Niederwerrn

Niederwerrn bleibt die Schwarze Null erhalten

Es ist ein Haushalt für die Zukunft, der gerade einstimmig im neuen Ratssaal vom Stapel gelassen worden ist: Zumindest soll im Mai ein frisch gewählter Gemeinderat mit dem Werk in die offene See stechen. Eine Neuverschuldung ist in der Gemeinde an der Wern derzeit nicht in Sicht. Ein wenig Wahlkampf-Beflaggung wurde am Ende der Legislaturperiode auch noch gehisst, nach intensiver Vorberatung in drei Finanzausschuss-Sitzungen.

Nur leicht gestiegen ist der Verwaltungshaushalt, von 13,2 auf 13,3 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt erhöht sich noch einmal kräftig, von 11,7 auf fast 12,7 Millionen Euro. Die Zuführungen vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt sollen sich weiterhin auf hohem Niveau bewegen. Derzeit sind es 665 000 Euro. Größtes Politikum ist das Thema "Rücklagen-Entnahme", wo zuletzt manches auf einen rapiden Abbau mit künftiger Kreditaufnahme hindeutete.

Gemeinde wird sich nicht verschulden

Zwar sollen aktuell 11,6 Millionen Euro dem Ersparten entnommen werden. Die langjährige "schwarze Null" wird aber nicht angetastet. Diese Botschaft war Kämmerer Dominik Lavinger wichtig. Befanden sich die Rücklagen 2018 noch auf einem Allzeit-Hoch von 15 Millionen Euro, sollen Ende 2023 noch rund 900 000 Euro im Sparstrumpf liegen. Dies alles trotz anstehender Großprojekte wie der Schaffung der "Neuen Mitte Niederwerrn", dem "Haus des Kindes" Oberwerrn, Hochwasserschutz, Konversion, Altlasten- oder Schulsanierung.

Rund 2,87 Millionen Euro werden 2020 allein an Kreisumlage fällig: ein Fünftel des Verwaltungshaushalts. Niederwerrn kann dabei auf gute Einnahmen aus Einkommensteuer (4,8 Millionen Euro) und weit über einer Million Euro aus Grund- und Gewerbesteuer zurückgreifen.

Wirtschaftlich starke Gemeinde

"A und O" beim aktuellen Haushalt ist für Bürgermeisterin Bettina Bärmann die Transparenz. Die Schuldenfreiheit sei keine Selbstverständlichkeit: "Die Gemeinde Niederwerrn ist wirtschaftlich stark, aber nicht allmächtig." Man habe durch Verwaltungs-Umbau die Effizienz gesteigert und den Investitionssstau abgebaut. In den nächsten drei Jahren sei keine Schuldenaufnahme nötig, unterstrich Bärmann: "Wir sind für die Aufgaben der Zukunft gerüstet".

Willi Gößmann schüttete für die CSU-Fraktion einen Tropfen Wermut ins Glas: Ein Haushalt ohne "Sonderwünsche" sei nicht gelungen - "aber die Demokratie lebt von Kompromissen." Dem letzten Finanzplan habe man wegen der möglichen Verschuldung nicht zustimmen können. Diese bleibe nun aus, ebenso sei ein Baufachmann hinzugezogen worden, gemäß CSU-Forderungen. Entsprechend gab es ein Plazet.

Stellungnahmen der Fraktionen

"In Niederwerrn wird die Zukunft teilweise heute schon gelebt": Roland Fick (FW) würdigte das moderne Berichtswesen der Finanzverwaltung und die lange Liste an Investitionen, mit denen man sorgsam umgehe. Der Haushalt sei "gerecht, ausgewogen, vernünftig", alle Anträge der Freien Wähler berücksichtigt worden, inklusive Spülmobil für Vereine oder Förderung von Solarthermie.

Wolf Dietrich Lang (SPD) sprach von einen "Arbeitsauftrag" für den künftigen Gemeinderat. Bildung, Kultur, soziales Miteinander, eine noch umweltbewusstere Politik: "In Ansätzen" werde der Haushalt den SPD-Vorstellungen gerecht, insbesondere beim Thema Neue Mitte und Schule sei man sich einig.

Norbert Hart betonte für die CWVO, dass die Beschlüsse über alle Fraktionen hinweg getroffen worden seien: "Wir müssen dem künftigen Gemeinderat eine gewisse Handlungsfreiheit belassen." Hart zitierte den britischen Pragmatiker Winston Churchill: "Ein Optimist sieht eine Gelegenheit in jeder Schwierigkeit, ein Pessimist sieht eine Schwierigkeit bei jeder Gelegenheit."

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Niederwerrn
  • Uwe Eichler
  • Bettina Bärmann
  • Freie Wähler
  • Kämmerer
  • Norbert Hart
  • SPD
  • Stadträte und Gemeinderäte
  • Vernunft
  • Winston Churchill
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!