Leserforum: Kranz oder Baum ist egal

Zum Artikel „Christbaum empört die Schwebheimer“ vom 29. November im Schweinfurter Tagblatt:

Konnte man bisher kaum Fehler in der Amtsführung des neuen Bürgermeisters Volker Karb finden, so sucht man sie neuerdings in Partei und Religion – und findet das C in CSU. Es steht für christlich. Ein Weihnachtsbaum in der Adventszeit scheint aber für einige Schwebheimer unchristlich und kommerziell zu sein.

In den letzten sieben Jahren schmückte ein Adventskranz den Schwebheimer Plan. Manche haben das akzeptiert, manche haben ihn liebgewonnen und für viele ist er fast schon zur Gewohnheit geworden. Jedoch verstehe ich unter Tradition etwas anderes.

Im alten Rom schmückte man zu Festtagen die Häuser und Plätze mit Lorbeerkränzen, im Ursprungsland des Christentums waren es Palmzweige. Uralte Bräuche also, wohingegen ein siebenjähriger Brauch wie eine Farce wirkt. Ein echter Wichernscher Adventskranz aus einem alten Wagenrad mit 20 kleinen roten und vier großen weißen Kerzen wäre vielleicht die Lösung – das hat Tradition und kostet nicht 1000 Euro.

Der Baum sehe nach Kommerz aus, heißt es in dem Artikel. Der Baum steht vor einer Kirche, ohne Preisschilder und Werbegedöns aus dem Hintergrund, als christliches Symbol für die Weihnachtszeit. Er zeigt ebenso wie ein Adventskranz, dass durch die Geburt Christi Licht in die Welt gekommen ist. Wenn man dieses Zeichen missdeutet, verweilt man möglicherweise zu oft in Warenhäusern, wo übrigens auch Adventskränze hängen.

Ob Baum oder Kranz bleibt egal wenn man die Symbolik richtig verstehen will. Bezahlt werden müssen beide, sofern man beide aufstellt. Wenn nur ein Baum gestellt wird, spart man 1000 Euro für das Binden des Kranzes. Was ist nun kommerzieller? Meines Erachtens nicht die Lösung des Schwebheimer Bürgermeisters, zudem war der Baum ein Geschenk. Wenn allerdings Schwebheims Alleinstellung durch den fehlenden Adventskranz verloren ginge, dann frage ich mich ernsthaft, ob nicht ganz andere, vielleicht sogar christliche Werte die Attraktivität der Gemeinde steigern und somit die Alleinstellung ausmachen sollten.

In dem Artikel war zu lesen, dass auch die Kirchenmitglieder Anstoß nahmen. Welche denn? Bekennende Christen oder nur Kirchgänger? Es sollte jeder für sich erst prüfen, ob er selbst immer christlich denkt und handelt und nicht seine Mitmenschen an den Pranger stellen. Denn genau das ist meines Erachtens sehr unchristlich.

Ich jedenfalls freue mich, in einer Gemeinde leben zu dürfen, in der man besonders in der Weihnachtszeit an die Bürger denkt, ob mit Kranz oder Baum ist mir egal.

Klaus Wächtler 97525 Schwebheim

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