Kreis Schweinfurt

Neue Berufsschule in Schweinfurt wird kein Passivhaus

Der Landkreis baut für 50 Millionen Euro ein neues Berufsschulzentrum. Ein Passivhaus wird das Gebäude aber nicht. Die Verwaltung erklärte warum.
So soll das neue Alfons-Goppel-Berufsschulzentrum in der Geschwister-Scholl-Straße in Schweinfurt aussehen. Der Bau entsteht auf dem heutigen Parkplatz. Rechts die Fachakademie für Sozialpädagogik, die in dieser Form bestehen bleibt. Der Entwurf stammt von "Schwinde Architekten München". Foto: Schwinde Architekten

Mit 50 Millionen Euro ist der Neubau des Beruflichen Schulzentrums Alfons Goppel in Schweinfurt die größte Einzelinvestition, der der Landkreis als Eigentümer jemals vorgenommen hat. Der Bau in der Geschwister-Scholl-Straße wird allerdings kein Passivhaus und auch kein klimaneutrales Gebäude. Letztlich wären die Kosten dafür zu hoch, lässt sich eine entsprechende Analyse zusammenfassen, die das Hochbauamt auf Anregung des Grünen-Kreisrats Paul Knoblach  dem Kreisausschuss vorgelegt hat.

Abwägung zwischen Ökologie und Ökonomie

Annette Schiemann verglich die gesetzlich vorgeschriebenen und andere Standards mit den Anforderungen, die an Passiv- bzw. klimaneutrale Häuser gestellt werden. Grundsätzlich sei es deutlich schwieriger, ein Nutzgebäude wie eine Schule nach diesen Kriterien auszurichten als etwa ein Einfamilienhaus. Und sie ließ auch durchblicken, dass es für eine solche Entscheidung möglicherweise schon zu spät sei. Denn bei Passivhäusern müsse auch die Architektur den Anforderungen angepasst werden; den Entwurf für einen würfelförmigen Bau hatte der Kreisausschuss aber schon im März 2019 gebilligt. Und 2018 hatte der Kreistag die Forderung nach einem Passivhaus abgelehnt.

Nach den jetzigen Plänen hat sich das Hochbauamt für den Standard "KfW Effizienzgebäude 55" plus Ergänzungen entschieden. Das bedeutet: Der Verbrauch an Primärenergie entspricht 55 Prozent dessen, was ein Vergleichsgebäude benötigt. Zusätzlich werden beispielsweise LED-Leuchten verbaut und Bewegungsmelder in den Unterrichtsräumen eingesetzt, damit das Licht automatisch erlischt, wenn sich dort niemand aufhält. Ebenso werden Fenster so geplant, dass das Gebäude in Sommernächten auskühlen kann. Zudem will man auf energieeffiziente Geräte wie Maschinen und Computer setzen. "Wir haben nicht überall das volle Paket vorgesehen, sondern wollen eine wirtschaftliche Planung", sagte Schiemann über den Abwägungsgedanken der Verwaltung.

Plädoyer für Photovoltaik

Im Kreisausschuss machten sich fast alle Fraktionen dafür stark, dass eine Photovoltaikanlage gebaut wird, was aber noch nicht beschlossen ist. Hochbauamtsleiter Frank Hart sagte, dass man sich entscheiden müsse, den Strom aus einer solchen Anlage selbst nutzen zu wollen oder die Dachfläche an einen Investor zu vermieten. Lothar Zachmann (CSU) gab zu bedenken, dass dabei alle Kostenkriterien abgewogen werden sollen, etwa wenn die Dachkonstruktion wegen der Anlage verstärkt werden müsse. Noch offen sind Details: etwa Fenster mit gesteigerter Wärmedämmung, die Dämmstoffstärken des Dachs und die Art der Wärmerückgewinnung. Zur Regenwassernutzung ist der Bau einer Zisterne vorgesehen; das machte die Stadt Schweinfurt zur Vorgabe.

Erste Bauarbeiten gebilligt

Der Kreisausschuss billigte am Donnerstag vorbereitende Arbeiten wie die Verlegung einer Stromleitung, die Neuanlage eines Parkplatzes, weil die jetzigen Stellflächen zur Baustelle werden, eine provisorische Feuerwehrzufahrt und den Fernwärmeanschluss. Gesamtvolumen: 1,48 Millionen Euro.

Diese ersten Arbeiten sollen nach Angaben der Pressestelle des Landratsamts wahrscheinlich im März 2020 starten. Der Baubeginn des Gebäudes ist in die Sommerferien gelegt worden. Ursprünglich war als Starttermin der Januar 2020 vorgesehen. Wie es aus dem Landratsamt hieß, habe ein Prüfauftrag des Kreistags aus dem Jahr 2017, unter welchen rechtlichen Rahmenbedingungen der Neubau entstehen soll, mehrere Monate in Anspruch genommen und die Terminplanung "sehr verschärft".

Schlagworte

  • Schweinfurt
  • Josef Schäfer
  • Alfons Goppel
  • Bau
  • Bauarbeiten
  • Berufsschulen
  • CSU
  • Dämm-Technik
  • Energieeffizienz und Energieeinsparung
  • Gebäude
  • KfW Bankengruppe
  • Kreistage
  • Lothar Zachmann
  • Passivhäuser
  • Paul Knoblach
  • Regenwassernutzung
  • Stadt Schweinfurt
  • Terminplanung
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!