SCHWEINFURT

Landschaft und menschlicher Körper

„Ellbogen“, Acryl auf Leinwand, 1993, ist eines der Werke von Franz Vornberger, das in der Kunsthalle zu sehen ist.
„Ellbogen“, Acryl auf Leinwand, 1993, ist eines der Werke von Franz Vornberger, das in der Kunsthalle zu sehen ist. Foto: Kunsthalle Schweinfurt / Jan Soldin

In seinem Werk widmete sich Franz Vornberger vor allem zwei ganz unterschiedlichen Ausprägungen des Themas Natur, nämlich einerseits der Landschaftsdarstellung und andererseits dem menschlichen Körper. Geprägt durch seine Erfahrungen als Soldat im Zweiten Weltkrieg stehen dabei immer das menschliche Leid und die Abgründe im Menschen selbst im Vordergrund.

War sein Frühwerk noch von akademischen Naturstudien beeinflusst, so wandte er sich ab dem Ende der 1950er Jahre der Abstraktion zu, ab 1969 begann eine konstruktivistische Phase, bevor er Ende der 1970er Jahre wieder zu figurativen Darstellungen zurückkehrte. Mit dem Neoexpressionismus setzte er sich wiederholt auseinander. Zu sehen sind seine Werke in einer Ausstellung mit dem Titel „Franz Vornberger. Bilder einer Schenkung“ in der Kunsthalle in der Galerie im Quadrat. Die Ausstellung läuft noch bis 19. April.

Franz Vornberger wurde 1919 in Werneck bei Schweinfurt geboren und studierte ab 1946 an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg-Ellingen bei Hermann Wilhelm. Neben Lehraufträgen am Bildungszentrum Nürnberg und dem Kunstpädagogischen Zentrum Nürnberg kehrte er 1982 für ein Jahr als Dozent an die Akademie zurück.

Trotz seiner kunstpädagogischen Tätigkeiten vernachlässigte er nie seine eigene Arbeit als freischaffender Künstler, die ihm schon zu Lebzeiten große Anerkennung gerade auch in Künstlerkreisen seiner Wahlheimat einbrachte. Er starb 2008 in Nürnberg, dekoriert mit dem Verdienstorden am Bande sowie dem Preis für Kunst und Wissenschaft der Stadt Nürnberg.

Vornberger blieb bis ins hohe Alter als Künstler agil und undogmatisch; er lehnte es nie ab, sich von den neuesten Entwicklungen anregen zu lassen und blieb sich dabei thematisch doch treu. In dieser Wechselausstellung – ermöglicht durch die Schenkung seiner Kinder – wird als Erweiterung zur ständigen Sammlung am Beispiel Franz Vornberger erfahrbar, wie man abseits der Münchener Kollektive nach 1945 wieder zu einer Bildsprache finden konnte. Die Natur gilt dabei als Gegenentwurf zu den inneren und äußeren Verheerungen, zu denen der Mensch fähig ist.

Rückblick

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