Schweinfurt

"Lazarus" im Theater Schweinfurt: Mit David Bowie zu den Sternen

"Lazarus" im Theater der Stadt Schweinfurt: Trotz technischer Probleme fasziniert das Musical von David Bowie und Enda Walsh.
David Bowie und die Sterne: Eine bewährte Mischung, auch im Musical Lazarus, das im Theater der Stadt Schweinfurt zu sehen war. 
David Bowie und die Sterne: Eine bewährte Mischung, auch im Musical Lazarus, das im Theater der Stadt Schweinfurt zu sehen war.  Foto: Theater der Statdt Schweinfurt

Schade, dass die Technik nicht so ganz auf der Höhe war, die Sänger manchmal etwas untergingen. Kurz vor Schluss bekommt Thomas Newton (Ingo Brosch), die Hauptfigur in "Lazarus", dem Musical von David Bowie und Enda Walsh (Inszenierung Stefan Zimmermann), zur Freude der Zuschauer kurzerhand ein Handmikrofon gereicht. Und dann hat man eine  Ahnung,  wie viel toller das Ganze eigentlich noch sein könnte. 

Trotzdem: Der Funke springt über bei der Produktion von a.gon München. Schließlich scheinen Bowie-Fans von weither angereist zu sein, um so etwas wie sein Vermächtnis, seine letzte Botschaft zu sehen. Und ein paar Hits zu hören. "Changes", "Heroes", "Life on Mars", zum Beispiel.

Uraufführung kurz vor David Bowies Tod 

Kurz vor David Bowies Tod wurde das Musical 2015 in New York uraufgeführt. Der Held ist ein Mann von einem anderen Stern, der auf der Erde gestrandet ist. Der Held hat allerdings ein Problem. Er ist unsterblich.  Immer schwierig, wenn man von lauter Sterblichen umgeben ist und nicht mehr unter diesen Bedingungen leben will.  "Ich bin ein Sterbender, der nicht sterben kann", beschreibt sich Newton. Er sagt aber auch "Jetzt ist jetzt".

Newton, der Mann der vom Himmel fiel, befindet sich in einer seltsamen Welt. Er lebt teils im Heute, teils in der Vergangenheit, ist von Geistern umgeben. Er will Abschied nehmen – und auch gleichzeitig das Leben feiern. Er will aufhören, aber auch weitermachen. Ingo Brosch gibt Newton Zerrissenheit, ein bisschen Egozentrik, einen Hauch Außerirdischkeit. Das Bowie-Feeling eben. Stimmlich wie schauspielerisch überzeugend. Das gilt für das ganze Ensemble, Sänger wie Musiker. Beeindruckend auch die drei jungen Frauen Jessica Dauser, Dorothee Weingarten, Wendy Kok, die Newton begleiten als Background-Sängerinnen im doppelten Sinn: Sie gehören auch zum realen Hintergrund seines Lebens.  Sowie Zach (Philipp Trant), Ben (Michael Stark) und Michael (Christian Auer), der auch für die musikalische Leitung verantwortlich ist.  

Begegnungen mit einem Geist 

Ganz intensiv und ab und an auch verstörend sind die Begegnungen Newtons mit  Marley (Irene Eggerstorfer), dem Geist-Mädchen, das auch nicht ohne Hilfe Abschied nehmen kann. Oder der Moment, als sich Assistentin Elly (Eva Patricia Klosowski)  Stück für Stück in Newtons verlorene irdische Liebe Mary Lou verwandelt.

Eine ganz andere Welt verkörpert der ebenso verführerische wie brutale Todesengel Valentine (Richard Peter). Er spielt mit der Zerstörung und  hat Spaß daran. "Valentine's Day" ist sein Lied. Auch ein Song, auf den viele gewartet haben. Wie auf "Heroes". Das geht unter die Haut.  Und zum Schluss gibt's als Zugabe nochmal "Absolute Beginners." Da freut sich nicht nur der eingefleischte Bowie-Fan, zumal jetzt der Sound stimmt.  

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