Gerolzhofen

Niedrigwasser: Die "Volkach" ist nur noch ein Rinnsal

Der ausbleibende Regen macht sich auch am Wasserstand des Volkachbachs bemerkbar. Eine Mess-Stelle des Bayerische Landesamts für Umwelt liefert interessante Daten.
Am Volkachbach, wie hier in Gerolzhofen am Schillerplatz, herrscht derzeit wieder extremes Niedrigwasser. Foto: Klaus Vogt

Es ist hochsommerlich warm. Und es ist trocken. Zwar haben sich in den vergangenen zwei Augustwochen aus Osten kommend mehrfach große Gewitterfronten bedrohlich am Horizont aufgebaut, doch einen flächigen Regen gab es nicht. Die verschiedenen Wetter-Apps am Smartphone lieferten aufgeregt per Pushmeldung eine Unwetterwarnung nach der anderen, aber die Gewitter lösten sich wie von Geisterhand auf, wenn sie auf die Region um Gerolzhofen zuzogen.

Die anhaltende Trockenheit hat natürlich Auswirkungen auf den Wasserstand in den Bächen. Oberflächenwasser läuft hier praktisch keines mehr ab, sondern das Wasser, was man in den Bächen und Gräben jetzt noch sieht, stammt aus Quellen oder aus landwirtschaftlichen Drainagen.

Infos im Internet

Das Bayerische Landesamt für Umwelt betreibt bei Dingolshausen seit rund 50 Jahren eine automatische Mess-Stelle am Volkachbach. Die dort alle paar Stunden gewonnenen Daten sind im Internet öffentlich einsehbar. Interessant ist unter dem Unterpunkt "Statistik" besonders der Vergleich mit den Daten aus früheren Jahren und Jahrzehnten.

Derzeit fließen in der Volkach nur noch rund 31 Liter pro Sekunde im Bachbett bergabwärts. Beim Blick auf die Daten des extrem trockenen Jahres 2018 zeigt sich, dass dies genau der geringen Menge des Vorjahres entspricht.  Bereits seit Mitte Juli 2019 hat sich der Ablauf im Bach auf rund 30 Liter eingependelt. Nur Anfang August, als es mal mehrfach geregnet hat, erhöhte sich die Menge kurzfristig auf 80 bis 200 Liter pro Sekunde. Danach ging das Volumen wieder von Tag zu Tag kontinuierlich zurück.

Unter dem Durchschnitt

Im Internet ist es möglich, die aktuellen Werte in Relation zu stellen mit langjährigen Durchschnittswerten, die von der Fachbehörde seit dem Jahr 1967 an der Volkach bei Dingolshausen ermittelt werden. Die durchschnittliche Abfluss-Menge des Bachs das ganze Jahr über gesehen beträgt 118 Liter in der Sekunde. Die derzeitige Abfluss-Menge von nur 31 Litern liegt bereits unter dem so genannten „Mittleren Niedrigwasserabfluss“ (MNQ), der 35 Liter beträgt. Der MNQ ist das arithmetische Mittel der gemessenen niedrigsten Tageswerte in den vergangenen 50 Jahre. 

Dramatische Unterschiede gibt es zu den Wassermengen, die den Volkachbach in Richtung Gerolzhofen  hinabrauschen, wenn eine Hochwasser-Situation vorliegt. Der seit 1967 errechnete Durchschnittswert des „Mittleren Hochwasserabfluss“ (MHQ) beträgt 3240 Liter in der Sekunde. Die höchste seit 1967 bei Dingolshausen in der Volkach je gemessene Wassermenge bei Hochwasser betrug über 7000 Liter pro Sekunde. Im Vergleich dazu sind die läppischen 31 Liter momentan ein kleines Rinnsal.

Unterhalb von Gerolzhofen betreibt das Bayerische Landesamt für Umwelt übrigens eine weitere Mess-Stelle an der Volkach im Bereich von Brünnstadt. Dort ist die Wassermenge im Bach deutlich höher als in Dingolshausen. Statt 31 Liter pro Sekunde werden hier momentan rund 130 Liter gemessen. Dies liegt daran, dass zwischen Dingolshausen und Brünnstadt mehrere Quellen und kleine Zuflüsse wie der Silberbach in die Volkach münden.

Rückblick

  1. Handwerk: Jeder zweite Betrieb in der Region macht Ökostrom
  2. Klimawandel stresst den Rhöner Wald
  3. Der Speierling bei Gerolzhofen: Ein wahrer Durstkünstler
  4. Umgehen mit dem Klimawandel: Was kann der einzelne Rhöner tun?
  5. Flugreisen: Was der Preis für mein schlechtes Gewissen ist
  6. Streit um Klima-Notstand: Grüne kämpfen für ihren Antrag
  7. Kommentar: Jetzt sind die Fronten geklärt
  8. Klimawandel: Geht Unterfranken schon 2035 das Wasser aus?
  9. Kampf gegen Klimawandel: Warum die Firma Memo nicht wartet
  10. Klimawandel: Was wird aus dem Mythos deutscher Wald?
  11. Klimaschutz: Warum er für Schweinfurt eine zentrale Aufgabe ist
  12. Klimawandel in Franken: Wird die Melone die neue Zuckerrübe?
  13. Hitzschläge und Denguefieber: Welche Krankheiten drohen uns?
  14. Fridays For Future: So viele kamen zur Würzburger Klima-Demo
  15. Käferplage im Landkreis Würzburg: Tausende Tiere schocken Landwirt
  16. Fridays for Future: Hier wird heute in Unterfranken für das Klima gestreikt
  17. Klimaschutz: Wie Unternehmen von einem Coaching profitieren
  18. Warum ein Förster trotz Klimawandel auf heimisches Holz setzt
  19. 8 Fakten: Wie schädlich ist unser Fleischkonsum für das Klima?
  20. Waldschäden: Im April zeigt sich die ganze Wahrheit
  21. Parents for Future: Jetzt wollen die Eltern das Klima retten
  22. Weltweiter Wald-TÜV: Der Startschuss fiel in Würzburg
  23. Schweinfurt setzt beim Klimaschutz auch auf Photovoltaik
  24. Im Mahlholz: Das Baumsterben nimmt kein Ende
  25. Reinhold Messner: "Greta Thunberg ist nicht mein Star"
  26. Regional und saisonal: So geht klimafreundliche Ernährung
  27. Klimawandel: Warum die nächste Eiszeit sicher kommt - und wann
  28. Quiz: Welche Tiere kommen neu zu uns und welche verschwinden?
  29. Aus Afrika oder Asien: Diese Tiere lockt das Klima zu uns
  30. Wie sich Wein und Winzer dem Klimawandel anpassen
  31. Mainfranken ist ein Hotspot des Klimawandels
  32. Klimawandel: So will eine Unterfränkin die Welt retten
  33. Ökosystem in Gefahr: Zigeunersee sitzt auf dem Trockenen
  34. Klimaneutral Wohnen: So kann jeder Haushalt Energie sparen
  35. 2000 Kinder in Karlstadt für Nachhaltigkeit auf der Straße
  36. Warum der Würzburger Stadtrat das Klimaversprechen vertagt hat
  37. So wirkt sich der Klimawandel in Unterfranken auf den Main aus
  38. 15 000 neue Bäume für den Landkreis Bamberg
  39. Klima: Nur die Wahl zwischen Verzicht oder Weltuntergang?
  40. Wissen für die Mittagspause: Zehn Fakten zum Klimawandel
  41. Dürre und Wassermangel: So trifft der Klimawandel Unterfranken
  42. Klimawandelleugner: So kann man ihre Argumente entkräften
  43. Wie der Forst dem Klimawandel trotzen soll
  44. Warum die Stadt Würzburg das Klimaziel verfehlt
  45. Fürs Klima: Von Würzburg zur Straßenblockade nach Berlin
  46. Heiße Zeiten: Wie kann sich die Rhön dem Klimawandel anpassen?
  47. Der Wald verändert sein Gesicht
  48. Fridays for Future: Über 10.000 Demonstranten in Unterfranken
  49. Vor der Würzburger Klima-Demo: Neuer Vorstoß für freien ÖPNV
  50. Radverkehr: Verkehrswende-Bündnis startet Bürgerbegehren

Schlagworte

  • Gerolzhofen
  • Dingolshausen
  • Klaus Vogt
  • Gewitter
  • Hochwasser und Überschwemmung
  • Klimawandel
  • Umwelt
  • Unwetterwarnungen
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!