ÜCHTELHAUSEN

Mit dem Zwerg im Kopf auf die Achterbahn

Beim Mega-Memory-Tag an der Grundschule Üchtelhausen gab's Tipps und Tricks zum besseren Lernen für Schüler, Lehrer und Eltern.

Fünfmal dürfe man was probieren, dann muss es erst klappen. „Erst freue ich mich fünfmal über die wachsenden Fortschritte und dann über den Erfolg.“ Und Freude, so Gedächtnistrainer Gregor Staub, sei die unabdingbare Voraussetzung beim Lernen. Freude hatten die rund 300 Schüler dann auch bei den „Zaubertricks“, die Staub auf Lager hatte.

Die Grundschule Üchtelhausen hatte zu einem Mega-Memory-Tag eingeladen. Vormittags versammelten sich Schüler der Grundschulen Üchtelhausen, Stadtlauringen und Werneck, der Kardinal-Döpfner-Schule und der Franziskusschule in der Aula, am Nachmittag gab es eine Fortbildung für die Lehrer, und am Abend waren die Eltern an der Reihe.

„Ich bin mit 16 von der Schule geflogen, weil ich mir nichts merken konnte“, stellte sich Staub den Kindern vor. Also dachte er, er sei so einer, der sich nichts merken könne – bis zu seinem 32. Lebensjahr. Da wurde es ihm plötzlich doch zu bunt. „Stundenlang suchte ich am Flughafen mein Auto, es war heiß, 30 Grad, und ich war mit dem Zug angereist.“ Damals machte sich Staub auf die Suche nach einer Lösung für sein schlechtes Gedächtnis und entdeckte Techniken, um dem abzuhelfen.

Geübt hat er beim Einkaufen ohne Einkaufszettel, und das probiert er auch gleich mit den Kindern aus. Zehn Dinge stehen auf dem imaginären Einkaufszettel. Sie werden verschiedenen Körperteilen zugeordnet und mit Spaß verbunden. „Stellt euch vor, ihr habt Eier in den Schuhen, wie das bei jedem Schritt quatscht.“ Aus den Knien wächst grüner Salat und im Gesäß sind die Tomaten, wenn ihr euch setzt – pfff“. Die Kinder begreifen sofort, sie können die zehn Gegenstände auf dem Einkaufszettel ohne Probleme vorwärts und rückwärts wiederholen. Das Experiment wird erweitert, die nächsten zehn Dinge werden Orten in der Aula zugeordnet. Auch das gelingt spielend. Die Schüler sind begeistert über ihre Gedächtnisleistungen.

Weiter geht's mit den amerikanischen Präsidenten seit 1954. „Die Tafel ist aus Eisen und ich hau da drauf – Eisenhower.“ Jeder Präsidentenname wird visualisiert. Es ist die gute alte Eselsbrücke, die hier als Memorytechnik wiederkehrt. Den meisten Schülern beschert's Erfolge. Einige steigen auch aus. Ein Junge aus Niederwerrn stöhnt: „Warum soll ich mir die denn merken?“

300 Schüler zu bändigen, stellt den Gedächtnistrainer vor neue Herausforderungen: „Wenn du quatscht, kriegst du nichts mit; und deine linke Gehirnhälfte kann immer nur eine Sache.“ Christopher will den Gegenbeweis antreten. Er kommt nach vorne. „Kreis mit deinem Fuß im Uhrzeigersinn und male dabei eine Sechs in die Luft“, fordert Staub. Es funktioniert nicht, wegen der Hirnhälfte eben, aber dann relativiert der Gedächtnistrainer. Er könne es, behauptet er, weil er geübt hat, also kann die Hirnhälfte doch mehr? Um sich lange Zahlen zu merken, ordnen die Kinder den Zahlen wieder Bilder zu. Hier hätten echte Bilder gut getan. Mit diesen Bildern werden dann Geschichten erzählt „Ein Zwerg (7) geht auf die Achterbahn (8) und setzt sich auf einen Hocker (3)…“ Aber wie können Zwerge auf einem Hocker Fußball spielen“, fragt eine Schülerin. Dann werden die Zahlen auf thailändisch gelernt und ganz am Schluss bekommen die Kinder noch etwas für den Unterricht mit. Das Neuner-Einmaleins müssen sie jetzt nicht mehr lernen, das geht ganz einfach mit den Händen, Staub hat den passenden „Zaubertrick“. Auch, wie man lange Zahlen mal fünf nehmen kann, zeigt er den Kindern. Jonathan ist begeistert: „Ich kann jetzt besser rechnen“, meint er stolz. Leon ist ebenfalls fasziniert von den „Zaubertricks“ für die langen Zahlen. Die Tricks für die kleineren Zahlen hätten seine Lehrer auch drauf. Lukas geht noch einmal auf die Bühne und lässt sich ein bisschen Privatunterricht geben. Dann erklärt er dem Gedächtnistrainer seine Tricks: „Ich kann mir deinen Namen gut merken, weil ein Freund von meinem Vater auch Gregor heißt.“

Lukas will's wissen: Gedächtnistrainer Gregor Staub erklärt, wie das mit dem Multiplizieren geht. Foto: Ursula Lux

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