Schweinfurt

Leserforum: Bodenlose Heuchelei seitens der Politik

Zum Artikel "Wenn das Leben verspielt wird" vom 10. Oktober erreichte die Redaktion folgender Leserbrief.

Glücksspiele und die leider häufig damit verbundenen Risiken oder gar persönlichen, familiären Katastrophen sind nicht nur für die Betroffenen ein Thema. Das hat die Diakonie mit ihrem Aktionstag zur Aufklärung und Vorbeugung durch meinen früheren Schuldnerberater-Kollegen Stefan Glos deutlich aufgezeigt. Die Frage sei erlaubt, wer bei diesen "Spielen" die eigentlichen Gewinner sind?

Die verschiedenen gewerblichen Akteure als Anbieter dürfen massiv Werbung machen, der Staat als Monopolist für die Zulassungen und die sogenannte Aufsicht zockt mit ab und das ohne Gewissensbisse. Die Spielsteuern sind eine wesentliche Einnahmequelle und sollen es auch bleiben, denn ohne die Zustimmung – das heißt ohne Steuer darauf – des Staates dürfen keine Glückspiele nebenher durchgeführt werden. In einem Jahresbericht für staatliche Spielbanken ist mir das Jammern seitens des Finanzministeriums noch in Erinnerung, dass die Bad Kissinger Spielbank "nur" 21 Millionen Euro Gewinn hatte.

Ich halte es auch hier für bodenlose Heuchelei seitens der Politik, wenn bei allen Formen des Glücksspiels auf die Gefahr zur Sucht hingewiesen wird und gleichzeitig fast triumphal die Einnahmen aus diesen mancherorts üblen Geschäften veröffentlicht werden. Insofern wird wohl beim Thema Sucht bei Glücksspielen kein schnelles Ende zu erwarten sein. Wie bei Zigaretten oder Alkohol. Solange es Steuern darauf gibt, ist alles "legal" und ordnungsgemäß, sagen Politik und Behörden. Nur die menschlichen Leiden für Betroffene, für Angehörige, für Krankenkassen bleiben auch.

Helmut Brand
97456 Hambach

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