SENNFELD

Mit dem E-Bike mehr Spaß

Für die Puristen unter den Radrennsportlern war die Meldung der reine Horror. Auf der weltweit größten Fahrradmesse Eurobike in Friedrichshafen hatte der Sennfelder Fahrradbauer Winora im Sommer 2013 das Speedpedelec XDURO RACE als Weltpremiere vorgestellt, ein Rennrad mit Elektroantrieb. Zur kommenden Saison kann der Kunde bei der Winora-Marke Haibike unter zwei Modellen wählen und künftig Kilometer machen mit einer hohen Reichweite und hoher Endgeschwindigkeit. Dafür sorgt das Zusammenspiel aus eigener Kraft und einem 350 Watt Motor von Bosch, der bis zu der Geschwindigkeit von 45 km/h mit in die Pedale tritt und bergauf die Sportlichsten unter den nicht motorisierten Radrennfahrern alt aussehen lässt.

Die Winora-Group mit ihren Marken Winora, Haibike, Sinus und Staiger bietet fast alles an, was auf dem Fahrradmarkt zu haben ist, und gilt bei den E-Bikes als einer der Vorreiter weltweit. In Sennfeld versteht man den E-Motor zwar auch als Trethilfe, aber verstärkt und insbesondere im sportlichen Bereich von Haibike als zentrale Einheit von Sportgeräten, die neue Dimensionen eröffnen. Höher, schneller und weiter kommen mit dem Rückenwind aus der Batterie nicht nur Senioren und Freizeitradler, sondern auch Mountainbiker und Rennradfahrer, wobei sich der Motor bei den Mountainbikern gerade etabliert und bei den Rennrädern (Gesamtgewicht um die 18 Kilogramm) noch zu den Ausnahmen zählt.

Sven Bernhardt, Pressesprecher bei Winora, sieht die größten Trends für die neue Fahrradsaison bei den E-Bikes und meint, dass es zwischen Blut, Schweiß und Tränen auf der einen und dem reinen Spaß auf der anderen Seite noch etwas gibt – das E-Bike für den Sportler. Komfortorientiert (insbesondere eine bequemere Sitzhaltung) laufe die Entwicklung beim traditionellen Rennrad, und beim Mountainbike gehe der Trend in Richtung mehr Spaß, so Bernhardt.

In den Ausstellungsräumen der Sennfelder Max-Planck-Straße stehen unter den Rennrädern superleichte Sportgeräte, deren Preise mit den purzelnden Kilos (bis unter 6000 Gramm) bis zu 10 000 Euros steigen. Robuster sind die Mountainbikes, die es in der Spitzenklasse auf ein Gewicht von knapp über zehn Kilogramm bringen. Im Rahmen versenkte Züge, verdeckte Bremsen im Bereich der Tretkurbeln, schnittig gebogene Rahmen – all das sorgt auch hier für ein flottes Aussehen, wobei so manche Annehmlichkeit (etwa Federgabeln und sich an das Gelände automatisch anpassende Fahrwerke) dafür sprechen, dass die schnelle Bewältigung von Marathonstrecken nicht mehr das Einzige ist, was interessiert, sondern der Fahrspaß beim Kauf stärker mitentscheidet. Ziemlich ausgedient hat bei den Mountainbikes die alte Reifengröße 26 Zoll. Größere Reifen bescheren ein besseres Überrollverhalten. 27,5 Zoll bringen gutes Abrollverhalten und Antrittsstärke zusammen.

Intelligente Dämpfer stellen sich heute nach Geschwindigkeit, Trittfrequenz und Stößen (bedingt durch das Gelände) ein. Die Sitzhöhe lässt sich per Knopfdruck (am Lenker) und Heben des Gesäßes während der Fahrt verstellen. Beim Rennrad hält die Scheibenbremse Einzug, die beim Mountainbike längst zur Grundausstattung gehört und dort auch hydraulisch geregelt wird. Noch recht neu ist beim Rennrad die elektrische Schaltung.

Weltneuheiten wie 2013 das XDURO RACE oder vor drei Jahren das City-E-Bike TOWN e:xp kündigt Winora für heuer nicht an. Ob beim Sport- oder Tourenrad, allenthalben sei die Entwicklung rasant, so Bernhardt. Zu den aktuellen Herausforderungen gehört das Faltrad – mit und ohne Motor und auf jeden Fall geeignet für den Kofferraum des Autos oder für die Mitnahme im Zug. Nach der Vielzahl der neuen Modelle zu gehen ist das E-Bike überall der Wachstumsmarkt, wobei die Preise für eine ordentliche Qualität und ansprechendes Design bei 1800 bis 2000 Euro beginnen.

Speedpedelec XDURO RACE

Das schnelle E-Bike: Während das Pedelec mit einer Motorunterstützung bis 25 km/h als Fahrrad gilt, sind bei einer Unterstützung bis 45 km/h erweiterte Vorschriften zu beachten. Die Helmtragepflicht wird zwar allseits propagiert, doch da sich das Gefährt ohne Muskelkraft nicht bewegt, ist hier möglicherweise das letzte Wort noch nicht gesprochen. Zu empfehlen ist der Helm auf jeden Fall. Gebraucht werden Führerschein (Mofa), eine Versicherung und damit auch ein Kennzeichen. Gebraucht werden ein Spiegel am Lenker. Ein Knauf am Bremshebel muss das Abrutschen verhindern. Seitliche Reflektoren gehören zur Grundausstattung des schnellen E-Bikes. Nach neuester Einschätzung dürfen Radwege auch außerorts nicht befahren werden. Fahrradstraßen dürfen genutzt werden, wenn sie für Kraftfahrzeuge allgemein oder für Krafträder freigegeben sind. Eine Freigabe für Mofas reicht nicht aus. Bei Einbahnstraßen entfällt die Nutzung entgegen der (für Radfahrer freigegebenen) Fahrtrichtung. Die Mitnahme von Kindern im Anhänger ist nicht gestattet. Die Alkoholgrenze liegt wie beim Führen eines Autos bei 0,5 Promille.

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