Schweinfurt

Neue Mezger-Zentrale nimmt Konturen an

Richtfest auf der Großbaustelle im Gewerbegebiet Hafen – Der größte deutscher Bosch-Service-Betrieb zieht im Sommer um.
Der Rohbau für die neue Firmenzentrale des bundesweit größten Bosch-Service-Betriebs Mezger im Schweinfurter Gewerbegebiet Hafen steht. Beim Richtfest auf der Großbaustelle an der der Sven-Wingquist-Straße zugegen waren Mitarbeiter des beauftragten Bauunternehmens Glöckle, darunter Geschäftsführer Bernd Supthut (Zweiter von rechts), sowie Mezger-Geschäftsführer Mirko Denzer (rechts). Foto: Stefan Pfister

Der größte Bosch-Service-Betrieb in der Republik wird im Sommer sein angestammtes Areal in der Werner-von-Siemens-Straße verlassen. Nach exakt fünf Jahrzehnten zieht das Familienunternehmen Mezger innerhalb des Gewerbegebiets Hafen um. Nur wenige Meter entfernt entsteht die neue Firmenzentrale. Der erste Teilabschnitt des Großprojekts wurde nun erfolgreich abgeschlossen.

In fünf Monaten Bauzeit hat das Bauunternehmen Glöckle den Rohbau auf dem Grundstück an der Sven-Wingquist-Straße hochgezogen. Alles laufe planmäßig, informierte der geschäftsführende Gesellschafter Ralph Denzer anlässlich des Richtfests. Das milde Winterwetter hat seinen Teil dazu beigetragen: Das Dach ist bereits komplett gedeckt; und mit den Arbeiten für die Haustechnik und mit dem Innenausbau kann nun begonnen werden. Denzer wie auch Glöckle-Geschäftsführer Bernd Supthut bedankten sich bei allen am Bau Beteiligten für den sehr guten Verlauf.

Das 100 Meter lange und 20 Meter breite Gebäude wird voraussichtlich Ende Juli bezugsfertig sein. Geschäftsführer Mirko Denzer, der seit drei Jahren das Unternehmen zusammen mit seinem Vater führt, rechnet mit dem Umzug im August. Die offizielle Eröffnung ist auf den 12. September terminiert.

4,6 Millionen Euro investiert Mezger in den neuen Firmensitz und damit in die Zukunft des Unternehmens, das 210 Mitarbeiter beschäftigt. Drei Gründe haben die Verantwortlichen zu dieser Entscheidung bewogen: Erstens sind die Verwaltung und Kfz-Werkstatt bislang in getrennten Gebäuden untergebracht, die zweitens nach 50 Jahren Nutzung sprichwörtlich in die Jahre gekommen und nicht mehr zeitgemäß sind; der glückliche Umstand, dass Nachbar Fresenius Medical Care (FMC) zu einem Grundstücksdeal bereit gewesen ist, war schließlich der dritte und ausschlaggebende Punkt pro Neubau. Mezger konnte das als Parkplatz genutzte, 12 000 Quadratmeter große Grundstück von FMC erwerben, im Gegenzug veräußerte man die südliche Teilfläche des bisherigen Firmenareals an den angrenzenden Dialysehersteller. Für Ralph Denzer ist es ein "Glücksfall" für beide Seiten.

Das neue Firmengebäude wird alle Anforderungen eines modernen Werkstattbetriebs erfüllen. Verwaltung und Kfz-Werkstatt sind nebeneinander untergebracht, wodurch die Wege kürzer werden. Zwölf Fahrzeuge können parallel an den Arbeitsplätzen (alle mit Hebebühne) repariert werden, derzeit sind es nur sieben. Das Reifenlager bietet Platz für 700 Radsätze. Und als Mieter zieht der TÜV Süd mit einer Prüfstelle für Pkw und Lkw ein.

Halle für die stark wachsende Mezger-Tochter Sikom GmbH

Außerdem wird demnächst eine weitere Halle für die stark wachsende Mezger-Tochter Sikom GmbH errichtet. Das Gebäude mit rund 400 Quadratmeter Nutzfläche soll ebenfalls bis Juli stehen und ist als Lager für Funktechnik-Strahlerkabel vorgesehen. Neben der freien Kfz-Werkstatt sowie der Immobilienverwaltung ist die Sicherheits- und Kommunikationstechnik (Sikom) das dritte wirtschaftliche Standbein. Zu den Kunden von Mezger zählen Behörden und Unternehmen, die BOS-Systeme benötigen. Dabei handelt es sich um einen nichtöffentlichen, mobilen Funkdienst. Die erst im Jahr 2013 gegründete Sikom GmbH hat sich binnen kürzester Zeit zum größten Anbieter für solche Systeme in Deutschland entwickelt.

Nicht nur diese Entwicklung sowie der Bau der neuen Firmenzentrale sorgen aktuell für Zufriedenheit im Familienunternehmen, das Erich Mezger 1946 als Garagenwerkstatt mit einem Bosch-Dienst in der Wilhelmstraße gründete. Denn eine weitere Großbaustelle steht vor der Fertigstellung, wie die Familie Denzer am Rande des Richtfests mitteilte. Im Februar erfolgt die Bauabnahme an einem mehrstöckigen Bürokomplex, den Mezger direkt hinter der bestehenden Werkstatt errichten lässt. Im Frühjahr wird dort Fresenius Medical Care mit seinem "Collaboration Center" einziehen, das hierfür das komplette Gebäude langfristig angemietet hat.

Das nächste Vorhaben ist bereits in Planung: In Würzburg wird Mezger ebenso wie in Schweinfurt den Standort wechseln. Zu diesem Zweck hat man ein Grundstück nahe der angemieteten Niederlassung gekauft. Dies gab das Unternehmen nun bekannt. Die ehemals als Autohaus genutzte Immobilie wird demnächst umgebaut und erhält zudem einen Anbau.

Nur wenige Meter entfernt vom bisherigen Standort befindet sich das Grundstück, auf dem das Familienunternehmen Mezger einen Neubau errichten lässt. Im linken Bereich findet die Verwaltung ihr neues Zuhause, rechts ziehen im Sommer die Kfz-Werkstätten sowie der TÜV-Süd mit einer Prüfstelle ein. Eine zusätzliche Halle für die Tochterfirma Sikom wird in den kommenden Monaten hinter dem Gebäude gebaut. Foto: Stefan Pfister

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