KREIS SCHWEINFURT

Mit dem Rad durchs Schweinfurter Land

Kultur und Natur genossen die zwölf Radler, die im Rahmen der Seniorenwochen 40 Kilometer durch den Landkreis strampelten. Foto: Lena Köster

Das Thermometer zeigt 18 Grad Celsius, am Himmel ziehen stetig Wolken vorüber, begleitet von einer kühlen Brise. Nach und nach füllt sich die Seite des Radweges unterhalb der Disharmonie: Ob Trekking-, E- oder Mountainbike, hier reihen sich die verschiedensten Fahrrad-Modelle aneinander. Ihre Besitzer kennen sich nicht, sie treffen sich im Rahmen der Seniorenwochen zu einer gemeinsamen Radtour durchs Schweinfurter Land.

Doch es soll nicht nur geradelt werden – auch Kultur und Natur stehen auf dem Plan. Geführt von Reginhard von Hirschhausen, Internist im Ruhestand, machen sich die fünf Frauen und sieben Männer auf den Weg: Am Main entlang geht es erst gemütlich bis nach Bergrheinfeld. Über die Brücke zwischen den beiden Gemeinden führt die Tour direkt am stillgelegten Kernkraftwerk Grafenrheinfeld vorbei. Die beeindruckende Kulisse links liegen lassen, zieht die Gruppe weiter Richtung Heidenfeld.

Nach 15 Kilometern wird auch schon der erste Stopp eingelegt. Hier lädt das Vogelschutzgebiet Garstadt zu einer kurzen Verschnaufpause ein. Zu Fuß spazieren die Radler zum Aussichtsturm im Seengebiet. Über 270 Vogelarten können hier beobachtet werden. Unzählige Enten und sogar einige Schwäne tummeln sich in den großen Seen, die einst aus einem Sand- und Kiesabbaugebiet entstanden sind. Während einige Teilnehmer durch ihre Ferngläser die Vögel beobachten, genießen die anderen die Stille des Naturschutzgebietes – einzig und allein das Quaken der Frösche ist hier draußen zu hören.

Wieder auf den Rädern, geht es weiter über Hirschfeld. Nach fünf Kilometern ist Kultur angesagt: Kloster St. Ludwig liegt hier über der Wipfelder Mainaue. Hinter den schweren Türen der Klosterkirche bewundern die Radfahrer den neoromanischen Stil der Inneneinrichtung.

„Wer an der mehrstündigen Fahrt teilnehmen möchte, sollte körperlich fit sein.“

Nach der kurzen Pause wird ein zweites Mal der Main überquert. Gemütlich schippert die Fähre über den Fluss und transportiert neben den zwölf Radlern gleich noch ein Auto ans andere Ufer.

Auf dem Weg von Wipfeld bis nach Garstadt macht sich langsam der Hunger bemerkbar. Seit zehn Uhr ist die Gruppe bereits unterwegs, drei Stunden sitz man also schon im Sattel. Auf dem Weingut Geßner wird dann das Mittagessen eingenommen. Bei Brotzeit und Weinschorle lernen sich die Radfahrer näher kennen.

18 Rentner haben im vergangenen Jahr an der ersten Radtour im Rahmen der Seniorenwochen teilgenommen, berichtet Reginhard von Hirschhausen. Die Tour über den Brönnhof sei sehr anspruchsvoll gewesen. „Deswegen haben wir den Ausflug in diesem Jahr eher als Genussfahrt konzipiert“, so von Hirschhausen, der bereits zum zweiten Mal die Führung der Gruppe übernommen hat.

Zwischen 60 und 80 Jahre sind die Radler alt, eine gut gemischte Gruppe, die mit einem Durchschnitt von 15 Kilometern pro Stunde durch das Schweinfurter Land fährt. Ob auf dem Mountainbike oder motorisiert mit dem E-Bike, eines gilt für alle: „Wer an der mehrstündigen Fahrt teilnehmen möchte, sollte körperlich fit sein“, so der ehemalige Internist.

Als alle Gläser geleert sind, macht sich die Gruppe an die letzte Etappe. Über Bergrheinfeld geht es zurück zur Disharmonie in Schweinfurt. Nach fünf Stunden und knapp 40 Kilometern erreichen die Senioren wieder den Ausgangspunkt ihrer Reise.

Langsam löst sich die Gruppe auf. Viele Teilnehmer fahren zurück in die umliegenden Gemeinden, in denen sie wohnen. Uschi Pfister hat allerdings einen längeren Heimweg. Sie stammt aus dem Steigerwald und ist extra mit dem Auto bis Sennfeld gefahren, um an der Radtour teilzunehmen. „Ich bin viel unterwegs, vor allem am Wochenende“, erzählt sie. Gerade erst war sie beim Autofreien Sonntag auf der Strecke zwischen Grafenrheinfeld und Volkach unterwegs. Auch im nächsten Jahr möchte sie an der Radtour der Schweinfurter Seniorenwochen teilnehmen.

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