SCHWEINFURT

Luftballons für Akzeptanz

Blick in eine akzeptierte Zukunft: Beim Rainbow-Flashmob, einer Aktion gegen Homophobie, lassen Homosexuelle, deren Fami... Foto: Laszlo Ruppert
Eifrig füllen sie Gas in kunterbunte Luftballons, kritzeln ihre ganz persönlichen Statements auf Kärtchen. „Ich bin geil und das ist gut so“, schreibt eine junge Frau und zitiert damit Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit, der schwul ist und dazu steht. Denn genau das tun sie, die 30 Schwulen und Lesben, die sich an diesem Tag auf dem Schillerplatz treffen, um zum Internationalen Tag gegen Homophobie ein Zeichen für mehr Toleranz in der Gesellschaft zu setzen.
Luftballons für Akzeptanz - Rainbow-Flashmob der Schwulen und Lesben am 17. Mai in Schweinfurt. Video: Kristina Aytemur
Luftballons für Akzeptanz - Rainbow-Flashmob der Schwulen und Lesben am 17. Mai in Schweinfurt. Video: Kristina Aytemur

„Wir wollen mehr Akzeptanz für Schwule, Lesben und Transsexuelle“, sagt Sabi, die den Stammtisch „Queer“ für Homosexuelle mit ins Leben gerufen hat. Sie ist auch Mitglied bei „Toleranz Fabrik“, einem Verein, der zusammen mit „Queer“ die „Aktion gegen Homophobie“ organisiert und auf der Internetseite „Facebook“ dazu aufgerufen hat. Nicht zufällig findet der „Flashmob“ am 17. Mai statt: 1990 beschloss die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation an diesem Tag, dass Homosexualität nicht mehr eine psychische Krankheit ist. Ein großer Schritt, dennoch sind sich alle auf dem Schillerplatz einig: Diskriminierung gibt es heute noch! Selbst von Familie und Freundeskreis werde Homosexualität bislang häufig nicht akzeptiert. Und von der Gesellschaft schon gar nicht: Immer wenn sie mit einer Frau Händchen haltend durch die Fußgängerzone geht, wird sie komisch angeschaut, erzählt eine Homosexuelle, die erst vor kurzem geheiratet hat. Sabi fordert, dass die Ehe ihrer Freundin endlich auch als Ehe als solche gelte und sie und ihre Frau die gleichen steuerlichen Vergünstigungen erhalten wie ein heterosexuelles Paar. Gleichheit für alle eben, steht ja auch im Grundgesetz. Um kurz nach 19 Uhr, als alle Luftballons gefüllt und alle persönlichen Botschaften aufgeschrieben und drangehängt sind, ist es soweit: Auf Kommando lassen die Teilnehmer der Aktion – auf dem Schillerplatz in Schweinfurt und an vielen anderen Orten der Welt – ihre Ballons nach oben steigen. Ein Meer an Farben wirbelt zum Himmel. Die Schwulen und Lesben blicken nach oben und hoffen, dass ihr Wunsch nach mehr Akzeptanz erfüllt wird. Infos: www.toleranzfabrik.de

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