Schweinfurt

Millionen für den ÖPNV erst mit dem Verkehrsverbund

Der Busverkehr innerhalb Schweinfurts ist meist mit einem Fahrschein möglich. Darüber hinaus wird es schwieriger, erst mit dem Verkehrsverbund Mainfranken wird sich das in einigen Jahren ändern. Foto: Julia Haug

Wenn man in Schweinfurt mit dem Stadtbus fährt, kommt man in der Regel mit einer Fahrkarte ans Ziel. Wenn es über die Stadtgrenze hinaus geht, wird das schwieriger, vor allem, wenn nicht nur Busunternehmen, sondern zum Beispiel die Bahn genutzt werden. Eine Fahrt, ein Fahrschein für den ganzen öffentlichen Nahverkehr in Mainfranken: Diesen immer wieder geforderten Wunsch vieler ÖPNV-Kunden will der „Verkehrsverbund Mainfranken“ bis 2022 erfüllen.

Im Stadtrat hatte die SPD-Fraktion den Antrag gestellt, die Stadt solle sich bei der Staatsregierung in München bemühen, dass der städtische öffentliche Personennahverkehr genauso mit Millionen unterstützt wird wie das in München der Fall ist, wo der Freistaat jährlich 35 Millionen Euro dazu gibt. Aufgrund des menschengemachten Klimawandels sei eine ökologische Verkehrswende notwendig. Dass möglichst viele "auf den ÖPNV umsteigen, ist sinnvoll und notwendig", so SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Hofmann 

Die Verwaltung musste die Forderung allerdings zurückweisen. Der Grund ist, dass der Verkehrsverbund Mainfranken erst entsteht. Der Freistaat fördere ab nächstem Jahr über den Mobilitätsfonds alle anderen Verkehrsverbünde in Bayern neben München mit ebenfalls insgesamt 35 Millionen Euro pro Jahr. Gebunden ist diese Zusage daran, dass auch die so genannten Aufgabenträger den gleichen Anteil noch einmal bereitstellen.

Noch gibt es kein Geld aus München

Auf den Verkehrsverbund in der so genannten Region 3 mit Stadt und Landkreis Schweinfurt sowie den Landkreisen Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und Haßberge kommen so 2,8 Millionen Euro jährlich, auf fünf Jahre begrenzt, als Co-Finanzierung zu. Gleichwohl kann die Stadt derzeit nicht von den Geldern aus München profitieren, da sie noch kein Mitglied eines Verkehrsverbundes ist, so Finanzreferentin Anna Barbara Keck. Deshalb "läuft auch die Forderung an die Staatsregierung auf mehr Unterstützung ins Leere, weil die Stadt derzeit nicht die Voraussetzungen für eine Förderung aus dem Mobilitätsfonds erfüllt", so Keck.

Sie verweis darauf, dass man mitten in dem "komplexen Verfahren" stecke, den Zusammenschluss zu einem Nahverkehrsverbund zu bewerkstelligen. Im Moment arbeitet man daran, die notwendige ausführliche Fahrgasterhebung vorzubereiten, um danach ein einheitliches Tarifsystem zu schaffen. Erst im Sommer 2022 könnte der Start für den gemeinsamen Verkehrsverbund sein. Die bisherigen Verkehrsverbünde Mainfranken (Stadt und Kreis Würzburg) und Landkreise Main-Spessart und Kitzingen sollen im neuen Großkonstrukt gemeinsam mit Main-Rhön mit dann einer Million Menschen und 7000 Quadratkilometern aufgehen. Es wäre der drittgrößte Verbund in Bayern.

Keck erklärte, der Freistaat nehme sich nicht aus der Verantwortung, da der Aufbau des Nahverkehrsverbundes mit allen notwendigen Studien und Erhebungen mit bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst wird. 

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