Schweinfurt

Museumsnacht mit Kunst, die swingt und brummt

Bei der Museumsnacht übernahmen Celtis-Schüler die Führungen. Foto: Martina Müller

So quirlig und beschwingt ist die Kunsthalle wohl selten zu erleben – wahrscheinlich immer nur einmal im Jahr, wenn nämlich das P-Seminar Kunst des Celtis-Gymnasiums seine Museumsnacht veranstaltet. Heuer fand diese zum neunten Mal statt und im vollen Haus brummte und vibrierte es. Die im vergangenen Sommer völlig neu konzipierte Dauerausstellung zeigte neue und spannende Perspektiven.

"Kunst gibt die Tonart an", so lautete passend das Motto der diesjährigen Museumsnacht. Kevin Pfister spielte in der großen Halle zwei selbst arrangierte Jazzstücke zur Begrüßung, und auch im weiteren Verlauf des Abends perlten die Töne beschwingt durch die Räume. Für die 14 Schülerinnen war es eine ganz besondere Herausforderung, bei ihren Führungen thematisch zu den vielen Menschen durchzudringen, zumal diese auch der Lust auf intensive Gespräche nachgeben mussten. Schließlich war die Museumsnacht auch eine besondere Möglichkeit der menschlichen Begegnung.

Eine Gruppe auf der Treppe in der Kunsthalle. Foto: Martina Müller

"Das P-Seminar ist jedes Jahr eine riesige Bereicherung für die Kunsthalle," so Julia Weimar, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Hauses. Johannes Hock, Lehrer am Celtis und Seminarleiter, berichtete von der Arbeit aus drei Semestern, mit der sich die Schülerinnen auf das Projekt vorbereitet hatten. Denn weit über die Museumsnacht hinaus gehe es auch um Berufs- und Studienorientierung, um die Methoden, mit denen sich Kunstwerke und andere relevante Themen vermitteln lassen können.

Nebenbei würden die Teilnehmenden auch hervorragend mit den Schweinfurter Museen vertraut, so Weimar. Am konkreten "echten" Kunstobjekt seien direktere Erfahrungen und Wahrnehmungsmöglichkeiten gegeben. Die konkrete Planung, die Konzeption, Organisation und Durchführung ermöglichten weite Betätigungsfelder für die Schülerinnen und Schüler.

Ansturm führte auch zu Problemen

Und dann kommt es meistens anders als geplant, die direkte Situation vor dem Publikum erweist sich meist anders als bei der Probe. Denn bei einem solchen Ansturm zeigte es sich als Problem, den kompetent erarbeiteten Stoff der Führung auch ans Publikum zu bringen. Ein Mikrofon hätte den jungen Frauen sicherlich gut weitergeholfen.

Am Kindertisch wurde gebastelt. Hier ein Boot. Foto: Martina Müller

Die erste Führung "Back to the roots" war für Kinder organisiert und auch hier wuselte und summte es im Stimmengewirr. Dennoch waren die Kinder mit Begeisterung bei der Sache. Die Führerinnen hatten unter anderem das Puzzle eines Werkes erstellt, mit dem sie den Kindern das genaue Hinschauen näherbrachten. An einer anderen Station war das Fühlen angesagt: ein sinnliches Vergnügen, endlich einmal in einen dicken bunten großen Ölfarbenklecks hineinlangen zu dürfen.

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Museumsnacht

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Back to the roots: Kinder des Workshops beim malen im Atelier. Foto: Martina Müller

Auch die Führungen für Jugendliche und Erwachsene waren thematisch organisiert: "Take it easy" verwies zum einen auf die Leichtigkeit des Lebens, aber auch auf die Leichtigkeit von Material und Gestaltung in der Kunst. Das Thema Frau und Mann griff ebenso weit ins Themenfeld wie "Zwischen Leben und Tod" oder bei der "Zeitreise in die DDR." Und überall war dabei das konkrete Fühlen und Spüren eine Wahrnehmungsmöglichkeit. Wenn schon nicht direkt am Kunstobjekt, dann wenigstens an Materialproben oder symbolischen Gegenständen. Der Clou bei allen Führungen: anschließend ging es ins Atelier der Kunsthalle. Dort konnten die Teilnehmenden selbst gestalten, selbst künstlerisch tätig werden, konkret werden mit den Händen.   

Das Team des "P-Seminar Kunst" am Celtis-Gymnasium mit den Lehrkräften Johannes Hock und Julia Weimar (links). Foto: Martina Müller

Auch Ehemalige kommen immer wieder gerne

Daniela Hübner, die im Wechsel mit Hock die P-Seminare Kunst am Celtis mitgestaltet, wies darauf hin, dass die Teilnehmenden des nächsten Projekts auch schon aktiv dabei waren, dass auch Ehemalige gerne immer wieder zur Kunstnacht nach Schweinfurt zurückkehrten.

Nicht zuletzt war auch das Büffet selbst hergestellt und organisiert von den Schülerinnen und Schülern. Gibt das keine Fettkleckse oder Getränkeflecken an den Kunstwerken? Nein, berichteten die Museumswächterinnen, bisher habe es bei der Museumsnacht noch nie ein Unglück gegeben im Trubel. Glückliche Gesichter jedoch zuhauf.

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