Maibach

Nachhilfe in Maibach: Alte Obstsorten erkennen und erhalten

Apfel für Apfel begutachtete Pomologe Steffen Kahl beim Apfeslsaftfest in Maibach. Gäste konnten gesammelte Früchte mitbringen und vom Fachmann bestimmen lassen. Foto: Hans-Peter Hepp

Steffen Kahl ist Pomologe und beschäftigt sich über 25 Jahren mit Obstsorten. Beim Apfelsaftfest in Maibach besuchte der Fachmann am Morgen Streuobstwiesen und begutachtete Äpfel und Birnen. Am Nachmittag  wurden dann mitgebrachte Früchte der Besucher gegen eine geringe Gebühr unter die Lupe genommen. Für eine fundierte Sortenbestimmung benötigte Pomologe Kahl mindestens drei gesunde, madenfreie, an der Sonnenseite des Baumes gereifte Früchte. Schon im Vorfeld hatte der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege seine Mitglieder aufgefordert, Äpfel und Birnen zu sammeln und bis zum Maibacher "Apfelsaftfest"  an einem kühlen Ort zu lagern. Steffen Kahl fragte die Gäste nach dem Aussehen von Stämmen und Blättern, begutachtete Farbe und Form der Frucht und half in beinahe allen Fällen weiter.

Premiere für ein neues Projekt des Gartenbauverbands

Frank Bauer, der Vorsitzende im Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, freute sich, schon am Morgen viele Interessierte an der Grotte in Maibach begrüßen zu können. Hier feiert man die Premiere eines neuen Projekts: Der Kreisverband wird Veranstaltungen dieser Art regelmäßig im zweijährigen Rhythmus zusammen mit seinen Ortsvereinen durchführen. Ziel ist es, alte, verschollen geglaubte Sorten wieder zu entdecken und die genetische Vielfalt durch Veredelung junger Bäume zu erhalten. Die für die Region typischen alten Sorten sollen so nicht verloren gehen.  Die Maibacher mit Hans-Jürgen Weisenberger an der Spitze lobte Bauer ausdrücklich. Der Ortsverein habe – gerade auch in Bezug auf die Obstwiesen – Erstaunliches geleistet und gehöre zu den Besten im Kreis. Das alljährliche Apfelsaftfest in der Festscheune habe sich als Rahmen für die Premiere der Veranstaltung angeboten.

Startschuss für die Wanderung durch die Maibacher Flur. Pomologe Steffen Kahl zeigte bei der Tour durch die Streuobstwiesen des Dorfes die große Sortenvielfalt bei Äpfeln und Birnen auf. Foto: Hans-Peter Hepp

Rund 20 Männer und Frauen wanderten durch die Maibacher Gemarkung und begutachteten die unterschiedlichen Bäume. Viele der Sorten erkannte Pomologe  Kahl schon aus einiger Entfernung, berichtete den Zuhörern über die Herkunft der Sorte, über die Früchte und den Geschmack von Äpfeln und Birnen. Unter den Wandern waren auch Konrad Roth, der seit vielen Jahren den Baumbestand rund um Maibach akkurat erfasst und beschriftet hat, und Anna-Katharina Paar von der Öko-Modellregion Oberes Werntal.

In seinem kurzen Grußwort lobte Landrat Florian Töpper bei der Eröffnung am Nachmittag die Aktivitäten von Kreis- und Ortsverband und verwies auf die gute Vernetzung mit dem Landratsamt und anderen Stellen. Bürgermeister Ludwig Nätscher freute sich mit "seinen Maibachern" Gastgeber für diese Veranstaltung zu sein und lobte das Team um Hans-Jürgen Weisenberger für die gute Organisation und das reichhaltige Angebot für die Besucher.

Am Festplatz hatte der Ortsverein viele unterschiedliche Sorten aufgereiht und den interessierten Gästen so einen ersten Überblick über die Vielfalt an Farben und Formen der Früchte gegeben. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Maibacher Musikanten unter der Leitung von Hubertus Bachmann, die Kindergartenkinder verschenkten selbst gebastelte (Papier-) Äpfel und präsentierten den Gästen Lieder rund um den Apfel.

Einen Überblick über die Sortenvielfalt auf den Streuobstwiesen präsentierte der Maibacher Ortsverein für Gartenbau und Landespflege beim Apfelsaftfest in der Festscheune. Foto: Hans-Peter Hepp

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