Leserforum: Lernen aus der Vergangenheit

Zu: Wie Parasiten das Wirtschaftswunder ermöglichten vom 11. Juli:

Besser wäre gewesen, mehr Einheimische, die nicht ihre Heimat verlassen mussten, diesen Vortrag zugänglich zu machen. Das hätte bereits vor Jahrzehnten gemacht werden sollen, als der „Hauch des Vergessens“ über Schulen und Menschen gebreitet wurde und das Wirtschaftswunder als wichtiger erachtet wurde. Die Ausstellung – 70 Jahre nach Kriegsende im Konferenzzentrum auf der Maininsel – sollte für breitere Schichten der Bevölkerung Anlass sein, sich zu informieren. Diese Ausstellung kann nicht die Emotionen der Vertriebenen vermitteln. Nach Kriegsende oft verstreut angesiedelt, in Bunkern, Heimen, Baracken, Auffanglagern und auf dem Land untergebracht, mussten die Vertriebenen mit ihren Gefühlen selbst ins Reine kommen, was körperliche, aber auch seelische Leiden zur Folge hatte. Es lief nicht alles zum Vorteil derer, die als „Kartoffelkäfer“ und als „faule Parasiten“ bezeichnet wurden. Neid schlug so manchem Vertriebenen entgegen, wenn er schnell zu Arbeit und Wohlstand kam.

Kriege und Terror sind Schuld, dass heutzutage Millionen Menschen auf der Flucht sind. Die Politik und die Verantwortlichen in Städten und auf dem Land sind gefordert, allen Bürgern ein vertieftes Wissen darüber nahezubringen, welche Folgen Flucht und Vertreibung haben. Sehr gerne wären die einstmals Vertriebenen in ihrer Heimat geblieben.

Horst Kurfürst 97424 Schweinfurt

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