Schweinfurt

Menschen mit dem Frauenbund eine Heimat gegeben

Würdigung für die "Power-Frau" vom Evangelischen Frauenbund: der amtierende Vorsitzende Jochen Keßler-Rosa, Stellvertreterin Rosemarie Seßner, die neue Ehrenvorsitzende Heike Gröner sowie Dekan Oliver Bruckmann (von links). Foto: Uwe Eichler

"Herbergssuche" nannte sich das Bild, das Dekan Oliver Bruckmann im Gemeindehaus dabei hatte, bei der Adventsfeier des Evangelischen Frauenbunds. In der Friedensstraße stand zwar die Verabschiedung der langjährigen Vorsitzenden Heike Gröner im Mittelpunkt, aber ein großes Thema der Zeit ebenfalls mit im Raum. Gezeigt wurde ein Mann, der seine schwangere Frau auf einem Karren durch eine abweisend wirkende Stadt fährt – eine zeitlose Szene, die auf die Weihnachtsgeschichte ebenso passt wie auf manch ähnliches Schicksal der Neuzeit, auf leidvolle Erfahrungen von Flucht, Vertreibung, Zwangsumsiedlung, Auswanderung, Heimatlosigkeit. Nicht zuletzt um deren Bewältigung hat sich die ehrenamtliche Arbeit von Heike Gröner in Schweinfurt gedreht.

"Macht hoch die Tür, die Tor macht weit": Andrea Balzer und Markus Zitzmann begrüßten musikalisch an Klavier und Saxophon. Diakonie-Chef Jochen Keßler-Rosa, der derzeit mit Stellvertreterin Rosemarie Seßner die Geschicke des Frauenbunds leitet, erinnerte daran, dass der Verein vor genau 95 Jahren gegründet worden ist: als einer der ältesten sozialen und christlichen Verbände der Stadt.

"Sie haben den Frauenbund nicht nur groß gemacht, sie haben ihn für viele Menschen zu einer Heimat werden lassen", stellte Dekan Bruckmann in Richtung von Heike Gröner fest, die 25 Jahre an der Vereinsspitze gestanden hat: mit über 900 Mitgliedern heute der größte Ortsverein des Frauenbunds in Bayern. Zunächst waren es Spätaussiedler aus den GUS-Staaten, später Asylbewerber und Flüchtlinge, für die "Herbergsarbeit" geleistet wurde, so Bruckmann, mit Sprachkursen, Ämtergängen, Arbeitssuche: "Integrationsarbeit vom Feinsten". Nun wurde Gröner zur Ehrenvorsitzenden des Frauenbunds ernannt. Außerdem überreichte ihr Keßler-Rosa das Kronenkreuz mit Ehrenurkunde in Gold, als höchstes Dankzeichen der Diakonie.

"Liebe Heike": Oberbürgermeister Sebastian Remelé bedankte sich ganz persönlich bei seiner CSU-Fraktionskollegin im Stadtrat, als "Gesicht des Frauenbunds", "Dreh- und Angelpunkt des Vereins", "Schafferin", "gute Seele", "helfende Hand". Bereits 2001 gab es die Bundesverdienstmedaille, 2006 die bayerische Sozialverdienstmedaille, 2012 das Bundesverdienstkreuz: "Du wirst hier unvergessen bleiben".

Nicht fehlen durfte der Verweis auf Rolf Gröner, der das Engagement seiner Frau über viele Jahre mitgetragen hat. Katharina Geiger, Landesgeschäftsführerin des Deutschen Evangelischen Frauenbunds, würdigte Heike Gröner als "Vorbild". Den Garten der Begegnung am Oberen Marienbach, Folkloretänze, gemeinsame Ausflüge, etwa nach München: Das verbindet Anna Gradt vom TeamSpirit, der Schweinfurter Jugendgruppe der Russland-Deutschen, mit der "Power-Frau" vom Main. Sie selbst habe ihr sehr viel zu verdanken, als sie im Jahr 2000 in Deutschland "bei Null" habe anfangen müssen. Ganz ähnlich sah es der "Frauenchor Harmonie", der ebenfalls Brücken zwischen Schweinfurtern östlicher wie westlicher Herkunft baut: "als Baby des Evangelischen Frauenbunds", wie es Leiterin Olga Baluyev formulierte. Das herzliche Dankeschön bestand in einem Foto des Chors zusammen mit der Geehrten (die auf der Bühne Platz nehmen durfte) – und natürlich mehreren Liedern, darunter ein "Gloria" und "Die Gedanken sind frei". Es folgte ein Rückblick in Bildern, auf 25 "gute Jahre" mit der frisch gebackenen Ehrenvorsitzenden Heike Gröner.

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