SCHWEINFURT

Natascha Kohnen ist neue SPD-Chefin in Bayern

100 Prozent wie bei Martin Schulz waren es nicht. Natascha Kohnen fuhr bei ihrer Wahl zur Vorsitzenden der Bayern-SPD in Schweinfurt ein „ehrliches Ergebnis“ ein.
Natascha Kohnen ist neue SPD-Chefin in Bayern       -  Die Schweinfurter Gewerkschafterin Marietta Eder (links) und Natascha Kohnen, die neue Vorsitzende der Bayern-SPD.
Die Schweinfurter Gewerkschafterin Marietta Eder (links) und Natascha Kohnen, die neue Vorsitzende der Bayern-SPD. Foto: Anand Anders

Natascha Kohnen ist die neue Vorsitzende der Bayern-SPD. Beim Landesparteitag in Schweinfurt bekam die bisherige Generalsekretärin 88,3 Prozent der Delegiertenstimmen. Die Schweinfurter Gewerkschafterin Marietta Eder wurde zu einer von drei Stellvertreterinnen Kohnens gewählt.

Als „ehrliches Resultat“ bewerteten die Genossen in Schweinfurt das Abstimmungsergebnis. Schließlich hatte Kohnen bei der Mitgliederbefragung im Vorfeld ihrer Nominierung noch fünf Gegenkandidaten. Beim Parteitag selbst stand sie allein zur Wahl. Die 49-jährige Münchnerin ist Nachfolgerin von Florian Pronold, der nach acht Jahren an der Parteispitze nicht mehr angetreten war.

„Wir wollen in Bayern mitregieren“, gab sich Kohnen in ihrer 20-minütigen Vorstellungsrede kämpferisch. Gut möglich, dass sie nun im nächsten Jahr bei der Landtagswahl als SPD-Spitzenkandidatin gegen CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer ins Rennen geht.

Solidarität mit Schwachen und Benachteiligten

Kohnen rief die SPD zu Solidarität mit den Schwachen und Benachteiligten auf.  „Wahre Stärke“ ihrer Partei sei es, den Menschen durch eine sozial gerechte Politik die Angst vor dem sozialen Abstieg zu nehmen. Menschen, die Angst hätten, ihren Status zu verlieren, seien auch anfällig, die Toleranz für  Minderheiten und Schwächere zu verlieren.

Die SPD müsse, so Kohnen,  in Zukunft wieder die Sprache der Menschen sprechen. Worte wie „Entgeltgleichheit“ oder „Systemrelevanz“ schreckten die Menschen ab, mitzumachen. Wenn sie aber nicht mitmachten, „dann ist die Demokratie in Gefahr“.

Darüber hinaus müsse die SPD jungen Menschen mehr Einfluss ermöglichen. „Es reicht nicht nur, den Jungen zuzuhören“, betonte sie. Die ältere Generation - und dazu zähle sie mit ihrem Geburtsjahr 1967 ebenfalls - dürfe auf keinen Fall weiter Politik über die Köpfe der Jungen hinweg machen. „Wir müssen die Jungen hineinholen, ihrer Phantasie freien Lauf lassen.

SPD meint es ernst mit der Verjüngung

Dass es die SPD mit der Verjüngung ernst meint, zeigte Wahl der drei Stellvertreter Kohnens. Die meisten Stimmen (83,3 Prozent) bekam Marietta Eder aus Schweinfurt. Die 39-Jährige freut sich nun auf die Arbeit am Wahlprogramm für die Bundestagswahl. „Wir wollen wirklich zuspitzen“, so die Gewerkschaftssekretärin.

Weitere Parteivizes sind die Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann (29, 73,2 Prozent) und der Bundestagsabgeordnete Martin Burkert (52, 66,3 Prozent), der wiedergewählt wurde. Carsten Höllein (42, 39,1 Prozent) kam nicht zum Zuge. Neuer Generalsekretär der Bayern-SPD ist der Oberpfälzer Uli Grötsch (41, 91,7 Prozent).

Viel Beifall für scheidenden Vorsitzenden Florian Pronold

 Am Samstagmorgen gab es viel Beifall für den scheidenden Vorsitzenden Florian Pronold. Der 44-jährige Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt und Bau stand acht Jahre an der Spitze der Bayern-SPD. Pronold, der nicht immer unumstritten war, nahm für sich in Anspruch, den Landesverband modernisiert zu haben. Als Beispiel nannte er den Ausbau der SPD-Aschermittwochsveranstaltung in Vilshofen zur größten in Bayern. Auch bei den vergangenen Wahlen auf Landes-, Bundes- und Europaebene habe die Partei in Bayern zugelegt.

Am Sonntag wird SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz in Schweinfurt erwartet. Er hat eine Grundsatzrede an die Genossen angekündigt.

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