Schwebheim

Landkreis CSU: Mit grüner Seele im Wahlkampfmodus

Beim Neujahrsempfang in Schwebheim schwor die CSU ihre Mitglieder auf die heiße Phase des Wahlkampfs ein. Wie Innenminister Joachim Herrmann die Rolle der Region sieht.
So sieht Zuversicht im Hinblick auf die Landratswahl aus. CSU-Kandidat Lothar Zachmann ließ für die bevorstehende heiße Phase des Wahlkampfs, mit Innenminister Joachim Herrmann im Rücken, schon einmal die Muskeln spielen. Foto: Helmut Glauch

Naturgemäß voll im Wahlkampfmodus, es sind noch knapp acht Wochen bis zur Kommunalwahl, präsentierte sich die Kreis-CSU bei ihrem Neujahrsempfang in der Halle des TSV Schwebheim. Zur Unterstützung der klar erklärten Ziele der regionalen CSU – den Landrat stellen und möglichst viele Bürgermeister in den Rathäusern – hatte man sich mit Innenminister Joachim Herrmann ein politisches Schwergewicht nach Schwebheim geholt. Der Hauptgegner ist ausgemacht, seine Farbe ist Grün. Gleichzeitig wurde erneut klar, dass die CSU nicht gewillt ist, den Grünen weder in der Politik noch in der Diskussion an den Stammtischen die Deutungshohheit in Bezug auf ökologische Themen zu überlassen. Was Ministerpräsident Markus Söder vorgemacht hat, eine Neuausrichtung hin zu Umweltthemen, scheint mehr und mehr an der Basis anzukommen.   

Christsoziale wollen sich an die Spitze des Fortschritts stellen 

Alles was in der CSU Rang und Namen hat, war nach Schwebheim gekommen. So wundert es nicht, dass alleine die Begrüßung in der bis auf den letzten Stehplatz gefüllten Halle beinahe eine Viertelstunde in Anspruch nahm. Thomas Siepak und Vanessa Schmidt, Führungstandem bei der Jungen Union im Kreis, übernahmen nicht nur diesen Teil, sondern schworen die Versammelten auch auf die heiße Phase des Wahlkampfes ein. Pilotregion für autonomes Fahren wolle man werden und die Zukunft gestalten statt verwalten, wofür man auf allen Ebenen die richtigen Kandidaten habe.

Begrüßungskomitee für den Minister: Der Fraktionschef der CSU im Schweinfurter Stadtrat, Stefan Funk, Staatssekretär Gerhard Eck, Marc-Peter Möhring (Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes Schwebheim), Vanessa Schmidt und Thomas Siepak (zweite und erster Vorsitzender der Jungen Union im Landkreis), Innenminister Joachim Herrmann, Landratskandidat Lothar Zachmann, MdB Anja Weisgerber und der Schwebheimer Bürgermeister Volker Karb (von links). Foto: Helmut Glauch

Mit Worten wie "Konservativ sein, heißt an der Spitze des Fortschritts zu marschieren" machte auch MdB Anja Weisgerber klar, wohin die christlich soziale Reise geht. Führung übernehmen müsse man weltweit, wenn es um die Entwicklung von neuen Antriebsarten für Motoren gehe (Wasserstoff, Elektromotoren, synthetische Kraftstoffe) und gleichzeitig alles dafür tun, dass die individuelle Mobilität erhalten bleibt. Mobilität, die anders als vielleicht in manchen Ballungszentren, vor allem im ländlichen Bereich sehr wichtig sei. Die grüne Seele der CSU setzt dabei nicht auf Verbote, sondern auf Anreize.    

Zachmannn fordert breit aufgestellten Klimabeirat für den Landkreis

Landratskandidat Lothar Zachmann gab sich kämpferisch. Zuversichtlich habe ihn auch die Podiumsdiskussion dieser Zeitung zur Landratswahl gemacht. Das Konzept des politischen Gegners, mit "zwei Drittel Mehrheit und Buh-Rufen im Saal" gegen ihn aufzulaufen, sei nicht aufgegangen. Grün ist nicht nur die Hoffnung, sondern sind auch viele neue kommunalpolitische Themen der CSU. So konkretisierte Zachmann wie er sich, sollte er Chef im Landratsamt werden, die Arbeit eines zu gründenden Klimabeirates vorstellt. "Alle sind Teil des Klimawandels, und alle müssen gemeinsam nach Lösungen suchen."     

Reichlich Lob für die Schweinfurter Lokalpolitik

Auch Oberbürgermeister Sebastian Remelé war zum Neujahrsempfang nach Schwebheim gekommen. Innenminister Joachim Herrmann lobte Schweinfurt als Stadt mit attraktiven Jobangeboten.  Foto: Helmut Glauch

Innenminister Joachim Herrmann braucht eigentlich kein Mikro um eine kleinere Halle wie die des TSV zu beschallen. Er hatte reichlich Balsam für die mainfränkische Seele und für die politisch Verantwortlichen der Region mit CSU-Parteibuch mitgebracht. Mit 2,3 Prozent habe der Landkreis Schweinfurt eine noch niedrigere Arbeitslosenquote als der ohnehin gut dastehende Freistaat, viele attraktive Arbeitsplätze und ein hohes Maß an Sicherheit für die Menschen der Region kämen hinzu. Eine Region, in der sich gut leben lasse, nicht nur wegen des Frankenweins, sondern auch dank rühriger Vereine, Organisationen, Feuerwehren und Hilfsdiensten. Auch Herrmann stellte die ökologischen Herausforderungen, denen sich die Autoindustrie stellen müsse, in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. "Wir wollen andere Autos haben, die autofreie Zukunft aber ist Unfug." Ein Auto und damit persönliche Mobilität zu besitzen, sei ein Stück sozialer Gerechtigkeit.

Frankenwein für den Frankenweinliebhaber: Innenminister Joachim Herrmann gestand, gerne mal einen solchen zu genießen. Was lag da näher, als ihm ein damit gefülltes Körbchen mitzugeben. Foto: Helmut Glauch

Versäumnisse mit fatalen Folgen

Am Beispiel der deutschen Handy-Hersteller, die schon vor Jahren den Anschluss verpasst haben und heute vom Markt verschwunden sind, machte Herrmann klar, was ähnliche Versäumnisse in der Autoindustrie bedeuten würden. "Wenn wir jetzt den Anschluss verlieren, dann holen wir das nie wieder auf." Mit fatalen Folgen nicht nur für die Autobauer direkt, sondern auch für die Legionen an Zulieferbetrieben unterschiedlichster Größenordnung. Grüner geworden sind nicht nur die politischen Themen der CSU, leicht grün schimmert auch der Frankenwein in den Gläsern. Mit dem wurde im Anschluss an den offiziellen Teil auf das neue Jahr angestoßen. Gemäß des chinesischen Horoskops, übrigens das Jahr der Ratte, wie die beiden JU-Vorsitzenden eingangs erwähnt hatten. Ein Jahr des Neuanfangs  und der Erfolge, gemäß der dahinter stehenden Philosophie. Und genau die wünscht sich die CSU für 2020. 

In einer vorherigen Version des Textes hieß es, Schweinfurt habe eine Arbeitslosenquote von 2,3 Prozent. Diese Zahl bezieht sich jedoch auf den Landkreis. Der Text wurde dahingehend auch in der Bildunterschrift geändert. 

Zünftige Stimmung und volles Haus: Die Schwebheimer Musikanten sorgten für den musikalischen Rahmen des Neujahrsempfanges. Foto: Helmut Glauch

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