SCHWEINFURT

Musikalisch ins Leben hinaus

Songs of Sunset II: Mutig, tough und mit strahlendem Selbstbewusstsein traten die Schülerinnen und Schüler der Pop-Gesangsklasse von Canan Semel auf die Bühne. Foto: Fuchs-Mauder

Dankbar und privilegiert fühle sie sich, eine so große Zahl an talentierten und hoch motivierten Schülern unterrichten zu dürfen – so die Leiterin der Pop-Gesangsklasse an der Musikschule Schweinfurt, Canan Semel. Umgekehrt darf das ruhig genauso gesehen werden, haben doch nicht viele Jugendliche die Chance und das Glück, eine derart professionelle Ausbildung bei einer mit so viel Gespür, Engagement, Freude und Liebe agierenden Lehrkraft zu erhalten.

Beim Konzert „Songs of Sunset II“ in der überfüllten Disharmonie schwang eine gehörige Portion Wehmut mit. Einige der „Großen“ haben die Schule beendet und es zieht sie fort zu Ausbildung und Studium. Knapp 40 Mitwirkende zählte man, darunter die aktuellen Bundespreisträgerinnen des Wettbewerbs Jugend musiziert Lorena Dereser, Isabel Heck, Tamara Pascual, Kenia Pawlik und vier „Jungs“.

Einen veritablen und von der ersten Sekunde an groovenden Chor gaben sie zu Beginn (bei 32 Grad) und am Ende (34 Grad!) der mehrstündigen Session ab. Alle, von den jüngeren (elfjährigen) Sängerinnen bis zu den Abiturienten, präsentierten sich im weiteren Verlauf solistisch. Dabei gab es Songs von Rihanna über Christina Aguilera, Glasperlenspiel bis Lady Gaga, Adele und vielen anderen.

Mutig, tough und mit strahlendem Selbstbewusstsein traten alle auf die Bühne, souverän im Bühnenverhalten, niemals linkisch oder unsicher. Da hörte man zarte Stimmen mit melancholischen Balladen, rauchige „Riesenröhren“, ausgereifte und fesselnd singende Stimmakrobaten. Diese Sänger und Sängerinnen sind keine Leichtgewichter, sie beherrschen ihr Metier bereits und ziehen alle Register: Ausdrucksvoll, knackig und melodiös, mit tollem Timbre die einen, glasklar, dabei mit viel Emotionalität singend die anderen – da ging vieles unter die Haut, gab es immer wieder Zwischenapplaus, begeisterte Pfiffe und Toben im mitrockenden Saal.

Viele der Interpreten zeigten sich dabei als Multitalente, setzen sie sich doch in ihrer Ausbildung auch mit Arrangement, Begleitung und überhaupt zum Typ passender Songauswahl bis hin zur Eigenkomposition auseinander. Professionelle Bühnenperformances mit kleinen Show- und choreografischen Elementen, temporeiche Inszenierungen voll geballter Energie konnte man erleben, ein „Ran ans Publikum!“ bei sehr charakterstarken Auftritten riss jeden mit.

Alle Beteiligten aufzuzählen, würde den Rahmen dieser Rezension sprengen, wenngleich es alle verdient hätten. Unbedingt erwähnenswert ist jedoch, dass etliche Musiker sowohl sangen als auch Gitarre und/oder Klavier spielten, dass wunderbar abgestimmte Begleiter aus anderen Instrumentalklassen der Musikschule oder aus dem Freundeskreis der Gesangsklasse dazukamen, dass es spontane Mitsingaktionen der Background-Vocals aus dem Kreis der Mitwirkenden gab.

„Wir schubsen sie nur an – rennen müssen sie dann alleine!“, so Canan Semel zum Schluss. Ein schönes Leben und eine wunderbare Zukunft wünschte sie allen, die Schweinfurt verlassen. Die einen gehen, viele neue Talente stehen schon in den Startlöchern. Ein toller Abend!

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