OBERSCHWARZACH

Nebengebäude stehen im Fokus

Geplante Sanierung: Das Dach des Nebengebäudes zwischen Schloss und Scheune soll an den äußeren Teilen neu gedeckt werden. Den Mittelteil (niedriges Dach) wolle man entfernen, um einen Wassereinlauf zu schaffen. Foto: Matthias Beck

Der Förderverein Schloss Oberschwarzach hielt seine erste Jahreshauptversammlung ab. Etwa 40 Gäste und Mitglieder trafen sich am Freitag im Schlossfoyer. Andreas Zehner, Willi Groha und Dietmar Herold aus dem Vorstandsteam berichteten über die vergangenen Aktivitäten und gaben auch größere Vorhaben für dieses Jahr bekannt.

Aktuell läuft ein Antrag bei der Marktgemeinde Oberschwarzach zu einer Grundlagenerhebung bei den Nebengebäuden am Schloss, so Herold. Man wolle die Bausubstanz sowie die Statik untersuchen, was mit etwa 11 000 Euro veranschlagt wird. Diese Untersuchung sei notwendig, um Ideen rund um das Schlossareal entwickeln zu können. Letztlich gehe es um eines der erklärten Ziele des Vereins: Man wolle das Schlossareal für die Öffentlichkeit zugänglich machen.

Weiterhin sei geplant, das rechte (vom Toreingang Richtung Innenhof gesehen) Nebengebäude zwischen Schloss und Scheune zu sanieren. Dies stehe unter dem Vorbehalt, dass die Finanzierung gesichert sei. Zum Vorhaben äußerte sich Kirchenpfleger Karl Helmich. Es sei angedacht, an den äußeren Segmenten das Dach neu zu decken, so der Kirchenpfleger. Den Mittelteil wolle man entfernen, um dort einen Wassereinlauf zu schaffen, damit der Schlosskeller trocken bleibe. Das Dach solle in Eigenregie gemacht werden. Hinzu würden Materialkosten kommen. Er sei „guten Mutes, dass am Schloss etwas vorangeht“.

Herold kam aufs Energiekonzept für die Marktgemeinde zu sprechen. Der Verein könne sich eine Hackschnitzelheizung am Kirchberg vorstellen, um die öffentlichen Gebäude sowie die Anwohner zu versorgen. Letztere hätten bereits Interesse bekundet. Bürgermeister Josef Radler meldete sich zu Wort und warb dafür, dass die Bürger ihre Ideen frühzeitig ins Konzept einbringen sollen. Dies gelte auch für Ideen im Rahmen der Dorferneuerung.

Neben diesen Vorhaben will der Förderverein am 6. April ein Konzert mit Marco Wolf und Daniel Orth in der Pfarrkirche um 17 Uhr veranstalten. Im Anschluss verköstigt man die Gäste im Innenhof des Schlosses. Schließlich plant man auch dieses Jahr wieder einen „Winterzauber“ als gesellige Veranstaltung im Schlossinnenhof im Anschluss an ein Adventskonzert.

Es folgte der Kassenbericht von Gabi Müller, die auch sagte, dass der Verein aktuell über 106 Mitglieder verfügt. Andreas Zehner stellte die Homepage des Vereins, www.fv-schloss-oberschwarzach.de vor, die demnächst an den Start gehen soll.

Einen Überblick über die Aktivitäten des Vereins im letzten Jahr lieferte Willi Groha. Dabei berichtete er auch von der Vorstandssitzung im Januar. Darin sei es unter anderem darum gegangen, dass die Renovierungskosten für den Wasserschaden im Schloss ein Vielfaches dessen betragen, was die Versicherung nach jetzigem Stand bezahlen wolle. Allerdings laufen die Verhandlungen noch, wie Helmich ergänzte.

Groha meinte, dass verschiedene Institutionen wegen Fördergeldern angeschrieben worden seien. Weiterhin betrachte die Kirchenverwaltung die Pfarreiräume im Moment als vorrangig. Groha betonte, dass der Verein ein Zentrum für die Gemeinde und Vereine im Schloss und den Nebengebäuden schaffen wolle.

Erich Müller meldete sich zu Wort mit seinen Recherchen zur Geschichte rund ums Schloss. Demnach gehe aus der Diözesanbeschreibung des bischöflichen Notars Peter de Leonis aus dem Jahr 1330 hervor, dass Oberschwarzach schon „eine sehr alte bischöfliche Pfarrei ist“.

Ebenso verlas er, dass Irigg von Rheinstein, der 1250 Bischof in Würzburg wurde, sowie Mangold Truchseß von Neuenburg, der 1287 Bischof in Würzburg wurde, vorher Pfarrer in Oberschwarzach waren. Damals soll die Seelsorge des ganzen Steigerwaldes den beiden Pfarreien Oberschwarzach und Burgebrach zugeteilt gewesen sein. Schließlich vermutet Müller, dass bereits ein Gebäude als eine Art Pfarreisitz bestand. Ob dieses an die Größe des Schlosses heranreichte, sei nicht bekannt.

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