WERNECK

Mit einer Trabi-Panne fing alles an

Ost-West-Gruppenbild: Am 25.Tag der Deutschen Einheit feierte auch die Tennisfreundschaft Werneck-Arnstadt Jubiläum. Foto: Gerald Gerstner

Am Wochenende feierte Deutschland den 25. Jahrestag der Wiedervereinigung. Ihr Jubiläum feierte an diesem Wochenende in Werneck auch eine besondere Ost-West-Beziehung: die Tennisfreundschaft zwischen den Tennisabteilungen des TSV Werneck und dem TSV 09 aus dem thüringischen Arnstadt.

Am 2. Oktober 1990, dem letzten Tag der DDR vor der Wiedervereinigung, besuchte eine Gruppe der Tennisabteilung des TSV Werneck um Organisator Rainer Ahlborn zum ersten Mal die Sportfreunde in Arnstadt. In den folgenden 25 Jahren pflegten die Tennisspieler bei gegenseitigen jährlichen Besuchen eine intensive Ost-West-Beziehung mit sportlichem Wettstreit und regem kulturellem Austausch, schildert Ahlborn. Daraus entstanden viele persönliche Freundschaften, wie auch das Wiedersehen auf dem Wernecker Tennisgelände am Samstag zeigte.

Kurios nennt Ahlborn die Umstände, die die Tennisspieler aus Ost und West zusammenführten. Mit seinem Trabi blieb damals ein Arnstädter mit Motorschaden in Werneck auf Höhe der Tennisanlage liegen. Bei den hiesigen Sportkollegen fand der Thüringer Hilfe in seiner Misere. Die Wernecker überließen ihm ein gebrauchtes Auto, und der Kontakt war geknüpft.

Mittlerweile im Seniorenalter steht bei den Arnstädter und Wernecker Sportfreunden der sportliche Wettstreit im Hintergrund. Bei den jährlich wechselnden Freundschaftstreffen steht das Kennenlernen der kulturellen Besonderheiten Unterfrankens und Thüringens im Mittelpunkt, sagte Ahlborn. Organisiert hatte er diesmal am Sonntag eine Stadtführung in Hammelburg mit abschließendem Mittagessen auf Schloss Saaleck. Unvergesslich nennt TSV-09-Vorsitzender Matthias Henkel die kulinarischen Höhepunkte mit Spanferkel und Federweißem bei den Besuchen im Westen.

Zum Jubiläumstreffen würdigte auch Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl die gelebte Partnerschaft der Tennisfreunde, in der sich das Zusammenwachsen von Ost und West zeige. Auch ein Austausch von Geschenken gehörte dazu: zwei Flaschen Bürgermeister-Sekt, ein Buch über Arnstadt, ein Freundschafts-Pokal „25 Jahre Einheit – 25 Jahre Freundschaftsspiel“ aus den Händen des TSV-09-Vorsitzenden Henkel, ein von Ahlborn digitalisierter Video-Film vom ersten Treffen in Arnstadt, ein Karton Jubiläumskrüge des TSV-Werneck bis hin zu einem Glas selbstgemachter Arnstädter Erdbeermarmelade.

Während die Tennisabteilung des TSV Werneck in den 1970er-Jahren aus der Taufe gehoben wurde und zu Hochzeiten 220 Mitglieder zählte, war der TSV 09 Arnstadt ein traditionsreicher Tennisclub mit einst hochklassigen Spielern, schilderte Ahlborn. Zu DDR-Zeiten war Tennis allerdings verpönt. In der Tennishochburg Arnstadt blieb aber eine Sektion Tennis innerhalb der Betriebssportgemeinschaft Medizin Arnstadt erhalten, erklärte Vorsitzender Henkel. Denn die Betriebe, in diesem Fall ein Krankenhaus, bezahlten den Sport in der DDR.

Hoffnung auf beiden Seiten ist, dass die jüngere Generation in Zukunft die Freundschaft weiterführt. Dazu passte die Ankündigung des Wernecker Jugendwarts Alexander Reinhart, mit jüngeren Spielern zum nächsten Treffen in Arnstadt mitzufahren.

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