Leserforum: Bündnis für Menschlichkeit

Zu „Drei neue Unterkünfte für Flüchtlinge“ vom 24. September:

Auch bei uns in Dingolshausen leben seit Sommer asylsuchende Familien aus Tschetschenien. Die Menschen sind ausgesprochen freundlich, offen und hilfsbereit. Wir haben dafür gesorgt, dass die Erwachsenen Deutschunterricht erhalten, die Kinder besuchen den Unterricht und lernen die deutsche Sprache schneller als ihre Eltern.

Die Betreuung durch Sozialarbeiter der Diakonie reicht nicht aus. Die Mitarbeiter tun, was sie können, aber es ist vielfältige Hilfe notwendig: beim Einkaufen, bei Behördengängen, bei Arztbesuchen, dabei, die deutsche Mentalität zu verstehen, dabei, nicht vom Heimweh überwältigt zu werden, und dabei, nach häufig schlimmen Erlebnissen innerlich zur Ruhe zu kommen.

Wir haben das Bündnis für Menschlichkeit Dingolshausen gegründet, die Unterstützung durch die Bevölkerung ist überwältigend. Wir haben uns auf die fremden Menschen eingelassen und erleben sie als Bereicherung unserer Dorfgemeinschaft. Wir raten allen, die asylsuchende Menschen bei sich wohnen haben: Gehen Sie auf diese Menschen zu und sprechen Sie mit ihnen, am Anfang mit Händen und Füßen. Sie werden erleben, dass die Menschen froh sind über jedes gute Wort und dankbar für jedes Lächeln, das ihnen das Gefühl gibt, nicht abgelehnt zu werden.

Was aber leider in Ihrem Bericht nicht stimmt, ist folgendes: Polen wird zwar „sicheres Drittland“ der EU genannt und deshalb werden asylsuchende Menschen dorthin wieder zurückgeschoben. Fragen Sie aber bei Pro Asyl, Amnesty International oder der Gesellschaft für bedrohte Völker nach, erhalten Sie die Auskunft, dass Polen kein „sicheres Drittland“ ist, wenn es um Asyl geht. Die Verhältnisse in den Auffanglagern sind ähnlich katastrophal wie in Griechenland (auch ein EU-Land). Dorthin wird nicht mehr abgeschoben.

Sigrid Fessel-Walter 97497 Dingolshausen

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