Schweinfurt

Maximilian Seitz: Was der Blogger von manchem Influcencer hält

Mode hat den 23-Jährigen schon immer begeistert. Mit ihr ist er bekannt geworden, vor allem in den Sozialen Medien. Zu einer Zeit, als von Influencern noch keine Rede war.
Maximilian Seitz beim Influencer-Talk des Mobile Media Day 2018 in Würzburg. Geboren und aufgewachsen ist Seitz in Schweinfurt, heute lebt und arbeitet er als Designer und Fashion-Blogger in Berlin.

Maximilian Seitz beim Influencer-Talk des Mobile Media Day 2018 in Würzburg. Geboren und aufgewachsen ist Seitz in Schweinfurt, heute lebt und arbeitet er als Designer und Fashion-Blogger in Berlin. Foto: Hendrik Holnäck

Maximilian Seitz war gerade mal 15, als er sein erstes, selbst designtes T-Shirt ins Netz stellte. Damals, auf seinem Facebook-Profil, in Zusammenarbeit mit einem jungen Label. Das war 2012. Den Begriff Influencer gab es damals noch nicht. Doch der junge Schweinfurter war auf dem besten Weg dorthin. Die Liste derjenigen, die ihm auf seinem Facebook-Profil folgten, war lang. Sein Thema: das, was er schon immer liebte – die Mode. Und irgendwann, so sagt Seitz, kamen die ersten Anfragen von Firmen, ob er ihre Produkte auf seiner Seite präsentieren könnte.

So wurde aus Maximilian Seitz, dem Azubi im Einzelhandel, der Modeblogger und Influencer Maximilian Seitz – und der Jungdesigner. Wenige Monate nach dem ersten selbst designten Shirt gründete der Schweinfurter sein eigenes Modelabel. Vertrieben wurden die Entwürfe online, im Einzelhandel, geworben wurde natürlich in den sozialen Medien, auf Facebook, auf Instagram. Dort ist er bis heute aktiv, hat zusammengerechnet 100 000 Fans. Das ist eine gute Marke, wenn auch weit entfernt von dem, was die größten Influencer Deutschlands haben.

Als Jungunternehmer breit aufgestellt

Doch darum geht es auch nicht. "Mir war es nie wichtig, das größte Profil in irgendeinem Netzwerk zu haben. Ich wollte meine Messages einfach in die Welt verteilen und Spaß haben", sagt der 23-Jährige, der inzwischen in Berlin wohnt und arbeitet. Maximilian Seitz hat sich breit aufgestellt, legt Wert auf den Mix aus der Arbeit als Blogger, Influencer und Designer, wird von großen Marken als Gesicht für Werbekampagnen gebucht, arbeitet als Mode-Kritiker, Moderator und vertreibt seine eigene Mode.  Seit kurzem im neuen Online-Shop auf seiner Homepage, über den eine erste Kollektion seiner neuen Marke Masé vertrieben wird. Wie Seitz sagt, "bezahlbarer, aber extravaganter Streetstyle".

140 Teile umfasst die erste Kollektion, Seitz und sein Team arbeiten schon an der nächsten. Die Stücke sind aus 100 Prozent organischer Baumwolle, vieles, aber nicht alles wird in Europa hergestellt. Langfristig denkt Seitz an eine Ausweitung des Shops auf Fashion- und Livestyle-Produkte andere Marken.

"Wichtig ist mir, dass ich zu 100 Prozent hinter dem Kooperationspartner stehen kann."
Influencer Maximilian Seitz wählt sorgsam aus, für wen er wirbt und arbeitet.

Seine Zukunftspläne? Demnächst soll die Firma, die bisher ihren Sitz in Schweinfurt hat, ebenfalls nach Berlin umziehen. Geeignete Räume sucht der 23-Jährige noch. Sind die gefunden und bezogen, werde sich auch personaltechnisch einiges ändern, sagt Seitz. Bisher beschäftigt der Jungdesigner Freelancer, also Mitarbeiter auf Honorarbasis. Seit einem Jahr bekommt der Wahl-Berliner auch verstärkt Anfragen von Firmen in Sachen Social-Media-Marketing. Anfragen, die Seitz sorgsam abwägt: "Wichtig ist mir, dass ich zu 100 Prozent hinter dem Kooperationspartner stehen kann."

Nicht jeder aus der Branche tickt so

Nicht jeder in der Branche tickt so, das gibt Maximilian Seitz offen zu. Viele seien "zu oberflächlich, fast schon gierig und stumpf". Trotzdem sei es schade, dass Influencer oder Personen  des öffentlichen Lebens pauschal einen Stempel aufgedrückt bekommen. Wie in der aktuellen Diskussion. Es geht um Werbeaufträge, die Frage, ob Influencer zu Marketing-Schleudern für Firmen verkommen, für alles werben, Hauptsache es bringt Geld. Den Kamm über alle zu scheren, ist nach Ansicht von Maximilian Seitz nicht richtig. Ebenso wenig wie pauschale Aussagen wie "die sollen doch erst mal arbeiten, die haben nichts gelernt".

Stimmt nicht, sagt Seitz, der selbst zehn Stunden täglich arbeitet. Gerne, wie er betont. "Ich bin sehr froh darüber, dass es gut läuft, ich habe mir den Weg selbst ausgesucht" – und das sollten auch andere tun dürfen. Gelernt hat Maximilian Seitz einen ganz normalen Beruf, verwirklicht hat er seinen Traum.

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