Schweinfurt

Main-Rhön: Arbeitslosenzahl stieg nur leicht

In der Regel steigt mit Winterbeginn die Arbeitslosenzahl in der Regel deutlich an. Von November auf Dezember war dies im abgelaufenen Jahr nicht der Fall. Das hat einen Grund.
Ende 2019 ist der regionale Arbeitsmarkt "eingetrübt", nach wie vor aber robust, meint die Agentur für Arbeit Schweinfurt. Das milde Winterwetter verhinderte einen deutlicheren Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember. Foto: Stefan Sauer

Im Dezember 2019 waren in der Region Main-Rhön 7293 Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Arbeitsagentur Schweinfurt in ihrem Monatsbericht mitteilt. Aufgrund des milden Winterwetters sei die Arbeitslosigkeit nur leicht angestiegen. Im Vergleich mit dem Monat November wurden demnach 165 Erwerbslose mehr gezählt. Betroffen davon waren zum größten Teil Männer. Bei diesen stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 188 an. Grund laut Arbeitsagentur:  In den witterungsabhängigen Berufen sowie der Herstellung und Fertigung arbeiten vorwiegend Männer. Bei den Frauen sank die Arbeitslosenzahl um 23 Personen. Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum November mit 2,9 Prozent unverändert.

Arbeitsmarkt "robust trotz Eintrübung"

„Neben der weiterhin robusten konjunkturellen Situation hat auch die sehr milde Witterung im Dezember zu diesem geringen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat beigetragen. Ein Wintereinbruch hätte sicher zu mehr Arbeitslosmeldungen und somit Zugängen in die Arbeitslosigkeit, vor allem aus den witterungsabhängigen Berufsgruppen, geführt", meint Walter Seit, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt.

 Verglichen mit dem Vorjahr stelle sich die Situation ähnlich dar, heißt es im Monatsbericht weiter. Im Dezember 2018 seien 418 arbeitslose Menschen weniger gezählt worden. Die Arbeitslosenquote lag um 0,1 Prozentpunkte niedriger bei 2,8 Prozent. Seit wertet das abgelaufene Jahr als eines, das "in unserer Region einen robusten Arbeitsmarkt vorwies, trotz einer leichten Eintrübung bei der Nachfrage nach Arbeitskräften“.

Helfertätigkeiten als Einstieg?

Der Anteil Geflüchteter an der Zahl aller Arbeitslosen beträgt zum Jahresschluss 8,5 Prozent, das sind 620 Menschen mit Fluchthintergrund, drei mehr als im November. Im Vorjahr waren 546 geflüchtete Menschen arbeitslos gemeldet – 7,9 Prozent aller Arbeitslosen. Die Einstiegsmöglichkeiten in den Arbeitsmarkt seien derzeit gut, so Seit. Knapp die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse bei Personen aus den acht wichtigsten Asylherkunftsländern sei im Helferbereich angesiedelt. Helfertätigkeiten würden von vielen Geflüchteten angestrebt, da sie auf diese Weise relativ schnell Geld verdienen könnten. Wenn dies mittelfristig als Einstieg diene, eine Fachkrafttätigkeit zu erreichen, werde sowohl die Nachfrage nach Fachkräften bedient, als auch Risiko, arbeitslos zu werden, minimiert“.

Die Unterbeschäftigung (offiziell Arbeitslose plus die Arbeitssuchenden in Maßnahmen oder im Krankenstand) war im Vormonats- wie Vorjahresvergleich im Bereich Main-Rhön "nahezu unverändert", so die Arbeitsagentur. Im Vergleich zum Dezember 2018 stieg sie um 0,2 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent. Die Kurzarbeit stieg erneut leicht um acht gemeldete Betriebe auf nunmehr 69, sowie um 76 auf 1819 betroffene Arbeitnehmer. Vor allem im Vergleich zum Vorjahr ist der Anstieg gravierend. Im Dezember 2018 hatten lediglich 14 Betriebe für 128 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt.

Nachfrage deutlich abgeschwächt

Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei deutlich abgeschwächt, heißt es weiter. 2019 wurden der Arbeitsagentur 10 104 offene Stellen gemeldet – 1037 oder 9,3 Prozent weniger als 2018. Jobsuchende konnten im Dezember auf einen Bestand von 4344 freien Stellen zugreifen – 236 Stellen weniger als im Vormonat sowie 993 Angebote (18,6 Prozent) weniger als im Dezember 2018.

„Nach einem Jahr, welches geprägt war von Unsicherheiten wegen Brexit und globalen Handelskonflikten, ist für den regionalen Arbeitsmarkt in 2020 voraussichtlich keine durchgreifende Trendwende zu erwarten. Allerdings profitieren wir unter anderem noch von der Zuwanderung, durch welche die Beschäftigung auch in 2020 leicht ansteigen wird, da gerade Boombranchen, wie Pflege und Erziehung, nicht von der konjunkturellen Lage abhängig sind“, resümiert der stellvertretende Leiter der Arbeitsagentur Schweinfurt.

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