Schweinfurt

Landkreis gibt nach: Berufsschulzentrum kann neu gebaut werden

Der notwendigen Änderung des Bebauungsplanes stimmte der Stadtrat erst zu, nachdem der Landkreis die Erschließung vom Bergl aus ausschloss. Nun steht dem Neubau des beruflichen Schulzentrums Alfons Goppel nichts im Weg. Foto: Anand Anders

Machtkampf gewonnen, könnte man konstatieren. Die CSU-Fraktion im Stadtrat hatte sich im Sommer vehement gegen die Pläne des Landkreises gewehrt, bei der Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplanes beim Neubau des Beruflichen Schulzentrums Alfons Goppel in der Geschwister-Scholl-Straße eine Erschließung von der Geldersheimer Straße am Bergl für einen Parkplatz mit 70 Stellplätzen für die ebenfalls auf dem Gelände liegende Johann-Hinrich-Wichern-Fachakademie für Sozialpädagogik zu ermöglichen.

Jetzt wurden die neuen Pläne ohne Diskussion im Stadtrat genehmigt, weil genau das eingearbeitet wurde, was vor allem CSU-Rat Rüdiger Köhler immer gefordert hatte: Die Erschließung von Berufsschule und Fachakademie erfolgt ausschließlich wie jetzt auch über die Geschwister-Scholl-Straße, die Zufahrt vom Bergl aus ist nur für Rettungsdienste und Feuerwehr. Der Landkreis stellt einen Teil seiner Flächen für eine neue Zufahrt zur Fachakademie zur Verfügung. Durch den genehmigten neuen Bebauungsplan ist es möglich, wie geplant im Frühjahr 2020 den Bauantrag für die neue Schule zu stellen, die mit 52 Millionen Euro das größte Projekt dieser Art des Landkreises seit Jahren ist.

Von der Geschwister-Scholl-Straße aus und nicht von der Geldersheimer Straße aus soll der neue, 70 Stellplätze umfassende Parkplatz hinter der Johann-Hinrich-Wichern-Fachakademie für Sozialpädagogik erschlossen werden. Foto: Oliver Schikora

Der Machtkampf zwischen CSU-Fraktion und Verwaltung war insofern erstaunlich, als dass nicht nur im Ferienausschuss im August, sondern auch in einer Bauausschusssitzung im September vor allem die CSU-Räte sich gegen die Argumente der Verwaltung wandten. Weder der Hinweis, es sei keine wesentlich höhere Verkehrsbelastung für den Stadtteil Bergl zu erwarten noch rechtliche Warnungen bezüglich eines möglichen Erschließungszwanges durch die Stadt beeindruckten. "Die Bürger am Bergl sind mir wichtiger, dann muss sich das Landratsamt bewegen", schrieb im September CSU-Rat Bernd Weiß der Verwaltung ins Stammbuch.

Das Landratsamt bewegte sich quasi blitzschnell. Landrat Florian Töpper (SPD) war sichtlich bemüht, die Wogen zu glätten, packte Plan B aus und wies seine Bauverwaltung an, die Erschließungspläne entsprechend zu ändern.

Modell für den Neubau des Alfons-Goppel-Berufsschulzentrum in der Geschwister-Scholl-Straße in Schweinfurt. Foto: Schwinde Architekten

Der Kreistag hatte sich bezüglich des Neubaus der Berufsschule im März diesen Jahres für eines von drei Modellen entschieden, genannt der "magische Würfel". Geplant ist ein quadratischer, puristischer Bau auf vier Stockwerken mit einer Fläche von 12 510 Quadratmetern. Darin enthalten sind nicht nur die Unterrichtsräume, sondern auch Lehr-Küchen, -Bäckerei, Werkräume, Mensa sowie die komplette Technik bis zu Photovoltaikanlagen auf dem Dach.

Gebaut wird an der nordöstlichen Ecke des jetzigen Gebäudes auf dem Parkplatz. Die jetzige Schule läuft so lange weiter, bis der Neubau fertig ist. Nach dem Umzug in die neue Heimstatt werden das alte Gebäude abgerissen und eine großzügige Außenanlage mit viel Grün angelegt. Im Januar 2020 wollte man mit der Bauleitplanung fertig sein, danach soll es losgehen, der Umzug ist bereits zum Schuljahresbeginn im September 2022 geplant.

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