WETZHAUSEN

Neuer Glanz nach über 300 Jahren

Gefeierte Renovierung. Der Gospelchor 'Voice of Glory' gestaltete den Festgottesdienst zum Abschluss der Renovierungsarbeiten an der Martinskirche mit.
Gefeierte Renovierung. Der Gospelchor "Voice of Glory" gestaltete den Festgottesdienst zum Abschluss der Renovierungsarbeiten an der Martinskirche mit. Foto: Ursula Lux

„Wie lieb sind mir deine Wohnungen, Herr Zebaoth!“ So besang der Psalmist einst den Tempel Gottes. Die Gemeindemitglieder der Martinskirche können in diesen Jubel jetzt einstimmen. Die Renovierung ihrer Kirche ist zu einem gelungenen Abschluss gekommen und wurde mit einem Festgottesdienst gefeiert.

Die schmissigen Klänge des Gospelchors „Voice of Glory“ und des „Injili-Chors“ erfüllten das ehrwürdige Gemäuer. Pfarrer Martin Hild regte an, der äußeren Erneuerung auch eine innere folgen zu lassen. Gerhard Koch, der Vorsitzende des Kirchenvorstands, wurde nicht müde, Dank zu sagen. Allen voran dankte er dem Initiator der Renovierung, Volker von Truchseß, und Bürgermeister Friedel Heckenlauer.

Von Truchseß selbst erinnerte sich: „Am schönsten war der Bettelbrief, den ich geschrieben habe.“ Durch die Epitaphien habe die Kirche eine weit über die Gemeinde hinausreichende Anerkennung gefunden. Bedeutende Persönlichkeiten liegen in diesem Kirchen-Mausoleum begraben, allen voran der Erbauer der Kirche, Reitergeneral Veit-Heinrich Truchseß, der das Gotteshaus 1708 errichten ließ. Im Rückblick staunte Volker von Truchseß: „Da kommt man aus Wien, spricht ein paar Leute an und dann ist alles so gut gelungen.“

Heckenlauer erinnerte daran, dass das Entscheidende für Wetzhausen nicht das sanierte Gebäude oder der renovierte Dorfplatz sei. Viel wichtiger sei, dass hier das Zusammenleben gelungen sein, weil sich viele ehrenamtlich eingebracht haben. In besonderem Maße dankte er Gerhard Koch stellvertretend für die vielen engagierten Bürger.

Architekt Jürgen Bergmann ließ dann Zahlen sprechen. Begonnen habe man beim ersten Bauabschnitt damit, „die Kirche wieder auf trockene Füße zu stellen“. Für den Kirchenumgriff und die Platzgestaltung seien 430 770 Euro angefallen, wovon die Kirchengemeinde 107 891 Euro und die Marktgemeinde den Rest übernommen hätten. Diese Maßnahme war 2011 abgeschlossen. Es folgte die Außenrenovierung der Kirche mit rund 208 000 Euro. Dabei wurde aufgedeckt, dass einige der Sandsteine in der Kirchenmauer bei früheren Renovierungen durch Beton ersetzt worden seien. Das sei zwar nicht sinnvoll, man habe es aber aus Kostengründen dabei belassen, erklärte Bergmann.

Dritter und letzter Schritt war die Instandsetzung der Epitaphien, die insgesamt 27 775 Euro gekostet hat. Auch hier habe man sich auf das Wesentliche konzentriert, betonte der Architekt, und die Grabplatten durch Bleifolien vor aufsteigender Nässe geschützt.

Wenn eine Kirche äußerlich in neuem Glanz erstrahlt, dann sollte auch der innere Neuanfang nicht lange auf sich warten lassen, dachten die Gemeindemitglieder und so begrüßte man am Ende des Gottesdienstes gleich die zukünftige Pfarrerin. Melanie von Truchseß lud zu ihrer Einführung am 1. Dezember ein. „Nach dem heutigen Gottesdienst ist meine Vorfreude auf die Einführung sehr gestiegen“, sagte sie und freute sich, in eine Gemeinde zu kommen, in der die Kirchenrenovierung abgeschlossen sei und nicht mehr ihre Aufgabe sein werde.

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