SCHWEINFURT

Laute Stimme für Menschen mit Behinderung

Spezialgebiet Sozialpolitik: Der Schweinfurter Edwin Gehring (Grüne) kandidiert für den Bezirkstag. Foto: Robert P. Koch

Schicksalsschläge in seinem Leben erklären, weswegen die sozialpolitischen Themen die Arbeit von Edwin Gehring prägen. Nach einem Unfall war sein Vater querschnittsgelähmt; bei der Geburt erlitt einer seiner Zwillinge einen Sauerstoffmangel und ist seither schwer geistig behindert. Der Grüne Gehring kandidiert für den Bezirkstag.

Der Sozialetat mit 441 Millionen Euro mache 90 Prozent des Gesamthaushalts des Bezirks aus, argumentiert Gehring. Die meisten Mandatsträger wüssten viel zu wenig über das komplizierte System der sozialen Hilfen; vielmehr müssten sie sich vor Ort rechtfertigen, wenn sie für eine Erhöhung der Bezirksumlage gestimmt haben. „Auf der Strecke bleiben die Menschen mit Behinderung“, so Gehring. Dem will der studierte Chemiker entgegenwirken; er arbeitet in bundesweiten Angehörigenvertretungen mit und sieht sich als deren Interessenvertreter, der ihnen auch im Bezirkstag eine Stimme geben möchte.

Selbstständiges Handeln ermöglichen

Gehring kritisiert, dass neue Einrichtungen für Menschen mit Behinderung von der Regierung mit 60 bis 70 Prozent bezuschusst würden, vom Bezirk nur mit zehn Prozent. Letzterer habe aber die Verantwortung, dass die benötigten Einrichtungen zur Verfügung stehen. „Welche benötigt werden, hat sich am Willen der Betroffenen zu orientieren“, fordert Gehring. Das Umfeld der Menschen müsse so gefördert werden, dass sie möglichst selbstständig handeln können: mit Vernetzung und Kooperationen, Barrierefreiheit und ehrenamtlichem Engagement.

Die Eingliederungshilfe, die in Unterfranken 16 000 sehr schwer oder mehrfach behinderte Personen erhalten, ist der größte Posten im Sozialetat. Trotz der Mittel bräuchten sie sehr viel Hilfe, um weitgehend selbstbestimmt leben zu können, sagt Gehring.

Edwin Gehring (Jahrgang 1953) hat in physikalischer Chemie promoviert. Er lebt in Schweinfurt und arbeitet im „Bund der Angehörigen von Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung“ (BAMB) mit und ist Sprecher der „Bundesarbeitsgemeinschaft unabhängiger Angehörigenvertretungen“ (Baguav).

Die Redaktion hat alle Direktkandidaten der Bezirkswahl um eine schriftliche Darstellung ihrer politischen Ziele in knapper Form gebeten. Aus der eingesandten Vorlage hat die Redaktion diese Zusammenfassung erstellt.

Rückblick

  1. Funk CSU-Fraktionschef im Bezirk
  2. SPD in Schweinfurt: Die Geschichte eines Niedergangs
  3. Amtlich: Knoblach und Graupner im Landtag
  4. Grüne Sensation und etwas Hoffnung
  5. Funk verteidigt Direktmandat der CSU
  6. Grüne: "Das ist eine Sensation"
  7. Landtag: Graupner wahrscheinlich drin, Petersen nicht
  8. Absturz der SPD, Blaues Auge der CSU und Öko-Sekt
  9. Standpunkt: Eine Zäsur auch für Kommunen
  10. „Absolut frustrierend“ - Bei der SPD herrscht Ratlosigkeit
  11. Freude und Erschütterung im Rathaus
  12. Leidensmienen bei der CSU
  13. Graupner: „Wir werden den Finger in die Wunde legen
  14. Bayern-Wahl: Wie hat Ihre Gemeinde gewählt?
  15. Schweinfurt ist bunt – Für Würde, Freiheit und Vielfalt
  16. SPD: Kämpfen um jede Stimme
  17. SPD-Frauenpower mit Andrea Nahles
  18. Tierhaltung als globales Grundproblem
  19. Aufklärung für ein Leben ohne Fleisch
  20. Der richtige Umgang mit „neuen Medien“
  21. Eine Pflegekraft für höchstens vier Patienten
  22. Labus will bei Bezirksumlage mitentscheiden
  23. Mindestlohn in der Pflege
  24. Für kulturelle Eigenständigkeit
  25. Laute Stimme für Menschen mit Behinderung
  26. Förderung von Partnerschaften
  27. Investition in hiesige Kliniken des Bezirks
  28. Die FDP setzt auf Bildung, Digitalisierung und Wohnungspolitik
  29. Nachhaltig leben für die Zukunft
  30. Solidarität ist ihr Herzensanliegen
  31. Die innere Sicherheit als Hauptthema
  32. Bayernpartei setzt auf neues Rentenmodell
  33. ÖDP: Mehr Demokratie dem Volk
  34. Natascha Kohnen: Dickes Lob für Schweinfurts Haltung gegen Rechts
  35. Das Wohl der Tiere hat hohen Stellenwert
  36. Partei will „Ungleichbehandlung Frankens“ beseitigen
  37. Paul Knoblach will erhalten und gestalten
  38. "Wahlhilfe" im Stimmkreis Schweinfurt: Wen sollten Sie wählen?
  39. Robert Striesow: Gutes Geld für gute Arbeit und gute Renten
  40. „Gipfeltreffen“ im Steigerwald
  41. CSU-Wahlkampf: Bei Waltraud und Mariechen
  42. Einhundert Prozent Rückendeckung
  43. Politikwissenschaftler aus Heidenfeld verantwortet den Wahl-O-Mat

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