Gerolzhofen

Neue Wohnhäuser schließen Gerolzhöfer Baulücken

Die günstigen Darlehenszinsen befeuern den Bauboom. Dem Gerolzhöfer Stadtrat lagen in seiner jüngsten Sitzung eine ganze Reihe von privaten Bauprojekten vor.
Dem Gerolzhöfer Stadtrat lagen am Montagabend wieder mehrere Bauvoranfrage vor. Damit sollen auch jahrelange Baulücken geschlossen werden. Foto: Siegfried Farkas

Einige Probleme bereitete dem Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend der geplante Bau eines Mehrfamilienwohnhauses mit fünf Wohneinheiten, vier Stellplätzen und vier Carports an der Straße "Langer Wasen" im Baugebiet an der Weißen Marter. Das Problem: Die gewünschte Bebauung auf dem Eckgrundstück schließt zwar eine Baulücke, entspricht in gleich mehreren Punkten aber nicht den Festsetzungen des dort geltenden Bebauungsplans. Um Planungssicherheit zu erlangen, hatte der Bauherr, bevor er seinen Bauantrag auf den Weg bringt, jetzt erst einmal nur eine Bauvoranfrage gestellt, um die Meinung des Stadtrats zu den notwendigen Abweichungen vom Bebauungsplan zu erfragen. 

Zugelassen ist auf dem Grundstück laut Bebauungsplan nur eine erdgeschossige Bauweise mit ausgebautem Dachgeschoss. Geplant wird allerdings eine zweigeschossige Bauweise und ein ausgebautes Dachgeschoss. Um die Dachgeschosswohnung besser nutzen zu können, soll das Satteldach nur eine Neigung von 25 Grad aufweisen. Vorgeschrieben sind allerdings Dachneigungen zwischen 38 und 47 Grad. Das Haus könnte rund zehn Meter hoch werden, sagte Stadtbaumeisterin Maria Hoffmann. Die Nachbar-Unterschriften fehlen.

Zu viele Abweichungen

Für Günter Iff (Freie Wähler) war die Summe der Abweichungen vom Bebauungsplan zu hoch. Eine Nachverdichtung in Baugebieten sei zwar wichtig und gut, hier sei es allerdings des Guten zu viel, zumal mit den geplanten Carports und Parkflächen das Grundstück komplett abgedeckt wäre und auch die Baugrenzen überschritten seien. Thomas Vizl (Geo-net) bemängelte, dass die Nachbarn offenbar noch nicht beteiligt wurden. Selbst bei einer bloßen Bauvoranfrage wolle man als Stadtrat schon wissen, ob es vor Ort möglicherweise Konflikte wegen des Bauprojekts gebe.

Arnulf Koch (CSU) hingegen signalisierte, mit dem Vorhaben leben zu können, zumal auf einem der direkten Nachbargrundstücke laut Bebauungsplan eine zweigeschossige Bauweise mit ausgebautem Dachgeschoss sogar möglich sei. Auch das Stadtbauamt signalisierte Zustimmung. Die Mehrheit des Stadtrats (elf zu acht Stimmen) sah dies allerdings anders und lehnte die Bauvoranfrage ab.

Ebenfalls am "Langen Wasen", direkt neben erstgenannten Bauvorhaben, soll ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage entstehen. Auch hierfür wurde dem Stadtrat eine Bauvoranfrage vorgelegt. Die gewünschte Planung entspricht ebenfalls nicht den Festsetzungen des Bebauungsplanes, denn das Haus soll zweigeschossig werden mit einem nicht ausgebauten Dachgeschoss. Zugelassen ist hier nur eine erdgeschossige Bauweise mit ausgebautem Dachgeschoss. Das geplante Satteldach soll nur eine Neigung von 25 Grad aufweisen, vorgeschrieben sind aber Dachneigungen zwischen 38 und 47 Grad.

Akzeptable Abweichungen

Die überwiegende Mehrheit des Stadtrats war hier der Meinung, dass die Abweichungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans noch hinnehmbar seien. Entsprechend der Empfehlung des Stadtbauamts wurde mit 17 zu zwei Stimmen das Einvernehmen erteilt.

Ebenfalls nur als Bauvoranfrage eingereicht wurde der Plan zum Bau eines Einfamilienwohnhauses mit Erdgeschoss und ausgebautem Satteldach-Geschoss auf dem Grundstück an der Ecke Wilhelm-Busch-Weg und Balthasar-Neumann-Straße. Dort steht bereits ein Haus, der Neubau soll an der Südseite im Garten entstehen. Die Zufahrt soll über die westlich angrenzende Balthasar-Neumann-Straße erfolgen. Der Stadtrat gab ohne große Diskussion einstimmig sein Placet. 

Neubau der Berliner Straße

Eine weitere Bauvoranfrage betraf ein Projekt an der südlichen Ecke Berliner Straße/Von-Ketteler-Straße. Aus dem dortigen großen Privatgrundstück (ehemals zwei Bauplätze) wurde eine Teilfläche herausgemessen und verkauft. Der neue Eigentümer plant dort ein modernes Einfamilienwohnhaus mit Flachdach in ein- beziehungsweise zweigeschossiger Bauweise sowie einer integrierten Doppelgarage. Das Obergeschoss ist kleiner als das Erdgeschoss und wurde versetzt geplant. Die beiden Flachdächer werden begrünt und mit einer Photovoltaikanlage versehen. Die Zufahrt soll über die Berliner Straße erfolgen.

Laut Bebauungsplan zugelassen sind dort allerdings nur Satteldächer mit festgelegter Firstrichtung und einer Neigung zwischen 60 und 30 Grad. Der Stadtrat war aber einmütig der Ansicht, dass hier entsprechende Befreiungen erteilt werden können. Hubert Zink erfuhr, dass die geplante Grundstücksausfahrt zur Berliner Straße hin ohne Probleme machbar sei, weil sie noch weit genug vom Kreuzungsbereich mit der Wiebelsberger Straße entfernt ist.

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