Oberlauringen

Ministerin zeichnet Rückert-Poetikum aus

Das Alte Rathaus von Oberlauringen ist heute ein Museum. Für die gelungene Gestaltung und Wiederbelebung des Hauses erhielt die Marktgemeinde jetzt einen Preis.
Mit dem Staatspreis ausgezeichnet: Das Friedrich-Rückert-Poetikum in Oberlauringen. Foto: Oliver Schikora

Für die herausragende Erneuerung und Wiederbelebung von denkmalgeschützten und ortsbildprägenden Gebäuden hat Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber 15 private und kommunale Bauherren aus ganz Bayern am Donnerstag mit Staatspreisen ausgezeichnet. Unter den Preisträgern ist Oberlauringen. Bürgermeister Friedel Heckenlauer nahm mit einer Delegation den Preis entgegen. Der ist mit 2000 Euro dotiert und wurde bei einem Festakt in München überreicht.

"Mit Einsatz und viel Mut"

"Mit außerordentlichem Einsatz und viel Mut haben Sie dafür gesorgt, dass die für das Ortsbild und die Baukultur charakteristischen Gebäude erhalten und zeitgerecht genutzt werden. Sie haben moderne Wohnverhältnisse und zeitgemäße Nutzungskonzepte geschaffen und damit alten Gebäuden zu einem neuen Leben verholfen", sagte die Ministerin bei der Preisverleihung.

Bürgermeister Friedel Heckenlauer (vorne, Mitte) erhält von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (rechts von ihm) zusammen mit seinen Begleitern den Staatspreis für das vorbildlich zum Rückert-Poetikum sanierte frühere Rathaus von Oberlauringen. Foto: Hauke Seyfarth/StMELF

Die 15 Projekte seien beispielgebend für den Erhalt der Baukultur und damit auch von entscheidender Bedeutung für die Innenentwicklung der Dörfer, so Kaniber beim Festakt in der Münchner Residenz. Sie seien aus fast 2000 Projekten ausgewählt worden, die in den vergangenen zwei Jahren im Zuge der Dorferneuerung umgesetzt und staatlich gefördert worden waren.

Großzügig gefördert

Insgesamt hat der Freistaat laut der Ministerin rund 29 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.  Die Staatspreise "Dorferneuerung und Baukultur" werden alle zwei Jahre vergeben. Die Entscheidung fällt eine Kommission aus Architekten, Heimatpflegern und Fachleuten der Verwaltung für Ländliche Entwicklung. Bauherr des Rückert-Poetikums war der Markt Stadtlauringen.

Für rund 440 000 Euro wurde das Alte Rathaus in Oberlauringen zum „Rückert-Poetikum“ saniert und umgebaut. Es ist ein ortsbildprägenden Fachwerkhaus unterhalb der Kirche. Dank großzügiger Förderung durch das Amt für Ländliche Entwicklung, den Bezirk Unterfranken, die Landesstiftung und die nicht-staatlichen Museen sowie den Landkreis Schweinfurt hat die Sanierung des Alten Rathauses zum "Poetikum" nur etwas über 100 000 Euro gekostet. Für die Inneneinrichtung des Museums wurden 380 000 Euro veranschlagt, gefördert wird über das Leaderprogramm. Im April 2017 wurde das "Poetikum" als "strahlender Leuchtturm" feierlich eröffnet.

Rückerts Heimat in Kindestagen

Rückert wurde zwar 1788 in Schweinfurt geboren, er wuchs aber zwischen 1793 und 1802 in Oberlauringen auf, wo sein Vater Amtmann beim Freiherrn Carl August Truchsess von Wetzhausen war. Vom Elternhaus gibt es nur noch die Pforte, die heute als Eingang zum Rückert-Garten dient, wo auf zahlreichen Stelen Rückert-Gedichte zur Natur zu finden sind. Doch der Weltpoet hat seine Heimat als Kind nie vergessen. 1829 schrieb er 43 Gedichte, seine „Erinnerungen aus den Kinderjahren eines Dorfamtmannssohnes“.

Das Friedrich-Rückert-Poetikum ist vom 1. Mai bis 31. Oktober immer sonntags und an Feiertagen von 13 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

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