Schweinfurt

Millioneninvestition an der Kläranlage: Neubau für Labor

Für 4,5 Millionen Euro soll an der Oberndorfer Kläranlage ein zweistöckiger Neubau entstehen. Warum der notwendig ist und trotzdem weitere Sanierungen anstehen.
Einen Neubau für das Labor der Kläranlage in Oberndorf soll es in den nächsten Jahren geben. Er wird rechts neben dem bisherigen Funktionsgebäude (Bildmitte unten) entstehen. Foto: Stadtentwässerung Schweinfurt

Seit 60 Jahren gibt es die Kläranlage der Stadt Schweinfurt in Oberndorf, seit 16 Jahren dort das Umweltlabor mit einem breit gefächerten Anlayseprogramm. Im Moment ist es in einem Betriebsgebäude untergebracht, das 1977 gebaut wurde und in vielerlei Hinsicht nicht mehr modernen Ansprüchen genügt. 

Umweltreferent Jan von Lackum, Werkleiter des Eigenbetriebs Stadtentwässerung und somit für die Kläranlage zuständig, schilderte im Hauptausschuss die Probleme im Gebäude, die aus seiner Sicht einen Neubau auf dem Gelände notwendig machen. Zum einen geht es recht eng zu, zum anderen sind die Wege weit: Das Labor ist in zwei Stockwerken verteilt. Um von einem Trakt zum anderen zu kommen, muss man mit den Proben in der Hand durch die Werkstatt laufen.

In dem Gebäude sind neben dem Labor auch noch die zentrale Warte, Werkstatt, Schlosserei sowie Büro- und Sozialräume. Dass hier in den nächsten Jahren auch eine Sanierung ansteht, bejahte Jan von Lackum auf Nachfrage von Frank Firsching (Linke). Die Mitarbeiter der Stadtentwässerung, die im Moment in Büros bei den Stadtwerken arbeiten, sollen mittelfristig auf das Kläranlagen-Gelände nach Oberndorf ziehen.

Neubau mit 970 Quadratmetern und zwei Stockwerken

Das aber ist Zukunftsmusik. Real und in den nächsten ein bis zwei Jahren bevorstehend ist der Neubau für das Labor. Die Verwaltung ließ von einem Ingenieurbüro eine Sanierung im Bestand mit Aufstockung des Gebäudes und einen Neubau prüfen. Dieser wäre 700 000 Euro günstiger als die Sanierung, würde bei zwei Geschossen auf 970 Quadratmetern mit modernen, großzügigen Räumen für das Labor im Erdgeschoss und darüber Büros für die Verwaltung sowie ein Schulungsraum rund 4,5 Millionen Euro kosten. Das Dach soll begrünt werden, außerdem wird eine Photovoltaik-Anlage gebaut.

Die meisten Aufträge an das Labor kommen von Einrichtungen der Stadt, vom Klär- und dem Wasserwerk. Kunden sind aber auch Krankenhäuser und Kindergärten, Wohnungsbaugesellschaften und die Mainschifffahrt, die Zapfstellen und das Trinkwasser der Tanks auf den Schiffen prüfen lässt. Das macht rund ein Drittel der Aufträge aus, soll auch nicht mehr werden, um keine Konkurrenz zu anderen Laboren zu erzeugen.

Auf Nachfragen von Adi Schön (proschweinfurt) und Rüdiger Köhler (CSU), ob die Größe des neuen Gebäudes ausreicht für die Zukunft, versicherte von Lackum, dass man langfristig keine Platzprobleme haben werde.

Die Schweinfurter Kläranlage
Vor 60 Jahren wurde die Kläranlage in Oberndorf hinter dem Gelände des TV Oberndorf gebaut. Am 26. September gibt es deswegen einen Tag der offenen Tür im Klärwerk. Bis zu 50 Besuchertage im Jahr gibt es in der Kläranlage, wenn die Klärwärter Schulklassen, Kindergartengruppen oder andere Gruppen herumführen und die Anlage erklären.
Ausgelegt ist die Kläranlage für 250 000 Einwohner, im Moment werden die Abwässer von bis zu 220 000 Einwohner geklärt. Pro Jahr werden neun Millionen Kubikmeter Abwasser geklärt und sauber in den Main geleitet. Jährlichen werden zwei Millionen Kubikmeter Gas aus den Faultürmen gewonnen. Der Großteil der gewonnenen Energie wird durch die eigenen Blockheizkraftwerke selbst genutzt.
Das Kanalnetz der Stadtentwässerung umfasst 187 Kilometer Mischwasserkanäle, 12 000 Hausanschlüsse und 5900 Kanalschächte sowie 28 Kilometer Regenwasserkanäle und 21 Kilometer Schmutzwasserkanäle. Jedes Jahr werden hohe Summen in die Sanierung und Instandhaltung des Kanalnetzes gesteckt. Die Stadtentwässerung Schweinfurt ist seit 1996 Eigenbetrieb der Stadt Schweinfurt und betreibt im Auftrag der Stadt die Kläranlage. Werkleiter ist Umweltreferent Jan von Lackum, Betriebsleiterin Nadine Scheyer.

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