Schweinfurt

Main-Rhön: "Sommerpause am Arbeitsmarkt"

Eine Auszubildende zum Schweißer: Vor allem Jugendliche, die ihre Ausbildung beenden, sind oft bis zur Einstellung im Herbst erwerbslos, wodurch die Arbeitslosigkeit in der Region leicht steigt. Foto: Oliver Berg/dpa

Der Arbeitsmarkt der Region Main-Rhön habe sich bis zuletzt sehr günstig entwickelt, teilt die Agentur für Arbeit Schweinfurt in ihrem aktuellen Bericht über den Monat Juli mit: "Allerdings ließ die Dynamik saisonüblich auf sehr hohem Niveau etwas nach." Im Juli waren demnach in der Stadt Schweinfurt und den Landkreisen Schweinfurt, Haßberge, Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld 7385 Menschen arbeitslos gemeldet - 254 Personen mehr als im Vormonat.

Die Arbeitslosenquote lag mit 3,0 Prozent geringfügig um 0,1 Prozentpunkte höher als im Juni. Im Vorjahresmonat lag die Arbeitslosenquote in der Region dagegen mit 2,7 Prozent noch deutlich niedriger. Für diese Jahreszeit sei ein moderater Beschäftigungsrückgang nicht ungewöhnlich, so Agenturchef Thomas Stelzer, unter anderem, weil Jugendliche ihre Ausbildung beenden und teilweise Einstellungen in den Betrieben bis in den Herbst zurückgestellt würden.

Weiter wenig Kurzarbeit

Die Kurzarbeit bleibt auf niedrigem Niveau. Die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit angemeldet hatten, sank leicht von 25 auf 23 und die Zahl der betroffenen Personen um 42 auf 441 Arbeitnehmer. Vor einem Jahr hatten elf Betriebe mit 76 Beschäftigten Kurzarbeit angezeigt. Auf dem Arbeitsmarkt gebe es Monat für Monat viel Bewegung, heißt es in dem Bericht weiter. Dies spiegelte sich im Zugang aus Beschäftigung und bei den Arbeitsaufnahmen wider. Im Juli meldeten sich 670 Menschen in Erwerbstätigkeit ab. Die Zugänge aus Erwerbstätigkeit in die Arbeitslosigkeit lagen mit 876 Personen merklich höher.

Die so genannte Unterbeschäftigungsquote bleibt im Vergleich zum Juni unverändert bei 4,1 Prozent. Diese Quote neben den Arbeitslosen auch jene Personen ohne Arbeit in Weiterbildungen sowie Selbständige, die mit einem Gründungszuschuss gefördert werden und daher definitorisch nicht als arbeitslos gelten. 10 391 Menschen waren im Juli von Unterbeschäftigung betroffen, 180 mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat wurden 525 Personen mehr verzeichnet. Im Juli 2018 lag die Quote demnach noch bei 3,9 Prozent.

Der Markt benötigt Arbeitskräfte

Die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge blieb mit 650 in der Region praktisch unverändert. Sie machen 8,8 Prozent aller gemeldeter Arbeitslosen aus. Ein Arbeitsplatz sei nicht nur wichtig, um sich eine Existenz aufzubauen, sondern auch ein wichtiger Schritt für die gesellschaftliche Integration, so Agenturchef Stelzer. Deshalb müssten Menschen mit Fluchthintergrund bezüglich Ausbildung oder beruflicher Weiterbildung gefördert werden. Denn der "Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön benötigt in fast in allen Branchen dringend Arbeitskräfte“, so Stelzer.

Bewerber für Ausbildungsstellen hätten kurz vor Ausbildungsbeginn noch sehr gute Chancen, heißt es weiter. 545 Personen seien im Juli noch auf Lehrstellensuche gewesen, 41 oder 8,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Sie hatten die Wahl zwischen 1399 unbesetzten Stellen. Damit standen im Juli rein rechnerisch jedem jungen Menschen ohne Ausbildungsstelle 2,6 offene Stellen zur Verfügung. In nahezu allen Branchen habe es im Juli eine Vielzahl freier Ausbildungsplatzangebote gegeben - in der Produktion und Fertigung mit 1311 Stellen, in den Branchen kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb und Tourismus mit 904 Plätzen, in der Baubranche mit 567 Angeboten, sowie in den Bereichen Verwaltung, Recht oder Buchhaltung Unternehmensorganisation mit 536 Stellen.

Tendenz: Günstig, aber verhalten

„Bisher profitiert die Region Main-Rhön von den langanhaltenden guten konjunkturellen Bedingungen", meint der Chef der Arbeitsagentur. In der Tendenz werde eine eher günstige, aber verhaltene Entwicklung am regionalen Arbeitsmarkt erwartet. Und: "Momentan scheint es, dass das Beschäftigungswachstum durch knapper werdendes Arbeitskräftepotential begrenzt wird.“

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