OBERLAURINGEN

„Nicht erwünscht, nur geduldet“

Enorme Probleme haben offenbar den Oberlauringer Kirchenvorstand und den Gospel-Chor „Voice of Glory“ entzweit. Das ist bei der Jahresversammlung des Chores deutlich geworden. Nun übt der Chor künftig in Wetzhausen.
Mit der Kirchengemeinde Oberlauringen liegt der Gospelchor „Voice of Glory“ im Clinch. Daher zieht der Chor nach Wetzhausen um.
Mit der Kirchengemeinde Oberlauringen liegt der Gospelchor „Voice of Glory“ im Clinch. Daher zieht der Chor nach Wetzhausen um. Foto: FOTO VoG

Gründe dafür sind scheinbar unüberbrückbare Unstimmigkeiten zwischen den Parteien und die finanziellen Forderungen des Kirchenvorstandes an den Chor. Pro Probe sollte er 30 Euro für die Nutzung der Kirche und für jedes Konzert nochmals 90 Euro bezahlen. Bei 40 Proben und zwei Konzerten jährlich würde so eine Summe von knapp 1400 Euro zusammenkommen. „Diese Forderungen würden die tatsächlichen Kosten von Strom, Heizung und Licht bei weitem überschreiten“, so Vereinsvorsitzender Georg Schmidt. Bei Proben sei der Stromzähler stets abgelesen worden: Demnach würden sich die Kosten nur auf 150 Euro belaufen.

Aufgrund der Schwierigkeiten des Gospelchores, sich in das Finanzsystem der Kirche einzugliedern, hatte der Kirchenvorstand beschlossen, dass die Verwaltung der Kirchengemeinde und die des Gospelchores getrennt werden müssen. Der Chor soll sich finanziell eigenverantwortlich organisieren, heißt es in einer Erklärung des Kirchenvorstandes vom vergangenen Jahr.

Der Chor wehrte sich gegen diese Mitteilung und warf dem Kirchenvorstand seinerseits Rufmord vor. Es habe sich herausgestellt, dass ein Missverständnis zu diesem Ergebnis geführt habe und die Finanzen des Gospelchores den Vorschriften entsprächen. Die Proben fanden daraufhin weiter in der Kirche in Oberlauringen statt. Der Beschluss blieb trotzdem bestehen, so dass sich der Chor als Verein eintragen ließ, weil er aus der Kirche ausgegliedert wurde, wie es hieß.

Bereinigt war die Sache dadurch dennoch nicht, so Schmidts Bericht. Der Kirchenvorstand beharre auf seinen finanziellen Forderungen, die der Chor jedoch nicht unter Zwang eines Nutzungsvertrages aufbringen möchte. Selbst Schlichtungsversuche mit Dekan Jürgen Blechschmidt zeigten keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Auch ein Veto von Pfarrer Dietmar Schmurlack gegen den Nutzungsvertrag brachte keine Beruhigung – im Gegenteil. „Wir wollen erwünscht und nicht nur erduldet werden“, so Georg Schmidt in der Versammlung zu den Zwistigkeiten.

Aufgrund der offensichtlich nicht zu behebenden Streitigkeiten sah sich der Vorstand des Gospelchors nun nach anderen Proberäumen um und stellte fest: „Wir haben drei Orte in der Marktgemeinde, die uns mit offenen Armen empfangen.“ So boten Pfarrerin Bettina Klemm und Gerhard Koch aus Wetzhausen an, Gemeinderaum und Kirche für die Proben zu nutzen. Ihre Forderung: Eine Konzerteinnahme pro Jahr. Damit gehen sie auch ein gewisses Risiko ein, da der Gospelchor für seine Konzerte nur um eine freiwillige Spende bittet.

Auch Pfarrer Benno von Bundschuh bot dem Chor Räume für die Proben an: Marienkapelle und Roncallihaus. Forderungen stellt er keine. Lediglich eine Miete nach Benutzung von 15 Euro wollte Schloss Craheim, wo die Sänger auch willkommen wären. Die Chormitglieder freuten sich sehr über diese Angebote, entschieden sich aber mit eindeutiger Mehrheit für Wetzhausen, wo auch die Jahresversammlung bereits stattfand. Fazit vom Vorstand Schmidt: „Man gab unserem Verein in Oberlauringen keine Chance. Jetzt haben wir eine neue in Wetzhausen und werden diese nutzen.“

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