Schweinfurt

Leserbrief: Wie soll man da auf den ÖPNV umsteigen?

Zum Bericht "Parknot: Was die Stadt dagegen tut" (vom 26. November) erreichte die Redaktion folgender Leserbrief.

Ich bin selbst Mitarbeiter des Leopoldina-Krankenhauses und war über die Äußerungen des Stadtrates doch sehr erstaunt. Warum braucht man für das Offensichtliche einen teuer bezahlten Manager aus Berlin, der ein Mobilitätskonzept in Schweinfurt  vorstellt.

Seit Jahren ist das Parkhaus marode und zum Teil nicht benutzbar, weder für Besucher noch für Mitarbeiter. Die Einfahrt und die Parkbuchten so eng, dass kein Stadtratsmitglied sein Auto dort parken möchte.  Also ist die logische Schlussfolgerung in den Augen der Mitarbeiter, dass man ein neues Parkhaus bauen muss und nicht nur darüber redet und vor allem die Verantwortlichkeit dafür je nach Situation mal der Stadt und mal dem „Leo“ zuschiebt.

Die Mitarbeiter des „Leo“ jedenfalls können nichts dafür. Nicht nur die Anwohner, sondern auch die Mitarbeiter, die zu unterschiedlichsten Uhrzeiten (Schichtarbeiter) an 365 Tagen im Jahr hier ihre Arbeit leisten – mit vielen Überstunden und kurzfristigen Einsätzen (bei Krankheit), leiden unter dieser Situation.

Hr. Rehberger  überrascht mit dem Hinweis, "dass die Mitarbeiter möglicherweise sanften Druck brauchen, um mehr ÖPNV zu nutzen“! Als Mitarbeiter, die zu einem großen Teil außerhalb von Schweinfurt wohnen und manchmal schon um 5 Uhr oder noch früher los müssen oder um 23 Uhr erst fertig sind (weil viel zu tun ist und man dann noch ein oder zwei Überstunden macht), fühlt man sich nicht recht ernst genommen.

Nur ein geringer Prozentsatz der Mitarbeiter arbeitet von 8 bis 16 Uhr und kann den ÖPNV nutzen. Der Rest der Mitarbeiter arbeitet im Schichtbetrieb oder in Bereichen, in denen Spätdienste, Flexdienste (länger bleiben , wenn Arbeit anfällt) oder Überstunden anfallen. Wie man da auf den ÖPNV umsteigen soll, ist mir ein Rätsel.

Noch dazu war erst vor einigen Monaten ein Artikel im Tagblatt, der die schlechte Anbindung einzelner Stadtteile nach 21 Uhr durch den ÖPNV anmahnte. Wenn man zum Beispiel zum Frühdienst von der Eselshöhe zum „Leo“ fahren will, kann man erst um 6.30 Uhr seinen Dienst antreten. Aber vielleicht können wir die Dienstzeiten im „Leo“ an den Fahrplan des ÖPNV anpassen, wäre auch ein Vorschlag den man diskutieren könnte.

Und zu guter Letzt, es wird immer von Ärzte und Pflegemangel gesprochen, von Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterbindung, da wäre ein Parkhaus mit Mitarbeiterparkplätzen schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung.  Letztlich wirbt das „Leo“ in jeder Stellenausschreibung auch mit dem (maroden) Parkhaus!

Dr. Jessica Körber
97422 Schweinfurt

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