OBERSTEINBACH

Neues Leuchtturmprojekt: der Pfad der Artenvielfalt

Groß war das Interesse an dem Gemeinschaftsprojekt „Pfad der Artenvielfalt“: Im Bild (von links) MdL Hans-Jürgen Fahn, die stellvertretende Schweinfurter Landrätin Christine Bender, die Landräte Wilhelm Schneider (Haßberge) und Johann Kalb (Bamberg), Rektorin Roswitha Ebert und MdL Steffen Vogel. Foto: Sabine Weinbeer

Als großartige und hervorragend gelungene Einrichtung wurde der Pfad der Artenvielfalt gelobt, als jetzt die offizielle Eröffnung stattfand. „Es hat zugegeben etwas länger gedauert, aber das Ergebnis ist rund“, sagte Ulrich Mergner zufrieden. Der Leiter des Staatsforstbetriebs Ebrach war mit Rauhenebrachs Altbürgermeister Oskar Ebert vor zwei Jahren der Initiator des umweltpädagogischen Erlebnispfades. Die Staatsforsten finanzierten auch den Löwenanteil der 150 000 Euro Gesamtkosten. Förderer waren auch der Naturpark Steigerwald und die Gemeinde Rauhenebrach.

„Wir haben eine moralische Verpflichtung, uns um alle Arten zu kümmern. Unser Handeln und die Artenvielfalt hängen eng zusammen. Viele Arten sind verschwunden, weil wir das Land nutzen, andere sind dadurch entstanden“, so Mergner. Dieses Verständnis der Zusammenhänge wolle der Weg mit seinen spielerischen und anschaulichen Stationen verbessern.

Die Bedeutung solcher Einrichtungen unterstrich das prominente Interesse. Bürgermeister Matthias Bäuerlein konnte Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) mit den beiden Landtagsabgeordneten Steffen Vogel (CSU) und Hans-Jürgen Fahn (Freie Wähler) ebenso begrüßen wie die Landräte Wilhelm Schneider (Haßberge), Johann Kalb (Bamberg) und die stellvertretende Landrätin Christine Bender (Schweinfurt) und einige Bürgermeister aus der Nachbarschaft, die Geschäftsführer der Naturparkverwaltungen Haßberge und Steigerwald und viele interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Rauhenebrach.

„Der Staatsforstbetrieb Ebrach ist besonders rührig, Fördermittel auszuschöpfen“, lobte Stephan Thierfelder vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt die Aktivitäten von Mergners Team. Mergner selbst ergänzte, dass es die „Mittel für besondere Gemeinwohlleistungen“ aber nur geben könne, weil die Staatsforsten Gewinne erwirtschaften, die oftmals so kritisiert werden. „Noch nie konnte ich so viele Projekte im Bereich Tourismus und Naturschutz umsetzen wie in den zehn Jahren, seit es dieses Programm gibt“, so Mergner, der mittlerweile einen siebenstelligen Betrag für Projekte innerhalb seines Zuständigkeitsbereichs abgerufen hat.

Höchste Buche Frankens

Der Weg der Artenvielfalt zeige beispielhaft die zwei Strategien zur Sicherung der Artenvielfalt: Im Naturwaldreservat Kleinengelein das „Nichtsmehrtun“, im Weilersbachtal das Tun, ohne das die offene Landschaft zuwachsen würde. Das Naturschutzgebiet im Weilersbachtal sei altes Kulturland mit einer hohen Artenvielfalt am Bachlauf und in den Wiesen. Etwa auf der Hälfte des rund sechs Kilometer langen Lehrpfades liegt die Waldabteilung „Kleinengelein“, die vor vier Jahren auf 50 Hektar Fläche als Naturwaldreservat ausgewiesen wurde. Hier steht die höchste Buche Frankens mit rund 50 Metern und auch ihre Nachbarn auf rund fünf Hektar sind sehr eindrucksvoll. Hier werde man beobachten, wie die Stilllegung sich in der Artenvielfalt niederschlägt.

1800 Stunden Arbeit und handwerkliches Geschick investierten Bedienstete des Forstbetriebs in Planung und Realisierung des Weges mit seinen informativen Tafeln, Biber-Bau und Schmetterlingen, Stegen, Spechthöhle und Sitzmöbeln für die Rast. Diese Leidenschaft, sich für die Region zu engagieren und Besonderes zu schaffen, sei hier wieder beispielhaft greifbar, lobte Staatssekretär Gerhard Eck. Ein ganzes Netzwerk von Menschen habe zusammengearbeitet, um ein weiteres Leuchtturmprojekt zu schaffen. Der Steigerwald sei beispielhaft dafür zu zeigen, wie eine rücksichtsvolle und ausgewogene Waldbewirtschaftung zur Artenvielfalt beitragen kann und gleichzeitig zur Wertschöpfung. Das gute Zusammenwirken betonte auch Landrat Wilhelm Schneider.

Auch Stephan Thierfelder erklärte, dass noch viele Bausteine für die Vernetzung des Steigerwald-Zentrums mit der Region „in der Schublade liegen“ und Zug um Zug umgesetzt werden. Unter anderem entstehe derzeit ein zentrales Besucher-Informationssystem für Handynutzer.

Unterstützt von Rauhenebracher Schulkindern mit kräftigem Gesang, spendete Pfarrer Kurt Wolf dem Erlebnispfad den kirchlichen Segen. Die Kinder erkundeten anschließend gleich die Stationen.

Der Pfad der Artenvielfalt ist ein etwa sechs Kilometer langer umweltpädagogischer Erlebnisrundweg mit sieben Stationen und zwei Informationspavillons. Start des Rundwegs ist im Weilersbachtal bei Obersteinbach.

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