SCHWEINFURT

Mehr Umsatz, weniger Gewinn

Das Leopoldina-Krankenhaus liegt inmitten eines Wohngebiets in Schweinfurt. Der Geschäftsführer Adrian Schmucker stellte kürzlich im Hauptausschuss die Bilanz für das vergangene Jahr vor.
Das Leopoldina-Krankenhaus liegt inmitten eines Wohngebiets in Schweinfurt. Der Geschäftsführer Adrian Schmucker stellte kürzlich im Hauptausschuss die Bilanz für das vergangene Jahr vor. Foto: Oliver Schikora

Das Leopoldina-Krankenhaus ist das größte Krankenhaus der Region Main-Rhön: Gut 2000 Mitarbeiter, darunter 230 Ärzte und 900 Pflege- und Funktionskräfte in 18 Abteilungen. 32 650 Patienten wurden 2017 hier stationär behandelt, gut 30 000 ambulant. Auch wenn der Konzern weiter Gewinne ausweist, ist er nicht vor den allgemeinen Entwicklungen im Krankenhausbereich gefeit, wie man beim Bericht von Geschäftsführer Adrian Schmuker im Hauptausschuss feststellen durfte.

Im Vergleich zum Vorjahr liegen die Umsatzerlöse mit 162,1 Millionen Euro für den Konzern um 5,5 Millionen Euro höher. Der Konzern besteht aus der Leopoldina Krankenhaus der Stadt Schweinfurt GmbH, der Medizinisches Versorgungszentrum Leopoldina GmbH und der Leo Service GmbH. Alle drei arbeiten mit Gewinn. Der höhere Umsatz sorgte aber nicht für einen höheren Gewinn. Das Ergebnis nach Steuern beträgt 1,63 Millionen Euro, 2016 waren es 5,59 Millionen Euro. Gleichwohl war das Ergebnis 2015 und 2016 von positiven Einmal- und Nachholeffekten geprägt. Der Gewinn 2017 entspricht den Erwartungen des Wirtschaftsplans, für 2018 wird ebenfalls ein positives Betriebsergebnis im niedrigen Millionenbereich erwartet.

Leichter Rückgang der Patientenzahlen

Im vergangenen Jahr verzeichnete das Krankenhaus zum ersten Mal seit fünf Jahren einen leichten Rückgang der Patientenzahlen. Stationär behandelt wurden 32 650 Personen mit 199 500 Behandlungstagen im Krankenhaus – das waren 650 Patienten weniger. Die Auslastung der Betten ist mit 86 Prozent laut Adrian Schmuker aber „überdurchschnittlich gut im bundesweiten Schnitt betrachtet“.

Wie in vielen Krankenhäusern beobachte man jahreszeitliche Schwankungen der Belegung. Im Winter und Frühjahr diesen Jahres zum Beispiel „waren wir proppevoll“, so Schmuker. Als der Jahrhundertsommer kam, kamen deutlich weniger Menschen ins Krankenhaus. Das ist normal – Operationen, die nicht unbedingt notwendig sind, verschieben Patienten gerne in die kältere Jahreszeit. Obwohl die Zahl stationärer Patienten rückläufig war, stiegen die Erlöse aus Krankenhausleistungen auf 132,3 Millionen Euro.

Dass das Krankenhaus Gewinne ausweise und investieren könne, sei grundsätzlich positiv, so der Geschäftsführer. Er betonte aber, dass die systemimmanente unzureichende Investitionsfinanzierung, die deutschlandweit den Krankenhausbetreibern zu schaffen macht, auch in Schweinfurt die Arbeit erschwert. Frank Firsching (Linke) hatte angesprochen, dass es eine Millionen-Lücke zwischen der staatlichen Förderung und den vom Leo getätigten Investitionen gebe.

Schmuker erläuterte, dass das Krankenhaus, in dem bekanntlich seit Jahren an vielen Stellen gebaut und renoviert wird, in 20 Jahren 50 Millionen Euro an Eigenmitteln investiert habe. Man müsse die verschiedenen Arten der staatlichen Förderung unterscheiden, so Schmuker: „Wir haben massiven Bedarf bei der pauschalen Förderung“, sprich den Mitteln für medizinische Betriebsmittel oder EDV. Wenn man als Krankenhaus einzelne neue Projekte plant, wie zum Beispiel einen neuen Kreißsaal, sei die Einzelförderung des Freistaates aber angemessen.

Hohe Investitionen und mehr Personal

Mit ein Grund für den gesunkenen Gewinn ist die Investition in mehr Personal. In 2017 stockte man von 1220 Vollzeitstellen auf 1310 Stellen auf. Bei der Krankenpflege wurden 50 zusätzliche Kräfte eingestellt, in der Servicegesellschaft 30, was mit Änderungen im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung zu tun hatte. Außerdem wurde der ärztliche Dienst um zehn Stellen aufgestockt – insgesamt stiegen die Kosten für Löhne und Gehälter um 6,5 Millionen Euro auf 84,2 Millionen. Beachtlich ist die Personalausstattung bei der Pflege, die weit besser ist als gesetzlich vorgeschrieben.

Weitere Millionen flossen in Medizintechnik, Notstromversorgung und die Sterilgutversorgung, die auf dem neusten Stand der Technik ist. „Es ist eines der wichtigsten hygienischen Themen in einem Krankenhaus und wir sind da tipptopp“, sieht Schmuker die 2,3 Millionen Euro Investition als gut angelegtes Geld.

SPD-Fraktionschef Ralf Hofmann lobte im Zusammenhang mit dem Personal die Tatsache, dass Schmuker und der Betriebsrat den Streit über die hohe Überstundenzahl der Mitarbeiter (wir berichteten) einvernehmlich gelöst haben. Ein wichtiges Thema für die Stadt, so Hofmann, sei das Schaffen optimaler Rahmenbedingungen, unter anderem beim Thema Parkraum.

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