Schweinfurt

Missbrauch: Mann verlangt Nacktfotos einer Elfjährigen

Weil er eine Elfjährige aufforderte, ihm Nacktbilder zu schicken, stand ein 24-Jähriger in Schweinfurt vor Gericht. Er hatte noch mehr verbotene Bilder in Besitz.
Ein 24-Jähriger wurde wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes und des Besitzes kinderpornografischer Schriften zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Foto: Horst Breunig

Dass sie erst elf Jahre alt war, wusste er. Das teilte ihm die Schülerin schon wenige Minuten nach Chatbeginn über den Online-Nachrichtendienst "WhatsApp" mit. Auch dass Nacktbilder einer Minderjährigen kinderpornografische Schriften sind, war dem gelernten Maler und Lackierer klar. Dennoch forderte der damals 22-Jährige aus dem Landkreis Schweinfurt Nacktfotos von dem Kind – und bekam sie auch. Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in zwei Fällen und des Besitzes kinder- und jugendpornografischer Schriften verurteilt ihn das Amtsgericht Schweinfurt nun zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten.

Kontakt über Facebook

Der Mann leugnet seine Tat nicht, rückt mit der Sprache aber nicht so recht heraus. Erst auf Drängen des Gerichts äußert er sich zumindest lückenhaft zu den Taten im Sommer 2017. Über Facebook will er mit dem Mädchen in Kontakt gekommen sein, sie "zufällig gefunden" haben. Laut Chatverlauf tauschten sie über WhatsApp Name und Alter aus. Nach nur 13 Minuten gab der Angeklagte vor, das Mädchen zu lieben und mit ihr zusammen sein zu wollen. Als die Elfjährige darauf einging, forderte er sie mehrfach auf, ihm Nacktbilder von sich zu schicken. Zudem gab er ihr sexuelle Handlungen vor, die sie an sich ausführen und im Bild festhalten sollte. Auch diesen Wunsch erfüllte sie ihm. Am nächsten Tag wollte er erneut ein Nacktfoto von ihr.

Der Richter staunt, wie schnell es zu den Schmeicheleien und Liebeserklärungen des Angeklagten, die das Mädchen erwiderte, gekommen war. Wie kam er dazu, trotz seiner Kenntnis über das Alter des Mädchens Nacktfotos von ihr zu verlangen? "Das kam irgendwie", sagt der junge Mann. Die Frage des Richters, ob er mal mit einem Psychologen gesprochen habe, verneint er.

Mehrere Chats mit Mädchen

Es zeigt sich, dass die Elfjährige nicht das einzige Mädchen war, mit dem der Angeklagte gechattet hatte. Seine Masche war stets die gleiche: Kurz nach Chatbeginn fragte er die Mädchen nach Sexfotos. Mindestens acht Minderjährige soll er bedrängt haben. Doch nur die Elfjährige ging mit ihrer Mutter zur Polizei. Bei der Durchsuchung seines Zimmers fanden die Ermittler auf zwei Handys des Angeklagten ein Dutzend weiterer kinder- und jugendpornografischer Fotos und Videos.

Am Ende ist klar: Der Angeklagte ist schuldig, das ergibt sich aus dem Chatverlauf und seinem Geständnis. Vorstrafen hat er nicht. Zehn Monate auf Bewährung kassiert der 24-Jährige, muss ferner 1200 Euro an den Kreisjugendring bezahlen und bis zu zwei Jahre die Dienste der Fachambulanz für Sexualstraftäter in Würzburg in Anspruch nehmen. Der Richter warnt den jungen Mann: "Wenn sich das wiederholt, sitzen Sie im Knast, dass wir uns da ganz klar verstanden haben. Kinder sind tabu."

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