GEROLZHOFEN

Märchentheater der besonderen Art

Mit Spontanität, Charme und Begeisterung überzeutge das inklusive Theaterprojekt mit dem Stück „Das Eselein“ das Publikum im voll besetzten evangelischen Gemeindezentrum. Foto: Gudrun Theuerer

Wie schafft man es eigentlich, sein Publikum so einzubinden und zu fesseln, dass es am Ende einer Veranstaltung kaum noch eine Grenze zwischen Akteuren und Zuschauern zu geben scheint?

Zur Beantwortung dieser Frage muss man eigentlich nur eine Vorführung des inklusiven Theaterprojektes besuchen, bei der man sich der Spontanität, dem Charme und der Begeisterung der Akteure nicht entziehen kann.

Für ihr zweites Märchenprojekt hatte sich die Kooperation aus „Offene Behindertenarbeit Schweinfurt“ (OBA), dem „kleinen Stadttheater Gerolzhofen“ und dem „Kulturforum Gerolzhofen“ das Märchen der Gebrüder Grimm „Das Eselein“ ausgesucht. Ein Märchen das sich auf viele Situationen übertragen lässt und auch für die heutige Zeit zahlreiche Denkanstöße bietet.

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Unterschiedliche Stärken vereint

Silvia Kirchhof vom kleinen Stadttheater, Birgid Röder vom Kulturforum und Reinhold Stiller von der OBA freuten sich über das volle Haus im Evangelischen Gemeindezentrum von Gerolzhofen und betonten in ihrer Begrüßung die Wichtigkeit von Projekten wie diesem, bei denen sich Menschen mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam mit ihren unterschiedlichen Stärken und Persönlichkeiten einbringen können. Dies tut gut und schafft Selbstwert.

Mit wenig Worten aber dafür umso stärkeren Bildern erzählte das Ensemble rund um Märchenpädagogin Brigitte Klinkel, Silvia Kirchhof und Monika Freiberger vom Kleinen Stadttheater Gerolzhofen sowie Ingrid Licha von der OBA des Diakonischen Werkes die Geschichte eines Königssohns, der in der Gestalt eines Esels geboren wird. Von seiner Mutter aufgrund seines Aussehens verstoßen, wird er auf Befehl seines Vaters dennoch als Prinz erzogen und lernt mit viel Fleiß das virtuose Spielen auf der Gitarre.

Als er aber eines Tages zufällig sein eigenes Spiegelbild erkennt, verlässt er das Zuhause und zieht mit seinem treuen Begleiter umher. Auf seinem Weg verzaubert er mit seinem Spiel einen alten König der ihn daraufhin auf sein Schloss einlädt. Als der Königssohn aber aus Heimweh das Schloss wieder verlassen will, versucht ihn der König mit Gold, Schmuck und sogar dem halben Königreich zu halten. Aber erst die Hand der schönen Königstochter kann den Prinzen dazu bewegen zu bleiben. Er heiratet sie und als er nachts immer seine Eselshaut ablegt und zum Menschen wird, lässt der König die Haut eines Tages verbrennen. Verschreckt möchte der Prinz fliehen, aber der König kann ihn überreden zu bleiben und überlässt ihm die Hälfte seines Königreiches.

Für den krönenden Abschluss mit Happy End hatte sich das Ensemble etwas ganz Besonderes ausgedacht. Auf Zuruf des Zeremonienmeisters spielte Diener Daniel Karg auf seiner Trompete das Frankenlied. Dies tat er so mitreißend, dass niemand auf eine gemeinsame Zugabe mit dem klatschenden und singenden Publikum verzichten wollte.

Und als ganz am Ende, nach Vorstellung der Mitwirkenden, die Begleitmusik für den Auszug kurzfristig fehlte, zeigte sich noch einmal der besondere Charme dieser Theateraufführung. Spontan spielte Daniel Karg unter Beifall und Gesang des Publikums noch einmal mehrere Strophen des Frankenlieds, zu dem die gutgelaunten Akteure die Bühne und die Besucher diese besondere Veranstaltung verließen.

Darsteller beim Märchentheaterprojekt: Peter Beck, Steffen Berger, Christine Kummer, Monika Fritz, Doris Geisler, Daniel Karg, Svenja Niklaus, Steffi Lembke, Gerda Mengler, Anita Rauh, Robert Rüth, Anita Schröder, Rita Spiegel, Inge Stöcklein, Carolin Weippert

Technik: Klaus Müller

Flyer und Plakate: Gertrud Weule

Gestaltung „Eselein“: Ellen Schmitt

Verantwortlich: Brigitte Klinkel, Silvia Kirchhof, Ingrid Licha, Monika Freiberger

ONLINE-TIPP

Mehr Bilder unter www.mainpost.de/schweinfurt

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