HANDTHAL

Landräte wollen in ein Bewerbungsverfahren einsteigen

Die Vokabel Nationalpark fiel den ganzen langen Dienstagnachmittag im Steigerwaldzentrum kein einziges Mal. Doch vielfach war zwischen den Zeilen herauszulesen, dass es sich mit der Kulturlandschaftsinventarisation des Steigerwalds um einen Gegenentwurf zu Nationalpark-Plänen handelt.

Dabei sei man einen bedeutenden Schritt weitergekommen, sagte der Bamberger Landrat Johann Kalb auch im Namen seiner fünf Kollegen aus den Landkreisen Erlangen-Höchstadt, Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim, Haßberge, Kitzingen und Schweinfurt.

Bevölkerung eingebunden

Schon bei dieser Inventarisierung habe es sich um einen breit angelegten Dialogprozess gehandelt, bei dem die Bevölkerung von Anfang an mit einbezogen war. „Eine Entscheidung gegen den Willen der Bevölkerung kann niemals zielführend sein“, war eine der Anspielungen an diesem Tag auf die immer noch laufende Nationalparkdiskussion.

Es habe großen Sinn, mit den Erkenntnissen aus der Inventarisierung in ein Bewerbungsverfahren einzusteigen. Das Thema Bewerbung müsse jetzt wieder in die Landkreise zurückgehen, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Kalbs Fazit: „Wir haben jetzt einen gemeinsamen Nennen mit einem großen Zähler gefunden.“

Unterm Wald schlummert Kultur

Dass unter dem heutigen Wald noch viel einstige Kulturlandschaft schlummere, bestätigte Dr. Thomas Büttner, die die Inventarisierung geleitet hatte, auf eine Frage aus dem Publikum. Als Beispiel nannte er frühere Meilerplätze, an denen Holzkohle hergestellt wurde.

Paul Hümmer, Zweiter Bürgermeister von Sand, schlug vor, auch die Buchenwälder in die Bewerbungsmasse des Steigerwalds zu nehmen. Dazu Dr. Stefan Nüßlein, der Leiter des Referats Forstpolitik und Umwelt am Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: Ese gebe bereits ein Naturerbe Buchzenwälder, das von den Karpatenwäldern ausgehend um fünf Gebiete in Deutschland ergänzt wurde. Auf der Warteliste stehen weitere 46 Buchenwälder in ganz Europa. Dass da weitere deutsche Berücksichtigung finden, sei nicht zu erwarten.

Andreas Baur, der Mann für die Bewerbung

Wie es konkret weitergehen soll, wollte Ingrid Reifenscheid-Eckert, Bürgermeisterin von Willanzheim, wissen. Der einfachste Weg sei zunächst einmal ein immaterielles Kulturerbe, riet Dr. Andreas Baur, Leiter des Referats Denkmalsschutz und Denkmalpflege am Kultusministerium. Er ist zuständig für die Bewerbungsverfahren. Das immaterielle Erbe sei auch ein Welterbe, ergänzte Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten.

„Was sollen die Fatschenbrunner mit ihrem Dörrobst machen? Wer hilft uns?“, fragte Franz Hümmer. dazu Andreas Baur: Hier gebe es einfacher Förderverfahren, bei denen das Landratsamt behilflich sei.

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