinee mit Musik, Live-Malerei und Lesung am 26. April) und „Zeitzeichen – Doppel-Spiel“ mit den Schweinfurter Künstlern Elisabeth Tgahrt-Philipp und Ulrich Philipp (Eröffnung 25. Juni). Jochen und Gabi Haas sind für die Ausstellung „ARTundWEISSE“ mit Arbeiten von Hans Karl Kandel verantwortlich (Eröffnung 16. Oktober). Für die Werkschau des SKF-Fotokreises „Photographie trifft Druck“ (Eröffnung 26. November) stellt der Kunstverein nur seinen Salong zur Verfügung.

Mit einem Fest am 18. Juli will der Kunstverein auf die beiden Skulpturen aufmerksam machen, die seit vier Jahren auf der Grünfläche hinter der Kunsthalle stehen. Der Bildhauer Herbert Mehler hatte damals eine große Ausstellung. Joachim Haas wollte, dass die beiden Eisenguss-Arbeiten „Spola“ und „Fuso“ in Schweinfurt bleiben und handelte einen Vorzugspreis aus. Der Kunstverein erwarb eine Skulptur, die Stadt die zweite. Bislang wurden sie noch nicht offiziell übergeben, das soll im Juli geschehen.

Bei der Kunstauktion wollen Haas und Hofmann gemeinsam ihr Verkaufstalent einsetzen. Die Auktion steigt am 29. August im Rahmen des Stadtfestes. Mit all den genannten Projekten wird der Kunstverein stärker als bisher ins Stadtgeschehen eingebunden. Das ist das erklärte Ziel des neuen Vorsitzenden. Der Kunstverein soll nicht als elitärer Zirkel wahrgenommen werden, sondern als offener Verein, bei dem sich jeder einbringen kann. Seit Monaten laufen auch Gespräche mit den anderen kulturellen Vereinen und Institutionen der Stadt. „Es wird gemeinsame Projekte geben“ kündigte Ralf Hofmann an. Unter anderem plant ein Schweinfurter Unternehmen einen Kunstpreis für Schulen, der Kunstverein ist mit im Boot. Sein zweiter Schwerpunkt ist, wie angekündigt, die Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit. Derzeit wird die Homepage neu aufgebaut.

Und hier der Artikel zur Ausstellung Schätze des Kunstvereins

Das gesamte Programm 2015, auch die Kunstreisen nach Stuttgart, Madrid, Hannover und ins Tessin, steht auf: www.kunstverein-schweinfurt.de

Spola und Fuso: Die Skulpturen von Herbert Mehler werden bei einem Fest offiziell übergeben.
Spola und Fuso: Die Skulpturen von Herbert Mehler werden bei einem Fest offiziell übergeben. Foto: Katharina Winterhalter

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