Schweinfurt

Main-Rhön: Winter erhöht Arbeitslosigkeit

Den Anstieg der Arbeitslosenzahl im Januar in der Region Main-Rhön erklärt die Arbeitsagentur als witterungsbedingt und saisonüblich. Ein Grund kommt noch hinzu.
Vor allem Männer seien von saisonaler Winterarbeitslosigkeit betroffen, da diese besonders oft in Außenberufen – etwa auf dem Bau – arbeiten, sagt die Arbeitsagentur Schweinfurt. Foto: Andreas Arnold/dpa

"Die kalte Jahreszeit ließ die Arbeitslosigkeit saisonbedingt ansteigen", steht über dem Januarbericht der Agentur für Arbeit Schweinfurt. Die insgesamt positive Entwicklung des Vorjahres pausiere gerade. Im Januar waren laut der Statistik in der Region (Stadt und Landkreis Schweinfurt und die Landkreise Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und Haßberge) 8395 Menschen arbeitslos gemeldet – 1102 Personen oder 15,1 Prozent mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote stieg von 2,9 Prozent im Dezember auf 3,4 Prozent im Januar. Gegenüber dem Vorjahr gab es kaum Veränderung. Im Januar 2019 lag die Arbeitslosenquote bei 3,2 Prozent. Damals wurden 7974 Arbeitslose gezählt – 421 Personen weniger.

Kurzarbeit steigt weiter

"Witterungsbedingte Entlassungen und das Ende des Weihnachtsgeschäftes sind laut Arbeitsagenturchef Thomas Stelzer Faktoren, die sich "als übliche saisonale Komponente auswirken und die Arbeitslosenzahlen spürbar ansteigen lassen." Ein weiterer Grund kommt hinzu: auslaufende befristete Arbeitsverträge. Überwiegend seien Männer von der Winterarbeitslosigkeit betroffen, da diese oft in Außenberufen arbeiteten, heißt es.

Die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit angemeldet hatten, stieg um zwei auf 71 mit insgesamt 2404 Arbeitnehmern – 585 mehr als im Dezember. Vor einem Jahr lagen die Zahlen deutlich niedriger. Im Januar 2019 hatte lediglich 20 Unternehmen für 454 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr "ein deutlicher Anstieg", so Stelzer. Besonders betroffen sei die Automobil- und Zuliefererindustrie, Kraftwagen, Kfz-Teile und Metallerzeugnisse herstellt, sowie der Maschinenbau. Das Ausmaß des Arbeitsausfalls pro Kopf sei daraus noch nicht erkennbar. Die Zahl der ausgefallenen Stunden, für die Kurzarbeitergeld als Ausgleich gezahlt wird, hänge letztlich immer von der ganz aktuellen Auftragslage des jeweiligen Betriebes ab.

Dämpfer für den Arbeitsmarkt 

Auch die "Unterbeschäftigung" – die Zahl der Arbeitslosen plus jene, die in Fördermaßnahmen sind oder wegen Krankheit nicht mitgezählt werden – ist im Januar gestiegen. 11 342 Betroffenen wurden in der Region gezählt – 900 mehr als im Dezember und 427 Personen mehr als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigungsquote stieg um 0,4 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent. Im Vorjahresmonat lag sie noch bei 4,3 Prozent.

Für den Monat Januar meldet die Arbeitsagentur Schweinfurt gestiegene Arbeitslosen- Unterbeschäftigungszahlen für die Region Main-Rhön. Foto: Stefan Sauer

Die Zahl der offenen Stellen blieb im Januar auf hohem Niveau, heißt es weiter. Mit 4272 Arbeitsangeboten sank der Stellenbestand im Vergleich zum Vormonat lediglich um 72 Stellen (minus 1,7 Prozent). „Allerdings hat die Entwicklung des regionalen Arbeitsmarktes einen Dämpfer durch die internationalen Handelsstreitigkeiten und die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit erhalten", meint der Arbeitsagenturchef. Die Wirtschaft sei zuletzt kaum gewachsen, die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern habe "auf hohem Niveau nachgegeben“. Der aktuelle Stellenbestand liege um 976 Stellen niedriger – ein Minus von 18,6 Prozent.

Steigt die Arbeitslosigkeit an?

Nach einer der längsten Aufschwungphasen (seit 2010) mit kräftigem Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und sinkender Arbeitslosigkeit sieht Stelzer Anzeichen, dass die Arbeitslosigkeit dieses Jahr leicht steigen könnte: frühzeitige Arbeitssuchendmeldungen und der wachsende Beratungsbedarf zur Kurzarbeit. Dem wirke der Fachkräftemangel in vielen Branchen entgegen. Unternehmen aus konjunkturunabhängigen Branchen wie der öffentlichen Verwaltung, dem Gesundheits- und Sozialwesen, Unterricht und Erziehung sowie der Dienstleistungsbranche würden sich "weiterhin zunehmend knappe Arbeitskräfte sichern“, so Stelzers Einschätzung.

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